Nachfrage nach Welpen gestiegen

Ottersweier/Achern (BT) – Junge Hunde sind begehrt: Während der Corona-Zeit ist die Nachfrage nach Welpen gestiegen. Züchter raten jedoch von Spontankäufen ab, zumal die Tiere viel Zuwendung brauchen.

Hunde sind in der Corona-Zeit besonders begehrt. Unser Foto zeigt Sheltie-Welpen aus Otterweier. Foto: Michele Mahn

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Hunde sind in der Corona-Zeit besonders begehrt. Unser Foto zeigt Sheltie-Welpen aus Otterweier. Foto: Michele Mahn

Home-Office, wenige Veranstaltungen und regnerische Tage. Trotz der steigenden Impfquote ist nichts mehr wie vor der Pandemie, denn der ein oder andere arbeitet immer noch von zu Hause aus und hat sich möglicherweise einen Vierbeiner zugelegt.

Bernadette Bothfeld aus Ottersweier und Denise Steger sind Hundezüchter von Shelties, einer britischen Hunderasse. „Wir sind empört über die ganzen Anfragen, die seit Beginn der Pandemie reinkamen“, so Bothfeld. „Die meisten fragen sofort, ob die Welpen schon stubenrein sind und wie viel sie kosten, während sie die Rasse überhaupt nicht kennen und keine Erfahrung mit Hunden haben“, sagte Steger.

Psychisch und physisch ausgelastet

„Eine Dame fragte tatsächlich, wie viele Stunden man denn den Hund in einer Transportbox halten kann, da sie viel unterwegs ist“, so Bothfeld. Wichtig sei, laut den Züchterinnen, dass man sich nur einen Hund zulegt, wenn man genug Zeit und Arbeit investieren kann; denn ein solches Haustier sollte nicht nur körperlich ausgelastet sein, sondern auch psychisch wie etwa durch Geruchs- und Suchspiele. „Bei Vernachlässigung entwickeln sich die Hunde oftmals zu einer Belastung und laufen Gefahr, ausgesetzt oder abgegeben zu werden“, so Bothfeld. Das Tierheim Maria Münter in Ottersweier kann zwar eine hohe Anfrage nach jungen Hunden verzeichnen, stellt aber keine große Veränderung bezüglich der abgegebenen oder abgesetzten Hunde fest. „In ein paar Monaten kann man dann seine Schlüsse ziehen“, so Tierheimmitarbeiter Leo Schmitt.

2020 waren bei der Stadt Achern 1090 Hunde angemeldet, während es im August 2021 schon 1141 sind. Die Gemeinden Kappelrodeck und Lauf können keine prägnante Steigerung von Anmeldungen feststellen. Mehrere Hundezüchter behaupten jedoch, wie Fox-Terrier Züchter Haitz aus Wagshurst, dass viele Vierbeiner illegal aus dem Ausland importiert und verkauft, und daher auch nicht offiziell gemeldet worden seien. Bothfeld und Steger geben an, mit viel Herzblut an der Züchtung von ihren Shelties zu arbeiten. Daher lehnen sie Anfragen, die in ihren Augen bedenklich oder verdachtserregend sind, sofort ab oder melden sich erst gar nicht zurück.

Anstieg an illegalen Käufen

„Vielen Züchtern geht es so“, meint Denise Steger; folglich könnte das zu einem Anstieg an illegalen Käufen geführt haben. Neufundländer-Züchter Hubert Boschert aus Gamshurst und Schäferhund-Züchter Manfred Ronecker aus Rheinau können das steigende Interesse an Welpen bestätigen, entschieden sich aber, preislich nicht mit dem Trend mitzuziehen.

Die Hundezüchter raten von illegalen Anschaffungen ab, denn einerseits sei unklar, ob die Welpen gesund sind. Andererseits wird betont, dass ein Zuchthund strengen Vorgaben entsprechen muss, um als solcher überhaupt zugelassen zu werden. Dennoch bleibt umstritten, ob sich die Zahl der ausgesetzten oder abgegebenen „Lockdown-Hunde“ erhöhen wird. Dies wird sich wohl in den kommenden Monaten herausstellen.

Ihr Autor

Michele Mahn

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Erstellt:
18. August 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 23sec

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