Nepomuk-Statue im Zwischenlager

Gernsbach (BT) – Massive Schäden am Mauerwerk erfordern die Sanierung der Stützmauer an der Ochsenbrücke zwischen Hilpertsau und Obertsrot. Die Statue des Heiligen Nepomuk wurde abtransportiert.

Massive Schäden am Mauerwerk: Die Stützmauer in Höhe der Ochsenbrücke wird saniert. Foto: Tiefbauamt/Ralf Wolf

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Massive Schäden am Mauerwerk: Die Stützmauer in Höhe der Ochsenbrücke wird saniert. Foto: Tiefbauamt/Ralf Wolf

Massive Schäden am Mauerwerk haben Mitarbeiter des Bauhofs bei Grünpflegearbeiten entlang der Obertsroter Straße am Bogensegment der Stützmauer in Höhe der Ochsenbrücke entdeckt. Die werden jetzt behoben.
Das Tiefbauamt und die Straßenmeisterei seien umgehend vom Bauhof informiert worden. Im Rahmen einer Begehung stuften die Fachleute die Mauer und das Gewölbe um die Statue des Heiligen Nepomuks in Teilbereichen als stark einsturzgefährdet ein, berichtet die städtische Pressestelle.

Das Tiefbauamt geht davon aus, dass sich der Schaden durch einen Anprall mit einem größeren Fahrzeug ereignet haben muss. Steinmetz Peter Jüngert brachte die Statue des Heiligen Nepomuk, der als Schutzpatron der Brücken, der Reisenden und gegen Wassergefahren gilt, aus der Gefahrenstelle und transportierte sie für die Dauer der Baumaßnahmen in ein Zwischenlager des Bauhofs. Die Kosten der „Rettungsaktion“ trägt die Firma Mayr-Melnhof.

Der Gefahrenbereich ist aktuell großflächig abgesperrt, um den Verkehr vor Steinschlag zu schützen. Die Befahrung der Ochsenbrücke ist lediglich als Einbahnstraße von Hilpertsau kommend möglich, für den Straßenverkehr aus Richtung Obertsrot ist die Obertsroter Straße ab der Ebersteinhalle gesperrt. Fußgänger können jedoch in beide Richtungen passieren.

Nepomukstatue aus dem Jahr 1706

Um das Bauwerk vor weiterem Schaden zu schützen, wird gegenwärtig im ersten Schritt temporär eine Spritzbetonschicht aufgebracht, und die entstandenen Fugen werden verfüllt.

Wann genau die Mauer wieder instand gesetzt sein wird, ist aktuell noch nicht absehbar. Danach kehrt der Heilige Nepomuk wieder zurück an seinen angestammten Platz, um von dort über das Murgtal zu wachen, wie die Stadt weiter informiert.

Das Stadtarchiv teilt zudem mit, dass die Nepomukstatue aus dem Jahr 1706 stamme und damit die älteste im Murgtal sei: „Die Aufstellung erfolgte noch vor der Seligsprechung 1721 und der Heiligsprechung 1729 und geht zurück auf Markgräfin Augusta Sibylla, von der bekannt ist, dass sie aufgrund ihrer Herkunft aus Böhmen den dort als Landespatron geltenden Nepomuk sehr verehrt hat.“

Stadtarchivar Wolfgang Froese führt hierzu weiter aus: „Hilpertsau gehörte 1706 zur Pfarrei Gernsbach und besaß damals noch nicht einmal eine eigene Kapelle. Wie genau es zur Aufstellung der Statue kam und wer insbesondere für deren Unterhaltung zuständig war, ist aktuell nicht bekannt. Die Versetzung der Statue auf die andere Murgseite im Zuge der Errichtung des Kriegerdenkmals 1934 ist ebenfalls aktenmäßig im Stadtarchiv nicht dokumentiert.“

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Erstellt:
16. März 2022, 16:39 Uhr
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