Neue Geräte, Netze und Stelle für Administrator

Rastatt (dm) – Rund 4,5 Millionen Euro fließen in den nächsten vier Jahren in die Digitalausstattung der Landkreis-Schulen. 75 Maßnahmen stehen im Programm.

Mehr als 2.700 mobile und rund 2.000 stationäre Endgeräte sowie 500 Beamer zählt der Landkreis bis Jahresende an seinen Schulen, Bedarf steigend. Foto: Marijan Murat/dpa

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Mehr als 2.700 mobile und rund 2.000 stationäre Endgeräte sowie 500 Beamer zählt der Landkreis bis Jahresende an seinen Schulen, Bedarf steigend. Foto: Marijan Murat/dpa

Wie wichtig die digitale Infrastruktur an Schulen ist und welche Lücken hier noch vorhanden sind, das hat nicht zuletzt die Corona-Pandemie in den vergangenen Monaten wie durch ein Brennglas vor Augen geführt. Im Rahmen des bundesweiten Digitalpakts und mit Hilfe weiterer Fördertöpfe will der Landkreis rund 150 IT-Maßnahmen in seinen 15 kreiseigenen Schulen umsetzen, insgesamt allein mehr als 1.500 mobile Endgeräte zusätzlich erwerben – und die neue Stelle eines IT-Administrators eigens dafür schaffen.
Aktueller Sachstand: Bisher wurden Förderanträge für 75 Maßnahmen gestellt, 70 davon bewilligt, 29 werden aktuell umgesetzt. „Vorzugsweise“, so erläutert die Verwaltung, wird in eine strukturierte Verkabelung in den Schulgebäuden, Netzwerkinfrastruktur und Medienausstattung in den Klassenzimmern investiert. Und zwar bedarfsorientiert, wie betont wird. Die bisher umfangreichste Maßnahme: Die Erneuerung und Erweiterung der Netzinfrastruktur in der Josef-Durler-Schule (195.000 Euro), wie es im jüngsten Sachstandsbericht heißt. Insgesamt stehen dem Landkreis aus dem Digitalpakt 3,6 Millionen Euro bis ins Jahr 2024 zur Verfügung, mit dem Kreis-Eigenanteil von 20 Prozent summiert sich dies auf 4,5 Millionen. Am Ende des Prozesses sollen – beziehungsweise „müssen“, wie das Landratsamt betont – an jeder Schule die technischen und räumlichen Voraussetzungen gegeben sein, um „eine selbstbestimmende und verantwortungsvolle Nutzung der digitalen Medien zu ermöglichen sowie entsprechende Kompetenzen zu vermitteln“.

Verwaltung will Stelle ausschreiben

Rund 470 Tablets und Laptops hat der Landkreis im September bestellt, damit die Schulen die Lehrkräfte damit ausstatten. Inklusive Zubehör und „Dienstleistung zur Inbetriebnahme“ summierte sich allein dies auf knapp 547.000 Euro. Die Geräte sollen den Lehrern fürs Homeschooling und die Bewältigung von Quarantänen dienen, so heißt es, und den Unterrichtsbetrieb gewährleisten. „Noch im Herbst, spätestens bis Jahresende“, sollen sie zur Verfügung stehen. Auch Schüler sollen auf schuleigene mobile Endgeräte zugreifen können. Im Zuge eines Sofortausstattungsprogramms von Bund und Land hat der Landkreis daher bislang für rund 700.660 Euro weitere 1.066 Tablets, Notebooks und Co. samt Zubehör und Dienstleistung beschafft.

Mit den Zahlen steigt auch der IT-Betreuungsbedarf. Ende 2020 werden mehr als 2.700 mobile Endgeräte an Landkreisschulen zu verwalten sein – mehr als eine Verdoppelung innerhalb nur weniger Monate. Zudem werde auch der derzeitige Bestand von rund 2.000 „stationären Endgeräten“ (also PCs) sowie rund 500 Beamern weiter steigen. Wie aber Wartung und Betrieb all dieser Geräte und der Netzwerke gewährleisten und dabei auch noch die gewachsenen Anforderungen an die Verfügbarkeit der IT erfüllen? „War es früher noch hinnehmbar, wenn im PC-Raum nicht alle Rechner jederzeit zur Verfügung standen“, könne der Ausfall der zentralen Netzinfrastruktur den Betrieb einer heutigen Schule mit Tabletklassen und digitalen Inhalten „weitreichend empfindlich stören oder gar zum Stillstand bringen“, zeigt die Landkreisverwaltung auf, wie sich die Zeiten geändert haben. Eine Dynamik, die sich durch coronabedingten Fernunterricht zuletzt nochmals erheblich erhöht habe. Die Lösung sieht das Landratsamt in der Ausschreibung zunächst einer Stelle zur Betreuung und Administration der Schul-IT. Bund und Länder verhandeln über eine finanzielle Förderung solcher Administratoren. Konkrete Rahmenbedingungen werden in den nächsten Wochen erwartet.


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