Neue Normalität: Staatstheater-Start über „Neues Entrée“

Von BT-Redakteurin Christiane Lenhardt

Karlsruhe (cl) – Zum Spielzeitstart des Badischen Staatstheaters am Wochenende ist das „Neue Entrée“ eröffnet worden – als Vorgeschmack, so Ministerin Bauer, auf die künftige Strahlkraft des Hauses.

Neue Normalität: Staatstheater-Start über „Neues Entrée“

„Roter Teppich für alle ausgerollt“: Zur Eröffnung des neuen Eingangsbereichs am Badischen Staatstheater Karlsruhe haben Kunstministerin Theresia Bauer und OB Frank Mentrup selbst Hand angelegt. Foto: Arno Kohlem/Staatstheater

Das Badische Staatstheater Karlsruhe hat die lange Corona-Spielpause beendet und am vergangenen Wochenende nicht nur seine Saison eröffnet, sondern auch mit einer feierlichen Übergabe des neuen Eingangsbereichs einen großen weiteren Schritt hin zur millionenschweren Sanierung getan. Damit kann die momentan auf rund 550 Millionen Euro geschätzte Generalsanierung mit Schauspielhaus-Neubau unter einer aufgespannten Dachlandschaft weitergehen. Während die neue Zufahrt zur Parkgarage bereits fertig ist.

Bei der feierlichen Übergabe des „Neuen Entrées“ hat Baden-Württembergs Wissenschafts- und Kunstministerin Theresia Bauer am Samstagvormittag „den roten Teppich für alle“ ausgerollt. „Endlich ist es wieder so weit, dass wir nach langen Phasen des Lockdowns und ohne regelmäßigen Betrieb das Badische Staatstheater seine Pforten öffnen lassen können“, betonte sie, „mit der heutigen Eröffnung fangen wir an, zu einer neuen Normalität zurückzukehren, nicht weil Corona jetzt komplett vorbei wäre, sondern weil wir genügend Impfstoff haben, so dass wir gewährleisten können, dass niemand im Allgemeinen ein dramatisch schlimmer Krankheitsverlauf zu befürchten haben muss.“

Die Corona-Krise war nicht die einzige Krise, die das Badische Staatstheater in den vergangenen Monaten zu überstanden hatte, deswegen eröffnete das Sechs-Sparten-Haus auch die Spielzeit 2021/22 unter dem neuen Generalintendanten Ulrich Peters (66), der bis zur Saison 2024/25 eine Erneuerung des Hauses einläuten soll. Peters nannte den Auftakt nun einen „Eintritt in eine neue Zeit und eine neue Spielzeit“ – und fügte hinzu: „Ja, man kann wieder Karten kaufen.“ Im früheren K-Punkt gibt es die Karten im Vorverkauf; im „Neuen Entrée“ wird die Abendkasse sein. Die Platzkapazität soll jetzt gemäß der Landesverordnung zu rund 50 Prozent gefüllt werden; derzeit nach den 3-G-Regeln, auch während der Aufführung gilt Maskenpflicht.

Im nächsten Sommer soll der Schauspielhaus-Neubau beginnen

Diese Spielzeit wird im Zeichen der Staatstheater-Sanierung stehen, um die heftig im Stuttgarter Landtag und im Karlsruher Gemeinderat gerungen wurde, der beide Gremien aber trotz erheblicher Kostensteigerungen zugestimmt haben. Das neue Eingangsgebäude soll laut Ministerin mehr sein als ein Übergangsprovisorium, sondern einen Vorgeschmack darauf geben, was das neue Staatstheater nach der Sanierung sein wird – „ein großartiges Kulturgebäude mitten im Stadtzentrum, eine echte Marke für die Stadt Karlsruhe und auch für das Land Baden-Württemberg mit neuen Räumen auch Räumen der Begegnung und des Austauschs, weit hinaus über das abendliche Theaterpublikum selbst.“ Mit dieser großen Baumaßnahme solle die Kultureinrichtung des Landes auch für künftige Generationen gesichert werden, um ihre künstlerische Schaffenskraft und Strahlkraft ebenso wie die gesellschaftliche Ausstrahlung zu erhalten, so Bauer.

Der verglaste Anbau in Containerbauweise mit Café hat schon beim 45. Theaterfest am Samstag die Theaterfreunde in Scharen angelockt, mit Blick auf den Theaterplatz, das Staatstheater und das historische Postgebäude zu verweilen. Es soll laut Oberbürgermeister Frank Mentrup „ein Vorgriff auf das zukünftige Wohnzimmer in der Stadt Karlsruhe sein“. Die Staatstheater-Sanierung wird am „offenen Herzen“ vonstatten gehen, bei laufendem Spielbetrieb. Bis zum nächsten Sommer soll der Schauspielhaus-Neubau rechts neben dem Staatstheater beginnen. Bis dahin, so die Leiterin des Landesbetriebs Vermögen und Bau Karlsruhe, Ursula Orth, gebe es neben den sechs künstlerischen Sparten nun auch eine Sparte Bau. Spiel- und Baubetrieb sollten sich dabei respektvoll begegnen, fügte Projektleiterin Dagmar Menzenbach hinzu.

Mit der Neuinszenierung des Schauspiels „Toni Erdmann“ nach Maren Ades Erfolgsfilm startet am Sonntagabend der Premierenreigen des Staatstheaters.