Neuer Vorschlag: Klinikstandort auf Gemarkungsgrenze

Rastatt/Baden-Baden (fk) – Baden-Baden und Rastatt haben sich auf einen Vorschlag für einen neuen Klinikstandort geeinigt: auf der Gemarkungsgrenze an der B3 kurz vor dem Rastatter Stadteingang.

Der Standort läge zwar auf beiden Gemarkungen, aber deutlich dichter an der Barockstadt. Foto: Frank Vetter

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Der Standort läge zwar auf beiden Gemarkungen, aber deutlich dichter an der Barockstadt. Foto: Frank Vetter

Offensichtlich wollen weder die Baden-Badener Stadtverwaltung noch die Spitze der Stadt Rastatt den Eindruck eines Konkurrenzkampfes um den zukünftigen Standort des zentralen Klinikneubaus aufkommen lassen. Bei Gesprächen verständigten sich beide Rathäuser gestern darauf, einen gemeinsamen Standort vorzuschlagen, der salomonischen Charakter hat.

Denn lassen es die Gegebenheiten zu, könnte das Klinikum quasi genau auf die Gemarkungsgrenze zwischen beiden Kommunen kommen. Vorgesehen ist dafür ein Standort an der B3, kurz vor dem Rastatter Stadteingang.

Alter Vorschlag wird um Rastatter Flächen erweitert

Das Areal lag ohnehin schon im Fokus der Stadt Baden-Baden, die dort – in Fahrtrichtung Rastatt von der Autobahn kommend rechts neben der B3 aber noch auf Sandweier Gemarkung – einen möglichen Klinikstandort vorsah. Er firmierte unter der Bezeichnung Sandweier/Weiher. In dem Gespräch, so heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung beider Rathäuser, seien beide Seiten nun übereingekommen, „die Möglichkeit zu prüfen, direkt angrenzende Flächen, die im Eigentum der Stadt Rastatt liegen, in einen möglichen Klinikstandort einzubeziehen“. Der genaue Umfang müsse noch untersucht werden. Dazu gehöre auch die Klärung der Frage, welche möglichen Kliniknutzungen sich auf der Rastatter Fläche als sinnvoll erweisen.

Gremien beraten im September

Die Gremien der beiden Städte sollen demnach nach der Sommerpause – nach BT-Informationen voraussichtlich in der zweiten Septemberhälfte – über diese Überlegungen informiert werden und Gelegenheit erhalten, diese zu beraten. Baden-Badens Oberbürgermeisterin Margret Mergen und Rastatts Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch betonen in der Mitteilung: „Es wäre für die weitere Entscheidungsfindung eine interessante Option, wenn Rastatt und Baden-Baden einen gemeinsamen Vorschlag für einen zukünftigen gemarkungsübergreifenden Klinikstandort anbieten könnten. Gerade auch deshalb, weil er im jeweiligen Eigentum unserer beiden Städte liegt.“ Unabhängig von dieser möglichen Option, so unterstreichen beide OBs, bleiben die bisherigen Standortvorschläge beider Städte aber im Bewerbungsverfahren. Das sind: das Merzeau-Gelände und das Gelände von SC/DJK (Rastatt) sowie die Balger Straße (Grünfläche neben dem bestehenden Klinikum), das Wörnersangewand Haueneberstein und der ursprüngliche Standortvorschlag Sandweier/Weiher.

Vorteile zweier Vorschläge werden vereint

Dennoch ist der gemeinsame Vorschlag ein Wink mit dem Zaunpfahl. Denn schon für den Standort Sandweiher/Weiher, der direkt vor dem Eingang zur Stadt Rastatt schräg gegenüber dem Münchfeldstadion und somit sehr nahe an den von der Stadt Rastatt vorgeschlagenen Standorten liegt, gab es im Baden-Badener Gemeinderat ungeteilte Zustimmung. Zudem hätte der dann vom Baden-Badener Vorschlag Weiher etwas in Richtung Rastatt gerückte Standort den Vorteil, dass für ihn die Pluspunkte der ursprünglichen Rastatter Standortvorschläge gelten würden. Das Gelände wäre bestens erreichbar, nahe der Autobahn sowie der B3 und B36.

Kurz vor dem Rastatter Stadteingang quert die B3 die Gemarkungsgrenze. Auf den angrenzenden Flächen könnte – so der neue gemeinsame Vorschlag – der Klinikneubau entstehen. Foto: Frank Vetter

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Kurz vor dem Rastatter Stadteingang quert die B3 die Gemarkungsgrenze. Auf den angrenzenden Flächen könnte – so der neue gemeinsame Vorschlag – der Klinikneubau entstehen. Foto: Frank Vetter

Zudem werde, wie die Stadt Rastatt vor Wochen gegenüber dem BT betonte, aktuell die Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke Rastatt-Haguenau geprüft, an der dann ein S-Bahn-Halt für das Klinikum möglich wäre. Außerdem, so die Barockstadt, lägen die Standorte nahe am Siedlungsgebiet und Patienten sowie Mitarbeiter könnten die dortigen Strukturen (einkaufen, Cafés et cetera) gut nutzen. Darüber hinaus hatten sich Baden-Baden und Rastatt laut Mitteilung von gestern bereits im Januar über den Standort Weiher ausgetauscht. Auch die Grünen im Landkreis und Stadtkreis regten demnach kürzlich an, diese Überlegungen eingehend zu vertiefen.

Faktisch freilich läge das Klinikum mit dem jetzt ins Auge gefassten neuen Standort mehr oder weniger in Rastatt – denn die Gemarkungsgrenze liegt natürlich viel näher am tatsächlichen Eingang der Stadt Rastatt als an dem der Stadt Baden-Baden.

Auf BT-Anfrage wird aber vonseiten der Stadt Baden-Baden gestern betont, dass noch keine Entscheidung getroffen sei. Die endgültige Entscheidung für einen Standort soll laut offiziellem Zeitplan erst im zweiten Quartal 2022 fallen.


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