Neuer Roman von Gausbacher Bestsellerautorin

Forbach (stn) – Die Gausbacher Autorin Beate Rygiert hat einen neuen Roman veröffentlicht: „Die Ullsteinfrauen und das Haus der Bücher“ entführt die Leser in die Welt des Berliner Ullsteinverlags.

Das neueste Werk der Gausbacher Bestsellerautorin Beate Rygiert handelt von der Beziehung zwischen Franz Ullstein und Rosalie Gräfenberg. Foto: Nora Strupp

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Das neueste Werk der Gausbacher Bestsellerautorin Beate Rygiert handelt von der Beziehung zwischen Franz Ullstein und Rosalie Gräfenberg. Foto: Nora Strupp

Es sind unkonventionelle, mutige und emanzipierte Frauen, die im Mittelpunkt vieler Werke der Gausbacher Autorin Beate Rygiert stehen. So auch in ihrem neuen Roman „Die Ullsteinfrauen und das Haus der Bücher“. Er entführt in das Berlin der goldenen 1920er-Jahre und beleuchtet die Liebesgeschichte zwischen Franz Ullstein, Generaldirektor des Ullsteinverlags, und der Journalistin Rosalie Gräfenberg.

Es ist eine patriarchalische Welt, in die Rygiert ihre Leser mitnimmt. „Sie ist geprägt von starken Männern, die Frauen haben eine untergeordnete Rolle. Sie haben im Hintergrund gewirkt und den Männern den Rücken gestärkt“, führt Rygiert aus. Doch die Heldin ihres neuen Romans, Rosalie Gräfenberg, ist anders. „Sie ist eine ungewöhnlich emanzipierte Frau“, schildert die Gausbacher Autorin.

Rosalie ist Journalistin, lebt seit ihrer Scheidung vom deutschen Gynäkologen Ernst Gräfenberg in Paris und schickt von dort Artikel und Reiseberichte an viele verschiedene deutsche Zeitungsredaktionen. Vor allem jedoch schreibt sie für den Ullsteinverlag. An dieser Stelle setzt auch die Geschichte von „Die Ullsteinfrauen und das Haus der Bücher“ ein. Auf einem Bankett lernt Rosalie den verwitweten Generaldirektor des Berliner Buchverlags, Franz Ullstein, kennen. Bei Franz ist es Liebe auf den ersten Blick. Nur kurze Zeit später macht er ihr einen Heiratsantrag.

Brüder spinnen eine Intrige

„Doch dann ging die Hölle los. Rosalie ist eine junge, engagierte Frau, die selber eine Meinung hatte“, erläutert Rygiert. Grund genug für die vier Brüder von Franz, einen Keil zwischen die Beziehung zu treiben. „Es gibt eine wilde Intrige, sie wollen Rosalie mit allen Mitteln loswerden“, gibt Rygiert einen Abriss über die Handlung, die größtenteils auf historischen Fakten, zum Teil aber auch auf fiktiven Figuren basiert. Doch die Verlagsredakteurin, Autorin und beste Freundin von Rosalie, Vicki Baum, und ihr aufgewecktes Tippfräulein Lili stehen ihr zur Seite und lassen nicht zu, dass die Männer Rosalies Ruf ruinieren.

Als der Ullsteinverlag vor drei Jahren auf die Gausbacherin zukam mit dem Vorschlag, ein Stück der Verlagsgeschichte aus Frauensicht zu erzählen, zögerte sie keine Sekunde. „Es hat mich total gereizt. Der Ullsteinverlag war damals ein richtiges Imperium. Es ist ein supertoller Stoff und es gibt viel zu erzählen. Für mich war es etwas Besonderes, als Autorin über den Verlag zu schreiben. Es hat mir großen Spaß gemacht“, schwärmt sie.

Laut eigenen Angaben, hat sie in der Verlagswelt den Ruf, dass sie gerne recherchiert – vor allem historische Themen reizen sie. Um einen Teil der Geschichte des damals größten Buchverlags Europas aufzuarbeiten „und ein Gefühl dafür zu kriegen, wie die Berliner zu dieser Zeit gedacht und gesprochen haben“, bemühte sie allerlei Quellen: Vom Verlag bekam sie Jahresbücher zur Verfügung gestellt, in Bibliotheken und im Internet sammelte sie ebenfalls Informationen.

Corona-Pandemie macht Recherche schwierig

Dabei sah sie sich allerdings auch einigen Herausforderungen gegenübergestellt. Material über die kurze Ehe zwischen Franz Ullstein und Rosalie Gräfenberg zu finden, war nicht immer einfach. Es gibt zwar eine Autobiografie von Rosalie, doch die ist in Deutschland noch nicht erschienen und die amerikanische Neuauflage von 2020 war zur Zeit ihrer Recherche hierzulande aufgrund der Corona-Pandemie nur schwer erhältlich. Deshalb war die Autorin auf die Hilfe – wie sie selbst sagt – „freundlicher Menschen“ angewiesen, wie etwa der des Mannheimer Professors Wilhelm Kreutz, der ihr sein Exemplar der Autobiografie zur Verfügung stellte. Eine wahre Fundgrube für ihren Roman sei zudem der „Ullsteinroman“ von Sten Nadolny gewesen.

Ziel sei es, mit dem von Freundschaft, Liebe und Intrigen handelnden Roman verschiedene Frauentypen und die damalige glamouröse Welt der Schönen und Reichen sowie die Schattenwelt – geprägt von Armut, Inflation und der Weltwirtschaftskrise – darzustellen, die Geschichte lebendig werden zu lassen. Und das ist ihr eindrucksvoll gelungen.

Beate Rygiert: „Die Ullsteinfrauen und das Haus der Bücher“, erschienen im Ullsteinverlag, ISBN: 978-3-548-06421-5, 484 Seiten, 11,99 Euro, erhältlich als Taschenbuch oder E-Book.

Lesung mit Beate Rygiert

Die Gausbacher Bestsellerautorin Beate Rygiert liest bei einer Matinee am Sonntag, 7. November, um 11 Uhr im Rahmen der Baden-Württembergischen Literaturtage in der Stadtbibliothek Ettlingen aus ihrem Roman „Die Pianistin – Clara-Schumann und die Musik der Liebe“. Gleich nach seinem Erscheinen im August 2020 schaffte es das Buch über eine der interessantesten Frauenfiguren des 19. Jahrhunderts unter die Top 20 der Spiegel-Online-Bestsellerliste.

Im Rahmen dieser Veranstaltung liest zudem der Wahl-Gausbacher, Autor und Rygierts Mann, Daniel Oliver Bachmann, aus seinem 2018 erschienenen Krimi „Die Tote im Tann“.

Karten sind zu einem Preis von zwölf Euro (ermäßigt sechs Euro) erhältlich unter: https://perto.com/de/ettlingen-763/stadtbibliothek-51705/baden-wuerttembergische-literaturtage-ettlingen-matinee-be-3643132

Ihr Autor

BT-Redakteurin Nora Strupp

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Erstellt:
5. November 2021, 17:01 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 20sec

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