Naturerlebnisse für Kinder

Rastatt (sawe) – Die NABU-Ortsgruppe Rastatt will Kinder an Natur und Landschaft heranführen und baut eine Naturschutzjugend-Gruppe unter pädagogischer Leitung auf, die sich bei Förch trifft.

In den Startlöchern: Philipp Merx und Anna Schneider betreuen die künftige Naturschutzjugend-Gruppe auf dem NABU-Gelände „Jakob“ bei Förch. Foto: Sabine Wenzke

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In den Startlöchern: Philipp Merx und Anna Schneider betreuen die künftige Naturschutzjugend-Gruppe auf dem NABU-Gelände „Jakob“ bei Förch. Foto: Sabine Wenzke

Das „begehbare Anschauungsprojekt“ zwischen Förch und Förcher Kreisel ist für den unbedarften Spaziergänger bisher als solches nicht wirklich auszumachen. Dort hat die NABU-Ortsgruppe Rastatt im vergangenen Jahr zwischen zwei Maisfeldern auf einem lang gezogenen Geländestreifen heimische Gehölze gepflanzt sowie Sand und Sandstein aufgetürmt, um natürliche Lebensräume für Insekten, Reptilien und Vögel zu schaffen. Vor allem Kinder sollen dort künftig die Natur kennenlernen. Die Naturschützer sind daher schon mit dem nächsten Projekt befasst: Sie bauen eine Naturschutzjugend-Gruppe (NAJU) auf, die es in dieser Form bei der Ortsgruppe Rastatt bisher noch nicht gibt.
„Wir haben das Grundstück und jetzt auch das Personal“, freut sich der viel beschäftigte Vorsitzende Karl-Ludwig Matt über die Verstärkung vom Fach. Mit dem 30-jährigen Philipp Merx aus Ötigheim konnte Anfang Februar ein Landschaftsökologe, der seine Masterarbeit über Insekten an der Universität Hohenheim verfasst hat, gewonnen werden, und mit der 43-jährigen Anna Schneider aus Gaggenau eine Grund- und Hauptschullehrerin mit Ausbildung in Naturpädagogik. Sie war bereits in zwei Waldkindergärten tätig und betreut derzeit die Wald-AG in der Grundschule Selbach. „Das macht Riesenspaß“, sagt sie. Zu ihrem neuen ehrenamtlichen Engagement kam sie vor wenigen Wochen, als der Info-Wanderstand des NABU beim Edeka-Markt in Oberndorf Station machte. Da las die Mutter zweier Kinder, dass eine Leiterin für die Jugendgruppe gesucht wird und meldete sich. Nach dem ersten Treffen war klar: „Das passt“.

Tummelplatz und Treffpunkt

Philipp Merx wird die künftige pädagogische Leiterin vor allem im organisatorischen Bereich unterstützen und auch Kräuterwanderungen anbieten. Er ist seit Februar dabei, hat Matt in dieser Zeit schon bei manchen Projekten assistiert und so nach der Zeit an der Universität wertvolle Praxiserfahrungen sammeln können. Derzeit ist er dabei, die noch fehlenden Informationstafeln für das „begehbare Anschauungsprojekt“ zu erstellen.

Nur wenige Meter davon entfernt befindet sich das 5.500 Quadratmeter große NABU-Gelände „Jakob“, das nach dem früheren Besitzer benannt wurde. Auf dem naturbelassenen Areal, auf dem es viel zu entdecken gibt, stehen etwa 50 alte Apfel- und weitere Obstbäume, es ist teilweise mit Efeu und Misteln bewachsen und mit seinen diversen Sträuchern ein ideales Rückzugsgebiet für Feldhase, Igel und Co., schwärmt Matt. Es ist aber auch ein idealer Ort, um Kinder an Natur und Landschaft heranzuführen. „Jakob“ soll der künftige Tummelplatz und Treffpunkt für die NAJUs werden.

Bauwagen als Unterschlupf vorgesehen

Als Unterschlupf für die Kinder soll bei schlechtem Wetter ein alter Bauwagen dienen, sofern dieser von den Baurechtsbehörden in dem Landschaftsschutzgebiet genehmigt wird, verdeutlicht Matt. Den Bauwagen sollen dann die Kinder nach ihren Vorstellungen selbst gestalten.

Philipp Merx und Anna Schneider wollen in den nächsten Wochen ein Konzept für die NAJUs erarbeiten, wobei es bereits viele Ideen für erlebnisreiche Programmangebote gibt. Fest steht schon jetzt: „Wir starten mit der Natur, die erwacht“, sagt Anna Schneider. Das heißt: Gleich im April wird eine Exkursion zu Laichplätzen im Schlosspark Favorite stattfinden. Nistkästen bauen, Pflanzen und Kräuter bestimmen, ein Laichgewässer schaffen und später auch bei der Anlegung einer Streuobstwiese helfen, sind dabei nur einige Vorstellungen, um die Kinder an Natur und Landschaft heranzuführen und ihr Umweltbewusstsein durch vielfältige Erlebnisse zu schärfen. Und natürlich soll auch mal gegrillt werden.

Keine Altersbegrenzung

„Manche Kinder heutzutage kennen zwar die Pokemons, die es alle gibt, aber keine Vogelstimme mehr. Da will ich ansetzen. Das ist eine Herzensangelegenheit von mir“, begründet Philipp Merx sein Engagement beim NABU, um Kinder für Umwelt und Natur zu sensibilisieren. „Nur das, was man kennt, liebt man. Und das, was man liebt, schützt man, das fängt bei den Kindern an“, ergänzt Anna Schneider, die aus dem Allgäu stammt und mit der Natur sehr verbunden ist.

Die Treffen sollen zunächst einmal im Monat stattfinden, wenn es wärmer wird, aber auch öfter. Da will man flexibel reagieren. Eine Altersbegrenzung ist bisher nicht vorgesehen. Bisher gibt es drei Kinder beim NABU.

Interessierte können sich beim Vorsitzenden Karl-Ludwig Matt, Telefon 0176) 7845 6428, melden. Weitere Informationen gibt es auch auf der NABU-Homepage: www.nabu-rastatt.de


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