Nächste Schritte für Welterbe-Stadt Baden-Baden

Baden-Baden (hez) – Nach dem Welterbe-Titel stehen in Baden-Baden die nächsten Schritte an. Die Stadt will Mitglied des Vereins „The Great Spa Towns of Europe“ werden.

„Wir sind Welterbe!“: Auf großen Plakattafeln informiert die Stadt auf der Fieserbrücke. Foto: Henning Zorn

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„Wir sind Welterbe!“: Auf großen Plakattafeln informiert die Stadt auf der Fieserbrücke. Foto: Henning Zorn

Die Arbeit am Unesco-Welterbe geht nach der im vergangenen Jahr erreichten Aufnahme in die Liste der Weltkulturerbestätten für Baden-Baden weiter. Der Hauptausschuss sprach sich am Montag einstimmig für einen Beitritt der Kurstadt zu den Vereinen „The Great Spa Towns of Europe“ sowie „Unesco Welterbestätten Deutschland“ aus.

War das eine Begeisterung! Baden-Baden jubelte, als man am 24. Juli 2021 im Rahmen der gemeinsamen Bewerbung von elf bedeutenden Kurstädten in Deutschland, Österreich, Belgien, Tschechien, Frankreich, Italien und Großbritannien (Great Spa Towns of Europe) den langwierigen, 15-jährigen Nominierungsprozess zu einem positiven Ende bringen konnte. Seitdem verkündet die Stadt voller Stolz, dass man nun etwas mit den Pyramiden von Gizeh und dem Kölner Dom gemeinsam habe: „Wir sind Welterbe“!

Den elf „Spa Towns“ wurde damit von der Unesco bescheinigt, ein „repräsentatives Zeugnis des komplexen siedlungsgeschichtlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Phänomens der europäischen Kurtradition“ darzustellen. Und dies kann man natürlich bei der Eigenwerbung speziell in touristischer Hinsicht nutzen.

Neue Konzepte nötig

Doch ausruhen darf sich die Stadt auf ihrem Erfolg nicht, denn zur Bewahrung der Welterbe-Klassifizierung ist man auch verpflichtet, die Stätten zu schützen und zu pflegen und nachhaltige Entwicklungs- und Tourismuskonzepte umzusetzen. Daher haben die elf Spa-Städte einen von der Unesco gebilligten grenzüberschreitenden Management-Plan erarbeitet, der eine enge Zusammenarbeit vorsieht.

Um dieser Kooperation einen Rahmen zu geben, hat man sich entschlossen, gemeinsam den Verein „Great Spa Towns of Europe“ zu gründen, weil sich bei dieser Organisationsform mit angestrebten schlanken Strukturen der Verwaltungsaufwand in Grenzen hält. Nun wurde unter Federführung der Spa-Stadt Baden bei Wien eine Satzung erarbeitet, nach der der Verein ausschließlich gemeinnützige Ziele verfolgt. Er wird seinen Sitz in Baden bei Wien haben und daher nach österreichischem Recht registriert.

Gemeinderat trifft finale Entscheidung

Zu den Zielen des Vereins gehört laut den Statuten unter anderem die Entwicklung von visionären Strategien für die Erhaltung von Stadträumen, die Wahrung der Authentizität des Welterbes, die Entwicklung internationaler Netzwerke und die Einführung nachhaltiger Tourismusstrategien mit einer klimafreundlichen Verkehrspolitik. Lisa Poetschki, Leiterin der städtischen Stabsstelle Welterbebewerbung und Stadtgestaltung, betonte in der Sitzung des Hauptausschusses, dass die Tätigkeit des Vereins keinesfalls gewinnorientiert sein solle. Der Vorstand bestehe aus vier Personen aus vier verschiedenen Städten. Vom Verein solle dann noch ein Generalsekretär eingestellt werden, der sich besonders um die Koordinierung aller Tätigkeiten kümmern werde. Die Unterzeichnung der Vereinssatzung sei für Ende April in Spa (Belgien) geplant, im September werde dann die konstituierende Sitzung in Franzensbad (Tschechien) stattfinden. Bürgermeister Alexander Uhlig begrüßte ausdrücklich die vorgesehene Vereinsgründung, damit sich nicht jede beteiligte Spa-Stadt nach eigenem Gutdünken vermarkte.

Baden-Baden wird – wenn die Stadt zustimmt – jetzt auch zusammen mit den anderen beiden deutschen Spa-Städten Bad Ems und Bad Kissingen in den bestehenden Verein „Unesco-Welterberstätten Deutschland“ aufgenommen. Dieser Zusammenschluss der deutschen Welterbestätten setzt sich für die Förderung von behutsamem Welterbetourismus ein. Der Hauptausschuss sprach sich grundsätzlich für die Mitgliedschaft in beiden Vereinen aus. Dies machte man allerdings noch von der ausstehenden Beantwortung diverser Detailfragen abhängig. Die Entscheidung liegt am 25. April beim Gemeinderat.

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Erstellt:
12. April 2022, 17:47 Uhr
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