Nachfrage nach Corona-Schnelltests in Mittelbaden sinkt

Baden-Baden/Rastatt (naf) – Während einige Betreiber von Teststationen zum Montag ihr Geschäft beendeten, haben andere noch mehr Kundschaft als ursprünglich erwartet.

Seit Montag übernimmt der Bund die Kosten eines Corona-Tests nur noch für bestimmte Gruppen. Einige Teststationen haben im Zuge dessen geschlossen. Foto: Roland Weihrauch/dpa

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Seit Montag übernimmt der Bund die Kosten eines Corona-Tests nur noch für bestimmte Gruppen. Einige Teststationen haben im Zuge dessen geschlossen. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Noch alle Tickets verfügbar“: Der Blick auf die Online-Buchungsportale zeigt bei fast allen Corona-Teststationen in der Region ein recht ähnliches Bild. Kaum ein Zeitslot ist voll ausgebucht.

Die Nachfrage nach den seit Montag nicht mehr kostenlosen Corona-Schnelltests hat stark nachgelassen. Dass sie dennoch da ist, bestätigen einige Betreiber von Teststationen. „Ich war überrascht, dass doch noch so viele gekommen sind“, erzählt Claudia Nübel von der Dr. Rössler’s Hofapotheke in Baden-Baden. Trotz kostenpflichtiger Tests hatten die Mitarbeiter der Apotheke am Montag über die Mittagszeit „ziemlich viel zu tun“. Die meisten Kunden seien Touristen gewesen, die ihre Testnachweise für Hotel oder Flug brauchen. Die Hofapotheke stellt ihre Zertifikate in Englisch, Französisch und Deutsch aus, für Reisende ist das von Vorteil. Aber auch Stamm-Testkunden aus Mittelbaden würden die Schnelltests nun selbst kaufen. Der einzige Unterschied: Während diese sich vor dem 11. Oktober regelmäßig mehrmals pro Woche haben testen lassen, kündigen sie nun an, maximal einmal pro Woche vorbeizukommen. Überrascht über die plötzlichen Kosten sei bisher niemand gewesen.

Auch Lena Trento bestätigt: „Die Nachfrage ist nach wie vor da, auch wenn sie merklich zurückgegangen ist.“ Trento betreibt das mobile Testzentrum in Bühl so wie ein festes in Achern. Mit zehn Euro pro Test sind ihre Preise vergleichsweise günstig. „Unsere Kunden sind ganz froh darüber“, erzählt sie. Dementsprechend wenig Beschwerden gebe es, weil Testwillige nun selbst in die Tasche greifen müssen. Auch in der Rossi Apotheke in Rastatt wartet man noch auf den ersten wegen der Kosten aufgebrachten Kunden. Doch nicht nur auf den. Seit der Umstellung habe man noch überhaupt keinen Test verkauft, erzählt Inhaber Stephan Hartmann. Das verwundert ihn jedoch recht wenig, bereits in den vergangenen Wochen hätte die Nachfrage erheblich nachgelassen.

„Trotzdem dafür entschieden“


Neben den Apotheken hatten wohl auch einige weitere Teststationen im Umkreis weniger Kundschaft. Es sind nicht wenige, die mit dem Stopp der Kostenübernahme ihre Zelte abbrechen und Stationen abbauen.

Auch der Iffezheimer Hotelier Arne Schumacher wollte sein mobiles Corona-Testzentrum eigentlich nicht weiterführen. „Nun haben wir uns aber trotzdem dafür entschieden“, sagt er. Vor allem einige Eltern seien sehr daran interessiert, dass man weitermache. Da für die Schultests in der Regel Rachen- und Nasenabstriche genommen werden, „was bei einigen Kindern einfach mit Schmerzen oder Nasenbluten verbunden ist“, so Schumacher, „kommen viele Eltern zu uns“. Der Hotelier bietet Spucktests an, für unter 18-Jährige weiterhin kostenlos, alle anderen will er nur gegen Bezahlung testen. „Wir wollen den Verwaltungsaufwand so gering wie möglich halten“, begründet er. Denn um herauszufinden, welcher Erwachsene die Kosten nicht selbst tragen muss, müsste Schumacher sich ärztliche Atteste vorzeigen lassen und Mutterpässe kontrollieren. Darum werden dienstags, donnerstags und sonntags nur unter 18-Jährige kostenfrei getestet. „Alle anderen bezahlen zehn Euro“, sagt Schumacher. Voraussichtlich will er bis Jahresende so weitermachen, hält sich jedoch offen, früher aufzuhören, „wenn es zu wenige sind“.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Nadine Fissl

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Erstellt:
12. Oktober 2021, 22:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 31sec

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