„Naturpark-Weiler“ auf dem Kaltenbronn?

Murgtal/Gernsbach (tom) – Eine Moorstation für Schüler soll erstes sichtbares Ergebnis sein: Das Projektteam Masterplan Kaltenbronn hat eine Zwischenbilanz seiner Arbeit vorgestellt.

Der Kaltenbronn mit seinem Hochmoor und der weitgehend unberührten Landschaft ist sensibles Ökosystem und beliebtes Ausflugsziel. Foto: Im Tal der Murg

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Der Kaltenbronn mit seinem Hochmoor und der weitgehend unberührten Landschaft ist sensibles Ökosystem und beliebtes Ausflugsziel. Foto: Im Tal der Murg

Der Kaltenbronn gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen der Region. Rund 400.000 Besucher wollen jedes Jahr die einzigartige Hochmoor-Landschaft zwischen Murgtal und Enztal entdecken und unberührte Natur genießen, berichtet der Naturpark Schwarzwald Mitte/ Nord. Wie soll die Zukunft dieses besonderen Naturerlebnisraums aussehen? Darum kümmert sich seit Mai 2020 ein Naturpark-Projektteam. Eine erste Zwischenbilanz zur Umsetzung des Masterplans wurde nun rund 40 Vertretern des Zweckverbands Kaltenbronn, der Landkreise, der Forstverwaltung, des Infozentrums Kaltenbronn und weiterer Institutionen vorgestellt.

Drei Bereiche sollen als „Säulen“ die Entwicklung des Höhengebiets prägen:

Das Umfeld des Infozentrums wird sich verändern. Wie genau, das ist noch nicht entschieden. Nach wie vor ist es möglich, dass es zu einem Neubau eines Naturparkhauses kommen wird – so wie es 2019 bei Vorstellung des Masterplan-Vorhabens geplant war. Mittlerweile wird aber auch über die Entwicklung eines „Naturpark-Weilers“ nachgedacht: also kleinere Einheiten, zum Beispiel Naturpark-Shop mit regionalen Produkten oder einen Infopunkt. Bei Vorstellung des Projekts Masterplan im September 2019 wurde auch eine Aussichtsplattform ins Moor ins Kalkül gezogen. Davon ist in dem nun vorliegenden Bericht nicht die Rede. Auch nicht von einer Vesperhütte; diese Idee wird immer wieder vorgetragen, war aber mit Verweis auf das empfindliche Ökosystem von den Behörden stets abgewiesen worden.

Der Naturerlebnisraum Kaltenbronn soll neu inszeniert werden. Als Erstes soll eine mobile oder stationäre Naturpark-Moorstation für Schulklassen im Gebiet des Hohlohturms entstehen. Ziel ist die Eröffnung zum Schuljahr 2021/22. Ob das ein Häuschen wird oder ein Bauwagen, das ist noch offen. Zu 100 Prozent wird dieses Projekt über den Naturpark finanziert. Die Moorstation soll die Themen Klimawandel und Klimaschutz in den Fokus rücken und gleichzeitig Maßstäbe für zukünftige Projekte und Maßnahmen setzen: Alle Vorhaben auf dem Kaltenbronn sollen naturverträglich, nachhaltig und klimaneutral sein.

Entwicklung einer „Marke Kaltenbronn“: Angebote, zum Beispiel Wintersport, könnten beispielsweise mit einem gemeinsamen Logo beworben und besser kommuniziert werden, so die Idee. Denkbar ist auch ein Geschichts- und Geschichten- sowie ein Bilderarchiv Kaltenbronn.

Im Mai 2022 sollen Ergebnisse vorliegen

Die Umsetzung des Masterplans Kaltenbronn wird derzeit mit 450.000 Euro aus Landesmitteln finanziert, verteilt auf die Jahre 2020 und 2021. Als ein Knackpunkt gilt die langfristige Finanzierung des Gesamtvorhabens. Auf eine Größenordnung wollte man sich seitens des Naturparks gestern nicht festlegen. „Erst wenn klar ist, was umgesetzt werden soll, kann es eine Kostenschätzung geben.“ Im September 2019 waren für den Neubau des Naturpak-Hauses Kosten von acht bis zehn Millionen Euro genannt worden.

Es soll nicht nur landesweit, sondern bundesweit nach Fördermöglichkeiten gesucht werden, beispielsweise eine Finanzierung über Stiftungen. Die Weiterentwicklung des Kaltenbronn solle auch Thema der künftigen Landesregierung werden. Die bei der Online-Sitzung zugeschalteten Landtagsabgeordneten Thomas Hentschel, Hans-Peter Behrens (Grüne) und Jonas Weber (SPD) sagten ihre weitere Unterstützung zu, so der Naturpark.

Klaus Mack, Naturpark-Vorsitzender und Bürgermeister der Stadt Bad Wildbad, lobte die Vorarbeit der vergangenen Monate: „Das Projektteam hat auf Basis des Masterplans zahlreiche Gespräche mit rund 150 Beteiligten geführt und das Projekt in den kommunalen Gremien vorgestellt. Dabei sind viele wertvolle Impulse und Gedanken gesammelt worden, die nun in die weitere Entwicklung einfließen.“ Mack verwies auf die „Strahlkraft und die herausragenden Qualitäten des Naturerlebnisraums“ für die beteiligten Portalgemeinden, den mittleren und nördlichen Schwarzwald und das Land Baden-Württemberg.

„Für die weitere Entwicklung ist der Ausbau der Infrastruktur und die Errichtung eines Naturpark-Hauses oder Naturpark-Weilers entscheidend. Denn nur so können Angebote auf dem Kaltenbronn gebündelt und weitere Maßnahmen koordiniert werden. Es ist an der Zeit, einen größeren Schritt zu gehen“, wird Naturpark-Geschäftsführer Karl-Heinz Dunker zitiert.

Für den Winter 2021 ist ein zweites Forum Kaltenbronn geplant – im Mai 2022 sollen die finalen Ergebnisse des Projekts Naturerlebnisraum Kaltenbronn abschließend vorgestellt werden.

Zur Homepage des Infozentrums Kaltenbronn geht es hier.

Ihr Autor

BT-Redakteur Thomas Senger

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Erstellt:
10. März 2021, 06:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 57sec

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