Neuer Kühlwagen für Tafel in Bühl

Bühl (sga) – Durch Sponsoren konnte der Tafel in Bühl ein neuer Kühlwagen ermöglicht werden. Passender Zeitpunkt – denn die Pandemie sorgt für mehr Kunden.

Sandra Hüsges und Rolf Eckert (von links) freuen sich auf den zuverlässigen Wagen, Jan Hammann übergibt die Schlüssel. Foto: Sarah Gallenberger

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Sandra Hüsges und Rolf Eckert (von links) freuen sich auf den zuverlässigen Wagen, Jan Hammann übergibt die Schlüssel. Foto: Sarah Gallenberger

Abdul Elbobbou ist glücklich. Seit 2009 arbeitet er als Fahrer im Bühler Tafelladen; holt Lebensmittel ab und sorgt für volle Regale – immer mit dem gleichen Kühlwagen. Heute allerdings sitzt er in einem neuen Gefährt, das durch Sponsoren finanziert werden konnte. „Bequem und modern“, lautet sein erstes Fazit. „Aber der alte Wagen war natürlich auch super.“

Hat den alten Kühlwagen seit 2009 gefahren: Abdul Elbobbou fühlt sich im neuen Fahrerraum wohl. Foto: Sarah Gallenberger

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Hat den alten Kühlwagen seit 2009 gefahren: Abdul Elbobbou fühlt sich im neuen Fahrerraum wohl. Foto: Sarah Gallenberger

In die Jahre gekommen ist er trotzdem, weiß Rolf Eckert. Als Vorstandsmitglied der Bühler Tafel hat er sich deshalb um einen neuen Transporter gekümmert, „auf den wir uns verlasen und somit stets unsere Kunden versorgen können“. Und modern ist er auch: Rückfahrkamera und ein lauter Piepser beim Rückwärtsfahren sorgen für die Sicherheit, eine Treppe zum Aufklappen für eine leichtere Handhabung.

Die neue Errungenschaft ermöglicht haben gleich mehrere Partner: Von Mercedes Benz (seit 20 Jahren fester Sponsor der deutschen Tafel) gibt es 20.000 Euro, außerdem mit im Boot sind die Lidl-Pfandspende und der Verein Sense of Help.

Feste Einkaufszeiten für die Kunden

Vorstandsvorsitzende Sandra Hüsges freut sich sehr über den insgesamt 70.000 Euro teuren Wagen, dessen Schlüssel sie von Jan Hammann, Transportverkaufsleiter von Mercedes Benz, übergeben bekommen hat. Und auch die anderen Mitarbeiter der Bühler Tafel schauen neugierig in das Innere der Ladefläche, probieren Funktionen aus und inspizieren den Fahrerraum. In der gemeinnützigen Organisation ist man dankbar für alles, was einen flinken Einkauf der Kunden gewährleistet.

Denn schnell muss es in dem Tafelladen seit Beginn der Pandemie definitiv gehen. „Die Stimmung kann zwischendurch schon mal angespannt sein“, berichtet ein Mitarbeiter, der für die Einlasskontrolle zuständig ist. Die Angst vor einer Infektion, das Warten vor dem Eingang – „da kann man ungeduldig werden“. Aber mit ein bisschen Empathie und Verständnis lasse sich das regeln, und ein ausgetüfteltes System gibt es ja auch noch. „Jeder Kunde erhält von uns ein Kärtchen, auf dem feste Einkaufszeiten mit Wochentag und Uhrzeit vorgegeben sind“, führt Vorstandsmitglied Renate Anselm die Idee hinter den zusätzlich am Schaufenster ausgehängten Zeit-Slots aus.

Bunte Punkte für bessere Übersicht

Dort sind auch bunte Punkte zu sehen, „die helfen uns bei der Übersicht“. Kommen mehrere Kunden zu ihrer vereinbarten Einkaufszeit, werden farblich sortierte Kärtchen ausgeteilt, auf denen jeweils eine Zahl steht. „Wer zuerst kommt, hat die Eins, der danach die Zwei“, und so weiter. In den vergangenen Monaten habe sich das System bewährt.

Dass im Zuge der Pandemie immer mehr Menschen, die auf Lebensmittelspenden angewiesen sind, in die jeweiligen Läden kommen, beweisen auch die Zahlen: Laut Angaben des Bundesverbands deutscher Tafeln haben rund 380 der insgesamt 950 Tafeln einen teils deutlichen Anstieg der Kunden gegenüber dem Vorjahr vermerkt. Mancherorts seien die Zahlen in wenigen Monaten um bis zu 20 Prozent gestiegen. Die meisten der neuen Kunden seien Menschen, die ihre Arbeit verloren haben oder deren Einkommen in der Kurzarbeit stark gesunken ist.

Ebenfalls auf Lebensmittelspenden angewiesen seien auch Personen, die ihre finanzielle Situation vor der Pandemie als studentische Aushilfen oder Minijobber unter anderem in der Gastronomie aufbessern konnten.

Was die Bühler Tafel betrifft, ist diese am 15. Juli 2008 im Friedrichsbau von rund 80 Bürgern der Zwetschgenstadt und aus verschiedenen umliegenden Gemeinden gegründet worden.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Gallenberger

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Erstellt:
30. Mai 2021, 10:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 39sec

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