Neue Kulturreihe startet in Au am Rhein

Au am Rhein (HH) – Darf’s ein bisschen Kultur sein? Der Förderverein Auer Dorfleben testet mit einem Konzert und einem Frühstücksvergnügen, ob eine Veranstaltungsreihe ankommen könnte.

Platz da: Frau Antje ist mit ihrer Ukulele auf dem Weg nach Au am Rhein zur Kulturreihe des Fördervereins Dorfleben. Foto: pr

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Platz da: Frau Antje ist mit ihrer Ukulele auf dem Weg nach Au am Rhein zur Kulturreihe des Fördervereins Dorfleben. Foto: pr

Erst kommt eine elegante Wesensverwandte von Pop-Diva Whitney Houston, dann eine lausbübische Frohnatur mit Ukulele. So sieht die Reihenfolge des Premieren-Wochenendes der 1. Auer Kulturreihe aus, die vom Förderverein „Auer Dorfleben“ organisiert wird. In der Hoffnung auf viel Interesse soll nach den zwei Startveranstaltungen entschieden werden, ob und wie es weitergehen könnte, erklärt der Vereinsvorsitzende Wilfried Westermann.

Keinen Zuschuss erhalten

Er und seine Mitstreiter blicken dem Doppelpack am 3. und 4. Juli gespannt entgegen. Ursprungsidee sei eine kleine Serie von Veranstaltungen gewesen, die an wechselnden Stellen im Gemeindegebiet stattfinden sollte. Als Beispiel nannte Westermann den Blaisen und den Pfarrgarten. Inspiriert worden sei man von einem vom Land ausgeschriebenen Förderprogramm, mit dem Konzepte für Kultur-Veranstaltungen unter Corona-Bedingungen erprobt werden. Der Verein habe sich, unterstützt von der Gemeinde, mit seinen Überlegungen für ein Modellprojekt beworben, sei jedoch leider nicht in den Kreis der Zuschussempfänger aufgenommen worden, bedauert Westermann.

Silvia Dias und Antje Schumacher

Trotzdem will man etwas wagen. Zum Auftakt hat man sich für den Hoggede-Platz an der Rheinauhalle entschieden. Dort treten am Samstag, 3. Juli, Silvia Dias & Friends auf. Die in Durmersheim aufgewachsene, in Au am Rhein lebende Sängerin, deren Familie aus Portugal stammt, ist über die Region hinaus in der Musik-Szene keine Unbekannte. Ihren ersten Auftritt in Au hatte sie vergangenes Jahr mit der musikalischen Comedy „Dreist“, die sich um drei ausgebuffte Stewardessen einer ominösen Fluggesellschaft namens „Reier-Air“ dreht.

Zu den großen Vorbildern von Dias zählt Whitney Houston, der sie am 3. Juli in einer großen Soloshow die Ehre erweisen will. „Ultimate Whitney“ lautet der Titel des Programms, das Dias vor einem Jahr in Karlsruhe erstmals auf die Bühne brachte. Wer das Stimmvolumen von Silvia Dias kennt, ihre Ausstrahlung schon einmal live erlebt hat, wundert sich nicht, dass die Whitney-Premiere zum großen Erfolg wurde. Den Besuchern in Au wird ein „Konzert-Ereignis der Extraklasse“ versprochen.

Die Tore der Konzert-Arena vor der Rheinauhalle werden um 18 Uhr geöffnet, Showbeginn ist um 19.30 Uhr. Es gibt eine Bewirtung, unter anderem mit ausgesuchten Weinen.

Am Sonntag, 4. Juli, wird an gleicher Stelle ein Frühstücksvergnügen mit Antje Schumacher präsentiert, die als Sängerin der Party-Band „Knutschfleck“ bekannt wurde. Inzwischen hat sie als multimusikalische Allroundkünstlerin ihre Anhängerschaft enorm ausgeweitet. In der erwähnten Stewardessen-Revue war sie ebenfalls als singende Flugbegleiterin an Bord.

Zum Sonntagsfrühstück am 4. Juli erscheint sie als Frau Antje, begleitet sich selbst auf der Ukulele. Ein spaßiger Vormittag dürfte garantiert sein. Um 9.30 Uhr ist Einlass, um 11 Uhr bittet Frau Antje um Gehör. Ihr Programm umschreibt sie mit den Worten „Kindergeburtstag, nur ohne Topfschlagen“. Im Eintrittspreis von 20 Euro (Jugendliche bis 16 Jahren zahlen die Hälfte) sind Kaffee und wahlweise ein Wurst- oder Käsefrühstück inbegriffen.

Keine Konkurrenz zu anderen Vereinen

Karten können per Mail unter gemeinde@auamrhein.de bestellt werden. Auf der Homepage der Gemeinde findet man Informationen zu den Corona-Regelungen. Vorsorglich sind die Namen der Teilnehmer anzugeben. Wer geimpft ist, soll dies vermerken, so kann die Sitzordnung leichter geregelt werden.

Ein „Gewinnergeschäft“ könnten solche Veranstaltungen kaum werden, ist Westermann sich im Klaren. So will der Verein erst einmal abwarten, wie das zweiteilige Wochenend-Experiment ausfällt. Nach dem Kassensturz sehe man weiter.

Wenn alles gut läuft, könnte im Herbst noch etwas mit Klassik folgen. Natürlich hoffe man auch, im Dezember den traditionsreichen Weihnachtsmarkt wieder durchführen zu können, was sehr davon abhänge, ob die örtlichen Vereine in der Lage sein werden, sich zu beteiligen. Nach dem langen Corona-Stillstand werde es für sie nicht einfach sein, den alten Schwung wiederzufinden, glaubt Westermann. Und er gab zu verstehen, dass sein Förderverein nicht in Konkurrenz treten werde: „Wir sind keine Festlesmacher.“ Die Veranstaltungsinitiative soll vielmehr Motivation für einen Neustart des kulturellen Lebens sein.

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Erstellt:
26. Juni 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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