Neue Kleinkunstreihe der Otterschwierer Leimewängscht

Ottersweier (mf) – Die Narrenzunft will den Künstlern in Corona-Zeiten eine Plattform bieten. Deshalb soll im April eine neue Kleinkunstreihe der Otterschwierer Leimewängscht starten.

Traumpaar der badisch-elsässischen Liedermacher-Szene: Jean-Paul Distel (links) und René Egles sollen im Mai in Ottersweier auftreten. Foto: Privat

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Traumpaar der badisch-elsässischen Liedermacher-Szene: Jean-Paul Distel (links) und René Egles sollen im Mai in Ottersweier auftreten. Foto: Privat

„Kultur kann ein Kraftgeber sein – gerade auch in schwierigen Zeiten.“ Linus Maier ist überzeugt, dass auch die neue Kleinkunst-Reihe der Otterschwierer Leimewängscht eine ordentliche Portion Kraft geben kann. „Ich bin sicher, dass die Künstler mit ihrer Spielfreude für Stimmung und gute Laune sorgen werden.“

Niemand weiß das besser als Linus Maier, denn seit über 25 Jahren managt er den kultigen Kleinkunstbetrieb in der heimeligen Stubb der Narrenzunft. In normalen Zeiten sind die Veranstaltungen innerhalb kürzester Zeit ausverkauft, die Nachfrage in der Regel riesig. Und wer einen der 70 Plätze in der urigen Kneipe ergattert, kann sich auf ausgelassene Stimmung, mitreißende Musik und feine Schmankerl aus der Küche freuen.

Gemeindezentrum als Veranstaltungsort

Die kuschelige Enge der Stube und das leckere Essen aus der Zunftstubb-Küche sind zunächst allerdings tabu. „Leider können wir vorerst nicht mit der Zunftstubb planen“, erklärt Linus Maier bei der Vorstellung des Programms für 2021. Die ersten drei Termine sollen im Gemeindezentrum stattfinden, wo es viel Platz pro Gast gibt. Natürlich ist das nicht gerade stimmungsförderlich, auch wegen der Ferne zur großen Bühne, auf der ein, zwei oder drei Musiker agieren werden. Das Kleinkunst-Team um Linus Maier ist dennoch sicher, dass es sehr erfolgreiche Veranstaltungen werden. Zum einen gab es im Spätjahr 2020 mit den „Kächeles“ einen gelungenen Probelauf im Gemeindezentrum, zum anderen glaubt das Team fest an die musikalisch starke Wirkung der engagierten Künstler.

Die im vergangenen Frühjahr schon einmal eingeplanten Musiker, deren Auftritte coronabedingt abgesagt werden mussten, sind jetzt wieder eingeplant. „Ehrensache“, sagt Maier, „wir wollen verlässliche Partner für die Künstler sein, die gerade in einer schwierigen Situation stecken“.

Den musikalischen Reigen startet, wenn alles nach Plan läuft, am 17. April Paddy Schmidt, Frontmann der erfolgreichen Folk Rock-Band „Paddy goes to Holyhead“. Der Name „Paddy“ geht auf irische Auswanderer zurück und ist zudem eine Whiskymarke. Genauso stellt ihn der Flyer der Narrenzunft vor: „Ein Mann mit dem Gespür für irische Musik und einer rauen Whisky-Stimme.“

René Egles und Jean-Paul Distel

Am 8. Mai kommt ein Traumpaar der badisch-elsässischen Liedermacher-Szene nach Ottersweier. Grandseigneur René Egles singt Lieder in der Muedersproch Elsässisch. An seiner Seite hat er Jean-Paul Distel, „einer vu de beschte Gitarrischte, wo’s überhaupt gitt“, wie ihn Egles gern vorstellt.

Einen Monat später, am 12. Juni, tritt ein elsässisches, in der Zunftstubb wohlbekanntes Trio an. Armand Geber wird zusammen mit Eric Gracient und Bernhard Ebster seine speziellen Versionen der 60er- und 70er-Hits präsentierten: einen Gewürztraminer-Blues nach Elvis-Art, oder den „Hosebockverein“, komponiert von den Beatles. Die gewitzten, elsässischen Geber-Texte zur mitreißenden Musik, das ist das Gute-Laune-Rezept der „Hoselodl“-Band.

Im September und dann vielleicht schon wieder in der Zunfstubb (Maier: „Wir haben das Gemeindezentrum aber auf jeden Fall gebucht“) erobert ein Lokalmatador die Bühne. Reinhold Brommer, der in Ottersweier wohnt, kann seine Gitarre schultern und zu Fuß zur Spielstätte gehen. Sein Duo-Partner hat einen weiteren Weg, er reist aus der Pfalz an: Sebastian Köhn, seines Zeichens Lehrer an der Musikschule in Bühl und virtuoser Musiker mit starker Bühnenpräsenz. Beide Gitarristen spielen in verschiedenen Bands, zusammen sind sie „Sunny Wings“.

„Two Steps to Heaven“ am 20. November

Niemand war öfter zu Gast in der Zunftstubb als Chris Simmance, der dieses Mal aus Südfrankreich anreist und zusammen mit seiner Frau Julia poetische Lieder präsentieren wird. Es wird das elfte Mal sein, dass Simmance die Gäste der Kleinkunstreihe verzaubert. Und dann ein weiterer Kult-Auftritt zum Schluss: Am 20. November werden „Two Steps to Heaven“ die Bude rocken. Beatles, Stones, CCR, Janis Joplin – das Repertoire der routinierten Künstler ist riesig und die unbändige Energie und Musikalität von Jochen Singler und Gerdi Rißler reichen für ein Programm weit über Mitternacht hinaus. Gute Laune und eben jene Kraft, die Kultur geben kann, sind garantiert.

Karten für alle Veranstaltungen gibt es bei Melanie Grbavac unter der Rufnummer (07223) 9797932. Nähere Infos auch im Internet.

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Erstellt:
25. Februar 2021, 11:00 Uhr
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