Netze und Folien halten Schädling in Schach

Rastatt (mak) – Die Walnussfruchtfliege, ein aus Nordamerika eingeschleppter Schädling, sorgt für eine Schwarzfärbung der Fruchtschale. Uwe Kimberger von der Beratungsstelle für Obst- und Gartenbau erläutert auf BT-Anfrage, wie man den Schaden gering halten kann.

Die Aufnahme zeigt eine durch Fliegenbefall schwarz gefärbte Fruchtschale und eine offene Nuss mit der Larve einer Walnussfruchtfliege. Foto: Landratsamt

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Die Aufnahme zeigt eine durch Fliegenbefall schwarz gefärbte Fruchtschale und eine offene Nuss mit der Larve einer Walnussfruchtfliege. Foto: Landratsamt

Rund 10 000 Walnussbäume gibt es im Landkreis Rastatt, doch seit einigen Jahren werden die Baumbesitzer im Herbst zunehmend mit einer schwarz gefärbten Fruchtschale konfrontiert: Die Walnussfruchtfliege breitet sich aus. Daneben führen aber auch Pilze und Bakterien zu einer Schwarzfärbung. Die aus Nordamerika eingeschleppte Walnussfruchtfliege wurde 2004 im Raum Freiburg festgestellt, 2007 wurde bei Elchesheim-Illingen ein erster Befall dokumentiert. Uwe Kimberger von der Beratungsstelle für Obst- und Gartenbau erläutert auf BT-Anfrage, wie man den Schaden gering halten kann.
Mit einem Anteil von etwa vier Prozent am Streuobstbau fallen die Walnussbäume im Kreis Rastatt nicht besonders ins Gewicht. Die größte Dichte ist auf Gemarkung Rastatt und der direkten Umgebung, was dem ehemaligen Forstamtsleiter Diebold zu verdanken sei, der einst viele Walnussbäume pflanzen ließ, berichtet Kimberger.

Im Jahr 2017 hatten aufgrund der Blütenfröste nur einzelne Bäume einen Befall mit Walnussfruchtfliegen, was sich positiv auf das Folgejahr auswirkte. 2019 war der Fliegenbefall dann wieder stärker, für dieses Jahr gibt es noch keine Prognose. „Es muss immer berücksichtigt werden, dass schwarze Nüsse nicht gleichbedeutend mit einem Befall von Walnussfruchtfliegen sind. Es kann auch ein massiver Pilz- oder Bakterienbefall sein. In den meisten Jahren treten alle drei Möglichkeiten zugleich auf“, betont Kimberger. Ein Pilzbefall tritt mehr bei feuchter Witterung auf und ein Bakterienbefall bei wechselnder bis trockener Witterung.

Walnuss entwickelt sich nicht richtig

Die faulende Fruchtschale führt dazu, dass sich die Walnuss nicht richtig entwickelt, zudem wird ihre Lagerfähigkeit eingeschränkt. Angetrocknete Fruchtschalen lassen sich überdies nur schwer oder kaum entfernen.

Nach derzeitigem Wissensstand werden die Bäume durch den Fliegenbefall nur unwesentlich geschädigt. Der Baum wird jedoch gestresst und sendet Duftstoffe aus, um die benachbarten Bäume zu warnen.

Es besteht die Möglichkeit, die Walnussfruchtfliege mit Insektiziden zu bekämpfen, doch diese sind nur für den Erwerbsobstbau zugelassen, wie der Obstbauexperte erläutert. Im Kreis Rastatt werden die Walnussbäume hingegen ausschließlich von Hobby-Obstbauern bewirtschaftet.

Für sie bieten sich zwei Methoden an, um die Ausbreitung des Schädlings zu reduzieren. Dessen Larven entwickeln sich im Boden unter den Bäumen, ab Ende Juni schlüpfen dann die Fliegen. Um den Schlupf aus dem Boden zu verhindern, sind Gemüsefliegenschutznetze geeignet, die fest im Boden verankert werden. Ab etwa Ende August gehen die Larven in den Boden, um sich zu verpuppen. Um dies zu verhindern, können Hühner eingesetzt werden oder stabile Folien (die Farbe spielt keine Rolle). Herabgefallene Früchte sollten schnellstmöglich von der Folie entfernt werden.

Befallene Walnüsse lassen sich, falls der Inhalt gesund ist, normal verwerten, erläutert Kimberger: „Wichtig dabei ist, dass die verfärbte Schale entfernt wird, am besten mit Bürsten.“ Handschuhe vermeiden ein Verfärben der Hände. Die Früchte müssen zügig getrocknet werden und die Kerne baldmöglichst entnommen werden. Es habe sich bewährt, diese in Beuteln in der Tiefkühltruhe zu lagern.

Walnüsse werden in erster Linie direkt verzehrt oder beim Backen verwendet. Seltener werden sie als grüne Frucht eingelegt, als Likör oder zu Öl verarbeitet, so Kimberger. Weiterhin wird das Stammholz für Möbel und Furniere genutzt oder als Brennholz. Außerdem wird das Holz von Walnussbäumen noch für die Herstellung von Gewehrschäften verwendet.

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Erstellt:
19. Juni 2020, 10:55 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 37sec

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