Neue Nistplätze auf Kiesinsel

Rastatt (red) – Im Zuge der Stilllegung des Kieswerks Peter wird jetzt eine Insel im Wörthfeldsee für die Flussseeschwalbe umgestaltet.

Im Zuge des Projekts für die Flussseeschwalbe (kleines Foto) wird auch eine Beobachtungswand für Spaziergänger errichtet. Foto: ILN Bühl

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Im Zuge des Projekts für die Flussseeschwalbe (kleines Foto) wird auch eine Beobachtungswand für Spaziergänger errichtet. Foto: ILN Bühl

Für die Flussseeschwalbe entstehen auf einer Insel im Wörthfeldsee bei Plittersdorf neue Nistplätze. Diese im Rahmen der Stilllegung des Kieswerks Peter geschaffene Kiesinsel ist im Moment stark mit Gehölzen bewachsen. Die gefährdete Flussseeschwalbe benötigt jedoch vegetationsfreie Kiesflächen zum Brüten, auf denen sie ihre gut getarnten Eier direkt in den Kies legt, teilt dazu das Regierungspräsidium mit. Zudem liegt die Insel bisher so nah am Ufer, dass sich Störungen durch Spaziergänger und badende Hunde kaum vermeiden ließen.

Im Rahmen des grenzüberschreitenden Interreg-Projekts „Ramsar Biodiversität“ soll dies geändert werden. In den kommenden Tagen werden die Gehölze auf der Insel gerodet und eine neue Kiesschicht aufgetragen. Das südliche Ufer der Insel wird abgebaggert. Dadurch wird die Insel zwar etwas kleiner, rückt aber auch weiter vom Festland ab.

Gleichzeitig wird am Festland gegenüber der Insel durch das Regierungspräsidium Karlsruhe eine Beobachtungswand aufgestellt, die es Spaziergängern im Naturschutzgebiet Rastatter Rheinaue ermöglicht, das Brutgeschehen der Vögel auf der Insel zu beobachten, ohne selbst die Tiere zu stören. Die Maßnahme wurde mit der Stadt Rastatt, der Fischergilde Plittersdorf und dem Regierungspräsidium Karlsruhe abgestimmt. Die Betreuung der Umsetzung erfolgt durch das Institut für Landschaftsökologie und Naturschutz (ILN) aus Bühl.

Brutplätze optimiert

Bei dem Interreg-Projekt „Ramsar Biodiversität“ werden in einem Zeitraum von drei Jahren für sechs gefährdete Tierarten unterschiedliche Schutzmaßnahmen im Gelände umgesetzt. Die Flussseeschwalbe ist eine dieser sechs Arten. Da sie bei uns keine natürlichen Brutplätze mehr findet, werden für sie auf verschiedenen Seen in der Oberrheinebene Brutflöße installiert und geschützte Kiesflächen als Brutplätze optimiert. Alle Maßnahmen werden gemeinsam von den elsässischen und baden-württembergischen Projektpartnern (die französische Vogelschutzorganisation LPO, das ILN Bühl, der NABU Südbaden sowie weitere Partner) konzipiert und auf beiden Seiten der Oberrheinebene umgesetzt.

Finanziert wird das Projekt „Ramsar Biodiversität“ zu 50 Prozent durch die Europäische Union aus Mitteln des Interreg- V-Programms, die anderen 50 Prozent übernehmen die Naturschutzreferate der Regierungspräsidien Karlsruhe und Freiburg sowie zahlreiche weitere öffentliche und private Einrichtungen.


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