Neue Klinik: Alle(s) für den Medizinstandort Rastatt

Rastatt (ema) – Einstimmig beschloss der Gemeinderat, dass sich die Stadt mit den beiden Flächen „Südlicher Stadteingang“ und „Am Münchfeldsee“ für ein neues Zentralklinikum in Mittelbaden bewirbt.

Blick auf den beispielhaften Testentwurf für den Standort Münchfeldsee: Die künftige Münchfeld-Querspange ermöglicht eine günstige Erschließung. Foto: Astoc

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Blick auf den beispielhaften Testentwurf für den Standort Münchfeldsee: Die künftige Münchfeld-Querspange ermöglicht eine günstige Erschließung. Foto: Astoc

„Das ist ein gutes Signal in die Region, auf dem man aufbauen kann“, freute sich OB Hans Jürgen Pütsch über die Entscheidung des Gemeinderats.

Die Stadträte ließen sich am Donnerstagabend nochmals die wesentlichen Eckpunkte der Areale von einem Vertreter des beauftragten Büros Astoc skizzieren (das BT berichtete). Auf eine Debatte oder gar eine Wertung der beiden Standorte ließ sich das Gremium nicht ein. Bürgermeister Arne Pfirrmann – er leitete den Tagesordnungspunkt, weil der OB im Aufsichtsrat des Klinikums Mittelbaden sitzt – sprach von zwei guten Standorten, die alle Anforderungen erfüllen. Rastatt gehe als Mittelzentrum ins Rennen, das jetzt schon über ein Krankenhaus verfüge und mit Firmen wie Getinge und weiterer Infrastruktur schon ein gewachsener Medizinstandort sei, der nun mit einem Zentralklinikum auch auf 1.500 krisensichere Arbeitsplätze in Rastatt hoffe.

Querspange erleichtert Erschließung

In der Präsentation von Astoc-Planer Markus Lang stach als hervorstechende Wertung allenfalls beim Standort Münchfeldsee die geplante Querspange zwischen B3 und L75 (ehemals B36) hervor. Dadurch wäre eine direkte Zufahrt in ein Parkhaus möglich, ohne dass das Klinik-Quartier tangiert wäre. Damit zerstreute der Planer auch Sorgen im Münchfeld, dass eine Erschließung möglicherweise über das Wohngebiet für weitere Belastungen sorgen könnte. Dass 1.000 Quadratmeter an der Ruhrstraße in Privateigentum sind, wird nicht als mögliches K.O.-Kriterium gesehen, falls die Fläche nicht erworben werden kann.

Auf den von Baden-Baden unter anderem vorgeschlagenen interkommunalen Standort Weiher zwischen Sandweier und Münchfeld gingen die Stadträte nicht weiter ein. Man nahm die Überlegungen „zur Kenntnis“. Die tendenziell ablehnende Haltung wurde aber durch einen Antrag der SPD-Fraktion unterstrichen, dass die geplante Einbeziehung eines Rastatter Grundstücks dort keine Rolle spielen wird. Nach Angaben der Stadtverwaltung handelt es sich um ein 17.400 Quadratmeter großes Grundstück. Rund 8.000 Quadratmeter davon sind der Siedlergemeinschaft zur Nutzung als Streuobstwiese überlassen. Der südliche Teil des Grundstücks ist bewaldet.


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