Neuer A5-Anschluss: Große Sorgen in Rauental

Rastatt (red/ema) – Die Konsequenzen, die sich durch den geplanten Ausbau des A 5-Anschlusses Rastatt-Nord für Rauental ergeben, sorgen für Unruhe im Dorf. Es geht um den Neubau der Autobahnbrücke.

Neuer A5-Anschluss: Große Sorgen in Rauental

Die Autobahnbrücke bei Rauental soll durch eine neue ersetzt werden. Jonas Weber und Roy Zilius kritisieren, dass über Jahre kein Provisorium geplant ist. Foto: pr

Nachdem Ortsvorsteher Thorsten Ackermann (CDU) zuletzt im Gemeinderat Sorgen geäußert hatte, schlagen jetzt die SPD-Stadträte Jonas Weber und Roy Zilius Alarm.

Die beiden Sozialdemokraten trafen sich an der Rauentaler Brücke über die A5, weil sie nach der letzten Gemeinderatssitzung das Gefühl hatten, dass man im Rathaus vor lauter Freude über den geplanten Ausbau der Anschlussstelle Rastatt-Nord zum Vollkleeblatt wohl übersehe, dass man dabei Rauental abhängt, wie aus einer Pressemitteilung Webers hervorgeht.

Brücke muss Einfädelspur weichen

Wie berichtet, soll sich im Zuge der Großbaumaßnahme eine Einfädelspur parallel zur Autobahn bis über den Brückenbereich hinausziehen. Dabei muss die bestehende Querung über die A5, die Rauental mit dem Rastatter Gewerbegebiet verbindet, weichen.

Die Planung sieht einen Neubau vor. Allerdings wird dieser wohl erst am Ende der Bauzeit, die immerhin fünf Jahre betragen soll, erstellt. Das bedeute für Rauental, mindestens fünf Jahre „abgehängt“ zu sein von der Kernstadt.

Das verärgerte in der letzten Gemeinderatssitzung bereits Ortsvorsteher Thorsten Ackermann. Grund: In Rauental gibt es keinen Nahversorger mehr. Gerade mal einen Automaten für Wurstwaren und frische Eier hat man mittlerweile, schreiben die Sozialdemokraten. Wer mit dem Fahrrad zum Einkaufen fährt, der kann im Moment noch im Gewerbegebiet Rastatt über die bestehende Autobahnbrücke alles problemlos erreichen. Man habe zwar auch mit dem „Schleichverkehr“ derer zu kämpfen, die einen Teil der B462 auslassen und über den Ortsteil nach Rastatt fahren. Aber die Brücke stellt nun auch für Fußgänger und Radfahrer die kürzeste Verbindung dar, erläuterte Roy Zilius vor Ort.

Fußgänger und Radfahrer drohen lange Umwege

Bei einem ersatzlosen Abbruch gebe es keine Alternative für die beiden letztgenannten Verkehrsteilnehmergruppen, die Stadt auf kurzem Weg zu erreichen. Denn über die Bundesstraße 462 – wie von OB Hans Jürgen Pütsch vorgeschlagen – könne man nun mal nicht mit dem Rad oder zu Fuß ausweichen.

Weber und Zilius zeigten sich enttäuscht darüber, dass der OB wie auch Helmut Wößner, Planer aus dem Regierungspräsidium, eine Behelfsbrücke während der Bauphase ablehnten. „Zumindest sollte man über einen Bürgerbus nachdenken, der die Menschen, die sonst zum Einkaufen über diese Brücke gehen oder mit dem Rad fahren, transportiert. Da auch der Linienbus ausweichen muss, wird die bestehende Verbindung wohl auch geändert werden müssen“, stellt Weber fest.

Nun hoffen sowohl Weber als auch Zilius darauf, dass man im Rathaus noch mal alle Möglichkeiten überdenkt, denn in Rauental keime zu Recht Unmut auf.