Neubaugebiet in Hilpertsau startklar

Gernsbach (stj) – Planmäßig erfolgte die Schlussabnahme der Erschließungsarbeiten im Neubaugebiet Eben II in Hilpertsau und damit die Freigabe zur Grundstücksbebauung. Das meldet die Stadt.

Die Grundstücke im Neubaugebiet Eben II sind zur Bebauung bereit. Foto: Diana Schmidhuber (Stadt Gernsbach)

© BT

Die Grundstücke im Neubaugebiet Eben II sind zur Bebauung bereit. Foto: Diana Schmidhuber (Stadt Gernsbach)

Ende Oktober 2020 hatte die Firma Grötz mit den Bauarbeiten begonnen. Entstanden sind 21 Bauplätze, von denen neun im Privateigentum verblieben sind. Die Veräußerung erfolgt nun auf Grundlage der vom Gemeinderat festgelegten Vergaberichtlinien und Bauplatzpreise. Die Bauarbeiten starteten mit dem Abtrag des Mutterbodens auf der Straßentrasse und der Verlegung der Schmutz- und Regenwasserkanalisation. 22 Schächte wurden im Baugebiet versetzt, informiert die Stadt. Im weiteren Arbeitsverlauf wurden Wasser- und Gasleitungen verlegt. Diese Arbeiten konnten wegen einer Schlechtwetterphase erst Ende Februar fortgesetzt werden.

Von April bis Ende Juni erfolgte der Straßenausbau, Bordsteine und Sinkkästen wurden versetzt, die Straße asphaltiert. Zum Abschluss wurde Mutterboden im Bereich der Bankette angedeckt und überschüssiges Aushubmaterial abgefahren. Trotz der Winterpause übergab die mit der Entwicklung des Baugebiets beauftragte Erschließungsträgerin KBB GmbH die baubereiten Grundstücke zum vereinbarten Zeitpunkt an die privaten Eigentümer und an die Stadt.

Rund 1,2 Millionen Euro für 1,2 Hektar großes Baugebiet

„Die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Firmen und den Fachabteilungen in unserem Hause lief reibungslos. Wir freuen uns sehr, attraktives Bauland im Ortsteil Hilpertsau zur Verfügung stellen zu können“, wird Bürgermeister Julian Christ in der städtischen Mitteilung zitiert. Die Erschließung des Baugebiets sei als private Maßnahme durchgeführt und von den Grundstückseigentümern zu 100 Prozent finanziert worden. Die Gesamtkosten der Gebietserschließung mit der Tief- und Straßenbauplanung, Bebauungsplan, Vermessung und amtlichen Umlegung sowie den Baukosten beliefen sich Angaben der Stadt zufolge in dem 1,2 Hektar großen Baugebiet auf rund 1,2 Millionen Euro.

Unterdessen sind im Gemeinderat weitere Beschlüsse zu Bebauungsplänen im Ortsteil Hilpertsau gefasst worden. Zunächst wurde die dritte Änderung des Bebauungsplans Hauersäcker-Zinsäcker-Erweiterung als Satzung beschlossen. Bei dieser Abrundung handelt es sich um drei Grundstücke, die einen Bauplatz ergeben. „Der Aufwand des Verfahrens steht in keinem Verhältnis zu dem, was letztlich dabei rauskommt“, monierte Ortsvorsteher Walter Schmeiser. Der Stadtrat der Freien Bürger fragte nach, ob es diesbezüglich keine andere Möglichkeit gebe. Dies ließen die Verfahrensvorschriften im Baurecht nicht zu, meinte Bürgermeister Julian Christ. Die Abstimmung erfolgte letztlich bei einer Gegenstimme und drei Enthaltungen mit großer Mehrheit für den Satzungsbeschluss.

Fortschritte bei weiteren Plänen für Hilpertsau

Schwerer als bei der Hauersäcker-Zinsäcker-Erweiterung tat sich der Ortschaftsrat Obertsrot bei der Aufstellung des Bebauungsplans Bahnhofstraße, auch weil man seitens der Stadt nicht mit den Antragstellern ins Gespräch gegangen sei, wie Schmeiser erläuterte. Letztlich müsse man diesen Baulückenschluss aber begrüßen: Schließlich „reden wir immer von Innenverdichtung“, sagte der Ortsvorsteher und bat darum, dass sich das geplante Doppelhaus in einem verträglichen Rahmen in das Ortsbild einfügt.

Albert Betting vom städtischen Bauamt wies Aussagen aus der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats zurück, wonach sich die Abstandsflächen des Doppelhauses nicht im rechtlich zulässigen Rahmen bewegten. Dies sei nicht der Fall, alle Vorgaben würden eingehalten, so Betting. Unterstützung für das Vorhaben signalisierten die Grünen und die SPD. Für Erstere verwies Stefan Krieg darauf, dass ein Einfamilienhaus an dieser Stelle sogar ortsuntypisch für Hilpertsau wäre. „Wir begrüßen diese Nachverdichtung“, so Krieg. Genauso argumentierte Nico Fatebene. Der junge Sozialdemokrat nannte die Schaffung von Wohnraum „eins der drängendsten Probleme unserer Zeit“. Mit dem Bebauungsplan schaffe man Rechtssicherheit in der Bahnhofstraße und ermögliche „eine wirklich wichtige Entwicklung des Ortsteils“. Allerdings vermisse Fatebene eine „erkennbar rote Linie“ im Gemeinderat, wenn es um Baulandentwicklung gehe. Während mehrgeschossiger Wohnungsbau meist kritisiert werde, winke man Einfamilienhäuser oft einfach durch: „Das spiegelt nicht den Bedarf und die Problemstellung wider“, findet der SPD-Stadtrat. Bei einer Enthaltung wurde der Entwurf des Bebauungsplans für die frühzeitige Beteiligung freigegeben.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.