Neue Anlaufstelle geschaffen

Von Brigitte Henkel-Waidhofer

Karlsruhe (bjhw) – Mit einer Anlaufstelle für Fragen im Zusammenhang mit sexueller Belästigung und Gewalt zieht Theresia Bauer Konsequenzen aus den Vorgängen am Badischen Staatstheater.

Neue Anlaufstelle geschaffen

Eine neue Anlaufstelle für Fragen im Zusammenhang mit sexualisierter Diskriminierung, sexueller Belästigung und Gewalt soll geschaffen werden. Foto: Uli Deck/dpa

Eine solche Anlaufstelle für Fragen von Korruption und Complianceverstößen bestehe bereits, so die Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) weiter. Und die habe sich bewährt. Grundsätzlich besteht nach Bauers Einschätzung „ein sehr großes und leidenschaftliches Interesse“ an einer guten Zukunft des Theaters. Zahlreiche Gespräche hätten gezeigt, dass viele Beteiligte „über die Bereitschaft und den Willen zu Veränderungen verfügen“.

Die Wissenschaftsministerin steht unter besonderer Beobachtung der Opposition, seit diese ihr vorwirft, in der Zulagen-Affäre an der Ludwigsburger Verwaltungshochschule zu spät aktiv geworden zu sein. Jetzt verlangte die FDP-Landtagsfraktion Angaben dazu, wann und wie sich ihr Haus diesmal eingeschaltet hat, um „die verfahrene Situation in Karlsruhe zu befrieden“. Erst am Wochenanfang wurde publik, dass das Theater die Justiz gleich in mehrfacher Hinsicht beschäftigt, unter anderem wegen Untreue und der Verbreitung pornografischer Schriften. Zudem hat am Mittwoch die Staatsanwaltschaft vor dem Amtsgericht Anklage gegen einen Mitarbeiter wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung erhoben.

Noch vor den aktuellen Ereignissen wollte die FDP-Fraktion in einer parlamentarischen Anfrage mehr wissen zum Umgang mit den „Sorgen und Nöten des Personals, das nicht nur unter dem Arbeitsklima zu leiden hat, sondern den substanziierten Vorwürfen nach in Teilen sogar sexuell belästigt wurde“. Bauer gibt an, Ende Juni durch Medienberichte von den Vorgängen erfahren zu haben. Mitte Juli seien vom Verwaltungsrat Lösungswege zur Bewältigung der krisenhaften Situation aufgezeigt worden, schreibt Bauer. Sie macht bekannt, dass die neue Stelle allen Hochschulen und Kultureinrichtungen im Land als Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen wird.