Nächster Corona-Fall beim KSC

Karlsruhe (ket) – Nach Philip Heise ist auch Alexander Groiß beim Karlsruher SC positiv auf Corona getestet worden, die Zweitliga-Partie gegen Osnabrück am Samstag soll aber dennoch stattfinden.

Alexander Groiß (Mitte) ist der zweite aktuelle Corona-Fall beim KSC. Foto: Helge Prang

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Alexander Groiß (Mitte) ist der zweite aktuelle Corona-Fall beim KSC. Foto: Helge Prang

Freitag um die Mittagszeit war dann wenigstens wieder ein Hauch von Normalität zurückgekehrt bei den Zweitligafußballern des Karlsruher SC, was in diesem Fall heißt: Nach dem vor Trainingseinheiten mittlerweile obligatorischen Corona-Schnelltest konnte der Ball endlich wieder rollen und das Abschlusstraining vor dem Heimspiel gegen den VfL Osnabrück weitestgehend normal über die Bühne gehen. Auch die Partie am Samstag gegen den Tabellen-16., so jedenfalls wurde es von Vereinsseite kolportiert, stand nicht mehr auf der Kippe.

Ganz selbstverständlich war das noch am Vortag nicht. Zwar hatte KSC-Trainer Christian Eichner am Donnerstagnachmittag kundgetan, „frohen Mutes“ zu sein, besagte Übungsstunde wie geplant abhalten und auch den Spielbetrieb aufrechterhalten zu können. Letzte Gewissheit hatte er freilich nicht. Zumal sich am Abend die Lage an der KSC-Corona-Front nochmals verschärfen sollte. Nachdem sich Verteidiger Philip Heise bereits zu Wochenbeginn nach einigem Hin und Her als positiver Corona-Fall entpuppt hatte (wir berichteten), kam nun ein zweiter positiv getesteter Spieler hinzu. „Erneut ohne Symptome konnte die Infektion diesmal mit dem Antigenschnelltest entdeckt werden und wurde am späten Donnerstagabend per PCR-Test bestätigt“, teilte der KSC am Freitag um die Mittagszeit mit. Ein paar Stunden später wurde öffentlich, dass es sich bei besagtem Spieler angeblich um Alexander Groiß handelt.

Infektionen von außen

In enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt, nach Kontakt- und Umfeldbesprechung, hätten sich laut Pressemitteilung beide Fälle als Infektionen von „außen“ erwiesen. Nicht zuletzt deshalb könne unter weiterer Wahrung der Verhaltensmaßregeln und Fortführung der Schnelltests, die seit vergangenem Montag täglich durchgeführt werden, der Trainings- und Spielbetrieb fortgesetzt werden. Heißt konkret: Die beiden Spieler – also Heise und Groiß – befinden sich in Quarantäne. Der Rest der Mannschaft bereitete sich am Freitag auf die Partie am Samstag (13 Uhr) gegen Osnabrück vor, deren Absage zumindest Stand gestern nicht zur Diskussion stand.

Das könnte auch damit zu tun haben, dass die KSC-Verantwortlichen frühzeitig die „Füße still“ gehalten hatten, wie Eichner das nannte. Sowohl das Training am Dienstag als auch jenes am Donnerstag war vorsichtshalber gestrichen worden, zudem befand sich zumindest Heise seit Montag in Quarantäne. „Wir haben alles dafür getan, damit das Spiel nicht gefährdet ist“, sagte der KSC-Coach am Donnerstag. Der zweite Positivfall konnte freilich dennoch nicht verhindert werden.

Heute gespielt wird, auch wenn nicht jeder das nachvollziehen kann, dennoch. Wie die Mannschaft auf die Corona-Einschläge in ihren Reihen und die dadurch gestörte Spielvorbereitung reagieren wird, wusste auch Eichner im Vorfeld nicht mit Bestimmtheit zu sagen. „Das wird man wohl erst am Samstag schlüssig beantwortet können“, stellte er fest. Nicht zuletzt das Ergebnis wird die Art der Antwort beeinflussen.

Dass es „keine normale Woche, wie man eine Mannschaft auf ein Spiel vorbereitet“, war, steht außer Frage. Dennoch hält Eichner sein Team in der Lage, die Partie „erfolgreich bestreiten“ zu können. Schließlich habe es schon Mannschaften gegeben, die ganz ohne Training Europameister geworden sind, erinnerte der KSC-Coach an die Dänen von 1992.

Abnutzungskampf gegen Osnabrück

Fakt ist: So wenig über den Gegner wurde – zumindest außerhalb des Mannschaftskreises – vor einem Spiel noch nie gesprochen seit Eichner KSC-Coach ist. Der Rest leitet sich ab aus Erfahrungswerten: Als Tabellen-16. wird Osnabrück kaum versuchen, ein Offensivfeuerwerk im Wildpark abzubrennen. Eher sollte sich der KSC auf ein Abwehrbollwerk einstellen, das es zu knacken gilt – also auf den nächsten Abnutzungskampf. Auf diesen positiv auswirken könnte sich, dass Corona auch das Thema Heimschwäche in den Hintergrund gedrängt hat. Endlich wurde mal weniger über die vier Heimspiele in Serie ohne Tor und Sieg geschrieben und geredet – vielleicht löst das ja die Blockade.

Dabei nicht mithelfen können wird Stürmer Babacar Guèye, der an einer Verletzung des linken Sprunggelenks laboriert. Wegen eines Ermüdungsbruchs nicht einsatzfähig ist auch Dirk Carlson, neben dem coronainfizierten Heise der zweite etatmäßige Linksverteidiger im Kader. Kevin Wimmer könnte das seinen vierten Einsatz im KSC-Trikot bescheren. Corona-Fall Nummer zwei hat zumindest auf die Startaufstellung keinen Einfluss. Alexander Groiß saß die zurückliegenden sechs Spiele lediglich auf der Bank.

Ihr Autor

BT-Redakteur Frank Ketterer

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Erstellt:
3. April 2021, 06:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 06sec

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