Nächster Corona-Fall: KSC-Team in Quarantäne

Karlsruhe (rap) – Fußball-Zweitligist Karlsruher SC muss den nächsten Corona-Schock verdauen: Am Dienstagabend meldete der KSC den dritten positiven Spieler binnen einer Woche – mit bitteren Folgen.

Quarantäne statt Spielbetrieb heißt es in den nächsten 14 Tagen für die Profi-Mannschaft des Karlsruher SC. Foto: Helge Prang/GES

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Quarantäne statt Spielbetrieb heißt es in den nächsten 14 Tagen für die Profi-Mannschaft des Karlsruher SC. Foto: Helge Prang/GES

Am Dienstagabend um 20.16 Uhr war es dann doch so weit. Der Karlsruher SC musste in Sachen Corona den Super-GAU bekanntgeben: Nachdem sich in der vergangenen Woche bereits Philip Heise und Alexander Groiß mit dem Coronavirus infiziert hatten und sich in häusliche Quarantäne begeben mussten, gesellte sich am Dienstag, nach der turnusmäßigen PCR-Testung, ein dritter Spieler dazu. Um wen es sich handelt, gab der Fußball-Zweitligist nicht bekannt. Der positiv getestete Spieler weise jedoch keine Symptome auf, teilte der KSC weiter mit.

Doch der dritte Fall binnen weniger Tage bringt schwerwiegende Folgen für die Mannschaft von Trainer Christian Eichner mit sich: Nach engem Austausch mit dem Karlsruher Gesundheitsamt entschied sich der KSC, die gesamte Profi-Mannschaft in eine 14-tägige Quarantäne zu schicken, also bis zum 20. April. Einzig die Spieler, die nicht im Mannschaftskreis trainiert haben, sind von der Quarantäne nicht betroffen.

Weitreichende Folgen für den Spielplan

„Diese Entscheidung wurde am heutigen Dienstagabend nach engem Austausch mit dem KSC vom Karlsruher Gesundheitsamt getroffen, um ein weiteres Ausbreiten der Infektion zu verhindern“, wird Oliver Kreuzer, Geschäftsführer Sport, in der Mitteilung zitiert. Galten die ersten beiden Fälle – also Heise und Groiß – als „Infektionen von außen“, sprich ausgehend vom privaten Umfeld, könnte der dritte Fall nun vermuten lassen, dass aus dem externen mittlerweile ein internes Problem geworden ist. Das zumindest liegt nahe und würde die Quarantäne erklären, die das Gesundheitsamt erließ.

Die angeordnete Quarantäne hat, zumindest was den Spielplan im deutschen Fußball-Unterhaus anbelangt, für die Eichner-Elf weitreichende Folgen. Der KSC muss nun bei der Deutschen Fußball Liga einen Antrag stellen, dass die Partien gegen Fortuna Düsseldorf am Samstag, am 17. April gegen Erzgebirge Aue sowie drei Tage später beim Hamburger SV verschoben werden. Auf den KSC dürften somit im Saison-Schlussspurt wohl einige englische Wochen zukommen.

Vor einer Woche begann das Corona-Wirrwarr

Dabei kamen die Blau-Weißen in Sachen Virus – abgesehen von Stürmer Babacar Guèye, der sich im Weihnachtsurlaub im Senegal infiziert hatte – relativ sorgenfrei durch die Corona-Zeit, zumindest bis zur vergangenen Woche. Dann jedoch begann das Corona-Wirrwarr im Wildpark. Zu Wochenbeginn, nachdem die Profis vier freie Tage genossen hatten, musste Außenverteidiger Heise nach drei PCR-Tests – zwei waren positiv, der mittlere negativ ausgefallen – in Isolation. Zwei Tage vor der 0:1-Heimniederlage gegen Osnabrück erwischte es dann Mittelfeldspieler Groiß. Bis dato herrschte jedoch längst Tohuwabohu im Wildpark: Trainingseinheiten wurden abgesagt, fanden wieder statt, wurden wieder abgesagt. Begleitend wurden die Spieler ständig getestet. An eine normale Vorbereitung auf ein normales Zweitligaspiel war da längst nicht mehr zu denken.

Trotz alledem stand die Partie bis Stunden vor dem Anpfiff auf der Kippe, fand aber schließlich doch, eben weil es sich um „Infektionen von außen“ gehandelt habe, statt, wie der KSC erklärt hatte. Manch einer wunderte sich schon am Samstag, dass die Partie stattfinden konnte.

Die Entwicklungen am Dienstagabend bestätigten diese Bedenken.

Ihr Autor

BT-Redakteur Christian Rapp

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Erstellt:
6. April 2021, 23:28 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 31sec

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