Neue Optik für die Rheinstraße in Baden-Baden

Baden-Baden (nof) – Nach der erfolgreichen Bürgerbefragung über die Gestaltung der Rheinstraße hat man sich nun auf eine Variante festgelegt. Für die Bauzeit ist aktuell ein Jahr veranschlagt.

Die Neugestaltung der Rheinstraße wird kommendes Jahr in Angriff genommen. Foto: Nico Fricke

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Die Neugestaltung der Rheinstraße wird kommendes Jahr in Angriff genommen. Foto: Nico Fricke

Nach 30 Jahren des Aufschiebens soll es nun wahr werden: Die Rheinstraße bekommt ein neues Gesicht. Der Abschnitt zwischen Kleiner und Großer Dollenstraße wird optisch umgestaltet und auch die Technik unter der Straße wird kommendes Jahr auf den Stand der Technik gebracht.

Dass mit dieser großen Baumaßnahme auch Verkehrsbeeinträchtigungen auf der zweiten Hauptschlagader neben der B500 einhergehen werden, kündigten Bürgermeister Alexander Uhlig und Thomas Schwarz, Leiter des Fachbereichs Planen und Bauen, vorsorglich schon mal an. „Das ist ein großes Projekt, das geht nicht anders“, so Uhlig. So werde es während der Bauzeit wohl nur einen Ein-Richtungs-Verkehr auf der Straße geben. Busse, Müllabfuhr und Rettungsdienste sollen die Straße nach Möglichkeit aber passieren können. Die Bauzeit selbst werde derzeit auf zwölf Monate taxiert. Der Baubeschluss soll noch dieses Jahr, spätestens aber Anfang 2022 gefällt werden, Baubeginn soll kommendes Jahr sein, gab Uhlig den Zeitplan für die „über die Jahre mehrfach verschobene Umgestaltung“ vor.

„Es gab ein kontroverses Meinungsbild.“

Mit drei Varianten für den Umbau war die Stadtverwaltung im Frühsommer an die Öffentlichkeit getreten, die darum gebeten wurde, Vorschläge, Kritik und Meinungen abzugeben. Im ehemaligen „Margots Paradies“ hingen Plakate mit den Entwürfen aus, per Flyer und auch online konnten sich die Bürger einbringen, blickte Schwarz auf diese coronabedingte Form der Beteiligung und Information zurück. „Es gab ein kontroverses Meinungsbild“, fasste Schwarz zusammen – vor allem bei den Faktoren Verkehrsberuhigung und Parken. 150 Rückmeldungen seien eingegangen. „Das ist sehr gut“, freute sich der Fachbereichsleiter. Und das Ergebnis? Mehrheitlich hätten sich die Anwohner für die Planvariante 1 ausgesprochen, die die Beibehaltung der Fahrbahn (zweispurig), beidseitige Baumpflanzungen, Pkw-Stellplätze und eine Ladezone vorsieht. Somit wurde den Varianten 2 und 3, die unter anderem eingeengte Fahrbahnen, schmalere Gehwege, Fahrradschutzstreifen und den Wegfall von Parkflächen vorsahen, eine Absage erteilt.

„Wir wollen also an der Variante 1 weiterplanen“, so Schwarz. Das decke sich auch mit den Vorstellungen der Interessengemeinschaft Weststadt, die in den Prozess miteinbezogen gewesen sei. Im Konzept beinhaltet sei auch eine „Begegnungszone“ im Gastronomiebereich zwischen Uhland- und Großer Dollenstraße.

Die Mitglieder des Bauausschusses waren in der Sitzung am Donnerstagnachmittag zwar nicht zur Abstimmung aufgerufen, doch in ihren Stellungnahmen wurde einmütiges Lob deutlich. „Diese Variante wahrt alle Interessen“, sagte Reinhilde Kailbach-Siegle (CDU). Auch die Form der Beteiligung sei gut gewählt gewesen. „Vor den Plakaten standen immer Leute.“ Auch Rainer Lauerhaß (FW) betonte, „dass die Bürger mitgenommen werden.“ Die Bürgerbefragung sei trotz Corona gut hinbekommen worden, merkte Ursula Opitz (Grüne) an. „Erfreulich ist, dass in der Rheinstraße nun etwas ansteht. Sie hat’s nötig.“

„Die Menschen wollen keine Fahrradschutzstreifen.“

Wolfgang Niedermeyer sah mit der Favorisierung der Variante 1 vor allem die Haltung der FBB bestätigt: „Die Menschen wollen keine Fahrradschutzstreifen.“ Er sprach sich für eine „Gleichberechtigung“ auf den Straßen aus.

Heinz Gehri (CDU) freute sich zwar für die Weststädter, bemängelte aber den Zustand der Rheinstraße in Oos. „Das ist nicht mehr tragbar.“ Bürgermeister Uhlig stimmte zwar vollumfänglich zu, machte aber wenig Hoffnung auf einen baldige Verbesserung. „Dort wäre ein Vollausbau notwendig, was ein mehrfaches von dem kosten würde, was für die Weststadt nun geplant ist.“

Als „passend für die Rheinstraße“ signalisierte auch Werner Schmoll Zustimmung für den nun auserkorenen Entwurf. Der SPD-Stadtrat durfte sich zudem über parteiübergreifende Unterstützung für die Idee freuen, den Fahrradverkehr von der Grünen Einfahrt über den Ebertplatz in die Fürstenberger Allee und schließlich über die Scheffelstraße in die Rheinstraße zu leiten. „Das muss baulich begleitet werden, dafür müssen vielleicht ein paar Parkplätze weichen“, so Schmoll. „Aber das wäre ein Riesenfortschritt für den Radverkehr.“ Das sah auch Hansjürgen Schnurr (CDU) so, der bei der Parksituation aber „ganz genau hinschauen“ möchte.

Ulrike Mitzel (SPD) sprach mit Blick auf die geplante Begrünung die Problematik mit den einst gesetzten Ahornbäumen an, deren Wurzeln für Schäden sorgten. Gartenamtschef Markus Brunsing konnte sie beruhigen: „Von Platanen haben wir uns vor 15 Jahren schon verabschiedet. Es werden eher kleinkronige Amberbäume gepflanzt. Eine Million Euro sind im Haushalt für die Umgestaltung des 170 Meter langen Abschnitts zwischen Großer und Kleiner Dollenstraße geparkt, beantwortete Bürgermeister Uhlig ein Frage von René Lohs (FDP). Nun gehe es an die Feinplanungen, so Uhlig: „Dann kommt auch ein endgültiges Preisschild dran.“

Ihr Autor

BT-Redakteur Nico Fricke

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Erstellt:
25. September 2021, 16:00 Uhr
Lesedauer:
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