Narren zwischen Vorsicht und Optimismus

Rastatt (yd/mak) – Nachdem die letzte Kampagne der Pandemie zum Opfer fiel, macht sich bei Fastnachtsvereinen Hoffnung auf eine „relativ normale“ Saison 2021/22 breit – unter Pandemiebedingungen.

Ein Foto der GroKaGe-Prunksitzung im Februar 2020. Danach war Schluss mit lustig. Wie genau es in der bevorstehenden Kampagne aussehen wird, ist noch unklar. Foto: Archiv/Philipp

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Ein Foto der GroKaGe-Prunksitzung im Februar 2020. Danach war Schluss mit lustig. Wie genau es in der bevorstehenden Kampagne aussehen wird, ist noch unklar. Foto: Archiv/Philipp

„Wir versuchen im Augenblick, zuversichtlich zu sein“, sagt beispielsweise Roland Stadtfeld, Vorsitzender der GroKaGe Rastatt. Für den 12. November sei die Proklamation des neuen Prinzenpaars geplant, gefolgt von Ordensmatinee und Prunksitzung in der Badner Halle im kommenden Jahr. „Wie genau das Ganze aussehen wird, wissen wir noch nicht, da müssen wir die jeweiligen Bestimmungen abwarten“, sagt Stadtfeld im BT-Gespräch.

Es sei durchaus vorstellbar, dass man die Veranstaltungen mit weniger Gästen oder einem verkürzten Programm über die Bühne gehen lasse. Fest stehe, dass die Tanzgruppen und Büttenredner sich bereits jetzt vorbereiten: „Die Planungen für das Programm laufen.“ Immerhin hätten die Akteure auf der Bühne schon 2021 kein Podium gehabt – um sie zu motivieren, sei es wichtig, eine Perspektive zu bieten.

Der Meinung ist auch Dieter Pfirrmann, Vorsitzender des TV Au am Rhein, der ebenfalls jedes Jahr mehrere Prunksitzungen auf die Beine stellt. „Wir sind momentan sehr zuversichtlich, was die Fastnachtseröffnung im November und die Prunksitzungen Anfang kommenden Jahres betrifft“, sagt er.

Auch in Au bereiten sich zahlreiche Tanzgruppen auf die neue Kampagne vor, die neue Prinzessin steht bereits in den Startlöchern. Die Proklamation Anfang November sei im Prinzip ein Testlauf für die Prunksitzungen im Februar, so Pfirrmann. Noch sei man dabei, das Hygienekonzept auf die Beine zu stellen, in enger Abstimmung mit der Gemeinde. „Wir sind noch nicht sicher, ob wir eine 3-G-Regelung treffen oder ob wir sogar auf 2G gehen. Falls wir auch getestete Gäste zulassen, werden wir aber auf jeden Fall auf einem PCR-Test bestehen“, so der Vorsitzende. Geplant sei auch, einen Barbetrieb anzubieten, man habe sich am Konzept der Dehoga für Bars und Discos orientiert.

Mit Zuversicht in neue Kampagne

„Unser großes Glück ist, dass die Rheinauhalle relativ neu ist und eine leistungsstarke Klimaanlage hat. Damit sollte das Thema Belüftung kein Problem sein“, meint Pfirrmann. Die Bar werde vom Foyer ins Innere der Halle verlegt. Das letzte Wort habe aber natürlich das Gesundheitsamt. Was die Gästezahlen betrifft, so hoffe man, 300 Besucher unterbringen zu können: „Das sind weniger als sonst, aber immerhin etwas.“

Für die zahlreichen Tanzgruppen des TV Au sei es enorm wichtig, dass man mit Zuversicht in die neue Kampagne starte. Sie trainieren bereits seit dem Sommer dafür, „und die Freude ist groß, dass es bald hoffentlich richtig losgeht.“ Man sie sich des Risikos bewusst, das derartige Veranstaltungen bergen. „Aber irgendwann müssen wir ja wieder starten. Wir hoffen sehr, dass sich alle Gäste und Akteure an die Spielregeln halten.“

Auch der Ötigheimer Carneval Club bereitet sich auf die neue Kampagne vor. Im Februar sind fünf Prunksitzungen geplant, zudem das Narrenbaumstellen am Schmutzigen Donnerstag und Kinderfasching am 1. März. Der Iffezheimer Carneval Club ist ebenfalls am Start. Die Narren in der Renngemeinde planen im Januar drei Prunk- und Fremdensitzungen. Der traditionelle Umzug durch die Hauptstraße ist auf den 27. Februar terminiert. Das Chaisebuckelfest soll am 1. März steigen. Der Hügelsheimer Carneval-Club wird vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie indes keine Veranstaltungen anbieten, wie jüngst bei der Jahreshauptversammlung mitgeteilt wurde.


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