Nachwuchs bei Familie Storch in Rotenfels

Gaggenau (er) – Der Bad-Stadtteil ist derzeit die einzige erfolgreiche Brutstätte von Meister Adebar im Murgtal.

Zwei kleine Jungtiere sind aus der Ferne in dem Horst in Bad Rotenfels zu erkennen. Die Elterntiere haben nun viel zu tun. Foto: Elke Rohwer

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Zwei kleine Jungtiere sind aus der Ferne in dem Horst in Bad Rotenfels zu erkennen. Die Elterntiere haben nun viel zu tun. Foto: Elke Rohwer

In Bad Rotenfels hat es in diesem Jahr endlich geklappt mit dem Storchennachwuchs. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Storchenpaar eifrig am Horst gebaut, doch Eier wurden nicht gelegt. In diesem Jahr war das anders.

Stefan Eisenbarth aus Gernsbach, der für die Vogelwarte Radolfzell ehrenamtlich rund 60 Horste zwischen Iffezheim und Karlsruhe betreut, ist sich zusammen mit Annette Jung, die ihn bei der Aufgabe unterstützt, einig, dass das Storchenpaar derzeit zwei Jungtiere aufzieht.

Über einen längeren Zeitraum hatte Annette Jung mit ihrer Spezialausrüstung den Horst, ohne die Tiere zu stören, immer wieder aus der Ferne beobachtet. Jede freie Minute verbringt sie damit, nistende Störche zu sichten und ihre Jungen zu zählen. Die gesammelten Informationen gibt sie an Stefan Eisenbarth weiter.

Im Winter leben sie vom Müll

Im März war der beringte Storch A1F30 zu seinem Horst zurückgekehrt, um ihn zu inspizieren und auszubessern. 14 Tage später folgte dann seine Partnerin. Ab dem 16. Mai änderte sich das Verhalten der Vögel. Während sie sich zuvor nur zweimal am Tag mit der Präsenz im Nest abwechselten, geschah dies nun öfter.

„Ein frisch geschlüpftes Storchenküken wiegt im Schnitt etwa 78 Gramm. In den folgenden acht Wochen erreicht der Nachwuchs dann ein Gewicht von drei bis vier Kilogramm. Die Storcheneltern haben in der Zeit viel zu tun, um die Jungvögel mit ausreichend Nahrung zu versorgen“, erklärt Stefan Eisenbarth.

Der Storchenexperte zeigt sich zufrieden mit der aktuellen Storchenpopulation in der Region. „Es bleibt abzuwarten, wie sich die Population weiter entwickelt. Viele Störche überwintern in Spanien. Dort ernähren sie sich überwiegend vom Angebot auf den Mülldeponien. Allerdings sollen diese offenen Deponien in den kommenden Jahren umgebaut werden zu geschlossenen Verbrennungsanlagen. Das geringere Nahrungsangebot wird sich dann auch auf die Storchenpopulation auswirken.“

Das Storchennest in Bad Rotenfels ist nach offiziellen Angaben derzeit das einzige im Murgtal. In Ottenau existierte bis zum Jahr 1889 ein Storchenhorst. In Gernsbach ist ein Storchenvorkommen auf dem sogenannten Storchenturm um 1877 und 1889 dokumentiert, etwa um 1910 wurde das letzte Brutpaar dort gesichtet. Spätere Ansiedlungsversuche blieben ohne Erfolg. (Quelle: „Storchenchronik Baden“ von Günther Müller, Bezirksstelle für Naturschutz).

Standort wird nicht veröffentlicht

Um Aufzucht und Überleben der Jungstörche in Bad Rotenfels nicht durch illegale Drohnenflüge zu gefährden, wird in dem Beitrag auf eine konkrete Nennung des Horststandorts verzichtet. Drohnen beeinträchtigen den Bruterfolg erheblich. Laut Bundesnaturschutzgesetz sind aber Störungen unter anderem während der Fortpflanzungs- und Aufzuchtzeit verboten. Darüber hinaus ist Überfliegen von privaten Grundstücken ohne Erlaubnis nicht gestattet.

Ihr Autor

Elke Rohwer

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Erstellt:
31. Mai 2021, 17:53 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 19sec

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