Neue Werbekampagnen für Baden-Baden

Baden-Baden (hol) – Achtsamer Neustart mit Natur und Erlebnis: Die Kur und Tourismus GmbH plant zwei Werbekampagnen, um wieder mehr Besucher in die Kurstadt zu locken.

Die Motive der Online-Kampagne – diese Abbildung zeigt nur ein Beispiel – zeigen Baden-Baden als Ziel für schöne Erlebnisse zu zweit. Foto: Kur & Tourismus GmbH

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Die Motive der Online-Kampagne – diese Abbildung zeigt nur ein Beispiel – zeigen Baden-Baden als Ziel für schöne Erlebnisse zu zweit. Foto: Kur & Tourismus GmbH

Es ist eine große Aufgabe: Sobald Reisen wieder möglich ist, sollen auch schnell wieder Touristen den Weg in die Kurstadt finden. Die Kur und Tourismus GmbH (BBT) steht in den Startlöchern. Sie setzt auf Natur, schöne Momente zu zweit – und auf Touristen aus dem deutschsprachigen Raum.

Der Absturz im Tourismus hat auch die Kurstadt knallhart getroffen. Nur noch halb soviel Übernachtungen und kaum Tagesgäste, weil die Großveranstaltungen fehlen – Corona hat die Branche um 30 Jahre zurückgeworfen. Nun gilt es, den Rückschritt wieder wettzumachen. BBT-Chefin Nora Waggershauser und ihr Team wollen das in der Zeit von März bis September mit zwei Werbekampagnen schaffen. Wie das funktionieren soll und was geplant ist, im Überblick:

Wieso braucht man eine Extra-Kampagne für den Neustart?

Es reicht nicht, einfach nur „Willkommen zurück!“ zu sagen und zu warten, wer kommt, meint Nora Waggershauser. Damit hebe man sich nicht von anderen Destinationen ab. Zudem werde nach Corona zunächst mal nichts sein wie früher, sagt sie. „Es ist wichtig, darauf gut vorbereitet zu sein.“ Es gelte, mit den Stärken der Stadt zu werben, die just in die heutige Zeit passten.

Und was liegt da im Trend?

Kleinstädte, Natur, Urlaub in Deutschland, Gesundheit, Achtsamkeit, Genuss sowie Erlebnisse von Kultur und Natur, sagt die BBT-Chefin. „Das haben wir alles.“ Zudem gebe es für viele was nachzuholen: Hochzeitsreisen, Geburtstage. Auszeiten zu zweit werden wichtig sein – „nicht nur für Paare“, stellt sie klar.

„Entspannungs- und Genussgarantie“

Auch für Mutter und Tochter auf der Suche nach Wellness oder für gute Freunde, die zusammen wandern gehen, will man sich als ideales Ziel darstellen „für Zweiermomente“, sagt Waggershauser. „Dafür geben wir unseren Gästen eine Entspannungs- und Genussgarantie.“

Was ergibt sich daraus für die Neustart-Kampagne?

Im Mittelpunkt sollen, wie schon bisher, „anspruchsvolle Genießer“ stehen, die sich in Baden-Baden kulturell, kulinarisch und mit Wellness verwöhnen lassen wollen, aber zudem auch „Schwarzwald-Interessierte“, wie die BBT-Chefin sagt. „Davon gibt es gerade jetzt unheimlich viele. Die wollen die heile und die heilende Natur erleben. Da ist auch der Nationalpark wichtig“, sagt sie. Erlebnisse draußen sind wichtig geworden – „und das wird so bleiben“, glaubt Nora Waggershauser. Auf diese beiden Gruppen zielt die neue Online-Kampagne.

Wieso eigentlich online?

Mehr als zwei Drittel der Reisenden informieren sich online über ihr Reiseziel – fast die Hälfte nimmt auch Buchungen ausschließlich per Internet vor. „Da wird es dringend Zeit für Baden-Baden, von diesem Kuchen auch ein gutes Stück abzubekommen“, sieht die BBT-Chefin Nachholbedarf bei der Bewerbung der Kurstadt. Deshalb nun die groß angelegte Online-Kampagne. Das sei keine Werbung mit dem Gießkannenprinzip, schwärmt sie. Man könne gezielt Menschen kontaktieren, für die Baden-Baden interessant sein könnte – und zunächst einmal Menschen aus Regionen, für die sich auch Kurztrips an die Oos lohnten.

Die Zeit ist reif

Stuttgart, München, Köln, Frankfurt: Dort wird die Kurstadt ab Mitte März öfter mal bei Menschen auf den Bildschirmen aufploppen, die gerade beim Surfen im Internet oder auf der Suche nach einem Urlaubsziel sind. Und auf großen Werbedisplays an Flughäfen, Bahnhöfen und öffentlichen Plätzen werden Kurstadt-Motive auftauchen. „Wir haben das noch nie gemacht – eine so große Kampagne im Web“, sagt Nora Waggershauser. Jetzt sei die Zeit reif.

Was kostet das?

Etwa 120.000 Euro, sagt die BBT-Chefin.

Und die zweite Kampagne?

Dabei handelt es sich um die Werbung der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT). Sie macht Werbung für das Reiseziel Deutschland im Ausland unter einem jährlich wechselnden Motto. Das Motto für 2021: „German. Spa. Tradition.“ Das passt zu 100 Prozent auf Baden-Baden. Die Stadt ist deshalb einer der drei Premium-Partner der DZT in diesem Jahr. Für etwa 70.000 Euro wird die DZT die Werbetrommel speziell für Baden-Baden rühren – in zehn Ländern, die sich die BBT aussuchen konnte. Acht mitteleuropäische Länder sind darunter, Russland und die Arabischen Golfstaaten. Das sei ein toller Zufall gewesen, dass die DZT ausgrechnet dieses Motto ausgegeben habe, sagt die BBT-Chefin. „Wir hatten auch schon Jahre, da hatte das Motto gar keinen Bezug zu Baden-Baden.“ So aber habe man da natürlich zugreifen müssen. Zudem sei wegen der Corona-Krise die Premium-Partnerschaft 2021 deutlich günstiger gewesen als sonst.

Was ist das langfristige Ziel der BBT?

Klar wolle man möglichst schnell die Krise überwinden, sagt Nora Waggershauser. Aber die Krise sei auch eine Chance auf Veränderung. Man könne jetzt gleichsam „zurück auf Los“ und die Sache langsam aufbauen, indem man Gäste ganz gezielt anspreche. „Baden-Baden wird profitieren, wenn wir die Zahlen nicht extrem steigern, sondern auf Qualität schauen.“ Man müsse jetzt „besonnen und strategisch“ vorgehen, wirbt sie um Geduld.

„Nicht nur an morgen denken“

Dabei müsse man im Blick haben, wie sich die Stadt in den kommenden zehn Jahren entwickeln soll – und „nicht nur an morgen denken“. Die Seele der Stadt dürfe keinen Schaden nehmen. Das sei zuletzt schwierig gewesen. „Wir hatten das ja irgendwann nicht mehr unter Kontrolle und hatten dadurch auch Gäste in Baden-Baden, die wir so nicht wollten“, sagt sie.

Und wie kann die Stadtverwaltung diese Entwicklung flankieren?

„Wir sollten die Zeit nutzen, um Baden-Baden in einen guten Zustand zu bringen“, sagt Waggershauser. Dass der Bereich der Fieserbrücke saniert wird, findet sie gut. Diese Bemühungen müssten weitergehen. „Wir müssen Plätze schaffen, wo sich die Menschen gerne aufhalten – davon profitieren Gäste und Einwohner.“ Und die Stadt benötige dringend ein Verkehrskonzept, damit Veranstaltungen künftig besser bewältigt werden können. „Das sind Themen, die jetzt wegen Corona Pause machen. Aber die werden uns alle wieder einholen.“ Die Idee, den Zubringer in einen Tunnel zu verlegen und den Bereich zwischen Ebert- und Verfassungsplatz umzugestalten, findet sie gut. Vielleicht sei das Projekt zu groß und zu teuer. Aber es sei wichtig, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Ihr Autor

BT-Redakteur Harald Holzmann

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Erstellt:
21. Februar 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
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