Neuer Landrat soll am 12. Oktober gewählt werden

Rastatt (dm) – Wer wird Nachfolger des verstorbenen Landrats Toni Huber? Der Kreistag soll im Oktober zur Wahl schreiten. Zu einer Kandidatur hat sich noch niemand bekannt.

Das Landratsamt in Rastatt. Spätestens sechs Monate nach Hubers Tod muss der Kreistag einen Nachfolger/eine Nachfolgerin gewählt haben. Foto: BT-Archiv

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Das Landratsamt in Rastatt. Spätestens sechs Monate nach Hubers Tod muss der Kreistag einen Nachfolger/eine Nachfolgerin gewählt haben. Foto: BT-Archiv

Rund fünf Wochen nach dem Tod des Landrats Toni Huber stellt der Kreistag die Weichen für die Wahl eines Nachfolgers oder einer Nachfolgerin. Am Dienstag, 6. Juli, um 14 Uhr tritt das Gremium in der Badner Halle Rastatt zusammen, um zur Vorbereitung der Wahl einen beschließenden Ausschuss zu bilden, der dann die weiteren Schritte einleitet (Ausschreibung, Vorlage der Bewerbungen ans Innenministerium). Als Wahltermin schlägt die Verwaltung den 12. Oktober vor.
Den Regularien zufolge muss der Kreistag „spätestens sechs Monate nach Freiwerden der Stelle“ einen neuen Landkreis-Chef wählen.

Der beschließende Ausschuss besteht aus Mitgliedern des Kreistags und soll am 20. Juli erstmals zusammenkommen, um einen Vorsitzenden zu wählen und über die öffentliche Ausschreibung zu entscheiden. Wer darin Mitglied (und stellvertretendes Mitglied) ist, hat also keine Absicht, sich für das Amt des Landrats zu bewerben. Die CDU benennt hier Hartwig Rihm, Reiner Dehmelt und Andreas Merkel (als Stellvertreter Brigitta Lenhard, Brigitte Schäuble und Erik Ernst), die Freien Wähler Robert Wein und Dietmar Späth (Stellvertreter Yvonne Zick und Rolf Spiegelhalder), die Grünen Beate Benning-Gross (Ralf Pinkinelli), die SPD Renate Schwarz (Walter Jüngling), die AfD Volker Kek (Alois Degler) und FDP/FuR Lutz Jäckel (Michael Weber).

2019 gab es fünf Bewerber

Zum jetzigen frühen Zeitpunkt hat sich noch niemand öffentlich für das Interesse an einer Kandidatur bekannt. Als im März 2019 Toni Huber zum Landrat gewählt worden war, hatten vier weitere Mitbewerber ihre Hüte in den Ring geworfen, darunter auch der Karlsruher Erste Landesbeamte Knut Bühler (parteilos), damals Zweitplatzierter hinter Huber, und Dr. Jörg Peter (CDU), seit rund 16 Jahren Erster Landesbeamter und Landrat-Stellvertreter in Rastatt. Zur Frage einer weiteren Kandidatur äußere er sich derzeit nicht, hieß es gestern auf Anfrage des BT.

Die beiden letzten Landräte des Kreises Rastatt, Jürgen Bäuerle und Toni Huber, hatten sich jeweils erfolgreich aus der Position des CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzenden heraus beworben. „Eine Kandidatur ist für mich kein Thema“, bekräftigt indes der jetzige Fraktionschef Andreas Merkel als künftiges Mitglied des beschließenden Ausschusses auf Nachfrage. Inwieweit die CDU aktiv einen Bewerber sucht? Zunächst einmal, so Merkel, folge die Ausschreibung, dann könnten sich Interessierte bewerben, dann schaue man sich diese an, schildert er das Prozedere. Kompetenz und Integrität sowie kommunale Bodenhaftung und Erfahrung seien die Kriterien, die für das Amt im Vordergrund stünden.

Fraktionskollege Frank Kiefer ist jemand, dessen Name bereits kursierte. Der Ötigheimer wird indes am Montag erst einmal für eine zweite Amtszeit als Bürgermeister im Telldorf vereidigt.

Einer, dem immer wieder mal eine Kandidatur für das Amt zugetraut wird, ist Karsten Mußler, seit vielen Jahren Vorsitzender der Fraktion der Freien Wähler, inzwischen die zweitstärkste im Kreistag. Im Moment, so der Kuppenheimer Bürgermeister, wolle er zur konkreten Frage, was seine Ambitionen auf die Landrats-Stelle angeht, nichts sagen.

Manuel Hummel, Fraktionssprecher der Grünen, winkt ab: „Eine Kandidatur liegt mir fern.“ Gleichwohl wollen die Grünen einen Kandidaten oder eine Kandidatin suchen, die „stärker für unsere Politik eintritt“ und zugleich mehrheitsfähig sein kann. Die SPD will bei der nächsten Fraktionssitzung über ihre Strategie sprechen, so Co-Vorsitzender Peter Hirn, und dann überlegen, ob man einen Kandidaten sucht. An Spekulationen wolle er sich nicht beteiligen.


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