Neues „Atelier der Meere“ in Baden-Baden

Von BT-Redakteurin Sarah Reith

Baden-Baden (sre) – Mitmachangebote für alle Generationen gibt es ab dem 5. April im „Atelier der Meere“ im Museum LA8. Dabei handelt es sich um eine Kooperation mit dem Museum Frieder Burda.

Neues „Atelier der Meere“ in Baden-Baden

Bauen gleich mit am Korallenriff: Henning Schaper, Christiane Righetti, Kathrin Dorfner und Wolfgang Grenke (von links) stellen den neuen Kreativraum in den Räumen des LA8 vor. Foto: Sarah Reith

Viel früher als erwartet kehrt nach dem Ende der letzten Ausstellung wieder Leben ins Museum LA8 in der Lichtentaler Allee ein. Dort ist ein „Atelier der Meere“ entstanden, eine Ergänzung der aktuellen Schau im benachbarten Museum Frieder Burda. Bei kostenlosem Eintritt können Interessierte jeden Alters sich mit dem Meer und dessen Schutz kreativ und spielerisch auseinandersetzen.

„Die Korallenriffe sind die Regenwälder der Meere“, macht Henning Schaper, Vorstand der Stiftung Frieder Burda, auf die Bedeutung dieses Lebensraums aufmerksam, der im neuen Kreativraum im Fokus steht. Bei den Korallenriffen handle es sich um „die größten von Lebewesen geschaffenen Bauwerke der Welt“. Mitbauen und diese Besonderheit nachempfinden können auch die Besucher des „Ateliers der Meere“. Dabei handelt es sich um ein Kooperationsprojekt der Grenke-Stiftung und der Stiftung Frieder Burda, wie Wolfgang Grenke, Vorsitzender des Kuratoriums der Grenke-Stiftung, berichtet.

Besucher dürfen Riff bauen

In den Räumen des Museums LA8 gibt es nun zum Beispiel den Bereich „Bau dein Riff“: Fertig gehäkelte Korallen können zu Korallenlandschaften zusammengesetzt werden – ähnlich derer, die derzeit im Museum Frieder Burda im Rahmen der Ausstellung „Margarete und Christine Wertheim. Wert und Wandel der Korallen“ zu bewundern sind.

Direkt daneben werden die Besucher im neuen Atelier spielerisch gefragt: „Heute schon gehäkelt?“ Wer sich von der Häkelkunst der Wertheims inspiriert fühlt, kann zu Häkelnadel und Wolle greifen und die Handarbeit einmal selbst ausprobieren. In einem Lese-Bereich findet sich Literatur zu den Themen Meer, Korallen, Umwelt, aber auch praktische Anleitungsbücher zum Thema Upcycling. Dem Upcycling, der Herstellung schöner Dinge aus vermeintlichem Müll, ist zudem eine eigene Station gewidmet. Darüber hinaus gibt es eine Unterwasserwelt, zu der alle Besucher beitragen können: Jeder, der Lust hat, darf eine mit Meereshintergrund bemalte Panoramawand um gemalte Korallen oder Fische ergänzen. In einer Umweltspiele-Ecke liegen vielfältige Spiele bereit. Und auch besondere Workshops zu diversen kreativen Themen sollen angeboten werden.

Zusammenarbeit als Konzept mit Zukunft

Das von den Stiftungen finanzierte Atelier kann kostenlos besucht werden, nach einem Gang durch die Burda-Ausstellung oder unabhängig davon. Das Angebot richtet sich ausdrücklich nicht nur an Kinder, sondern an alle Generationen, betonen Christiane Righetti, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums Frieder Burda, und Kathrin Dorfner, Leiterin der Kunstwerkstatt Museum Frieder Burda. Die beiden haben das „Atelier der Meere“ entwickelt, das an diesem Dienstag, 5. April, erstmals seine Pforten öffnet.

Im LA8 beginnt damit ein neuer Abschnitt. Ende Februar war im Museum für Kunst und Technik im 19. Jahrhundert die Ausstellung „Schön und gefährlich“ zu Ende gegangen – die Letzte, die noch Museumsdirektor Matthias Winzen verantwortet hatte. Nach der Trennung von Winzen hatte Moritz Grenke, der neue Vorstand der Baden-Badener Grenke-Stiftung, betont, dass das Museum weitergeführt wird. Allerdings solle eine längere Pause eingelegt werden, um ein neues Museumskonzept zu erarbeiten. Wie Wolfgang Grenke nun berichtet, war Henning Schaper nach der entsprechenden Ankündigung auf die Grenke-Stiftung zugekommen und hatte eine Kooperation vorgeschlagen.

Das sei auch ein Konzept für die Zukunft, das über das begleitende Angebot zur aktuellen Ausstellung hinaus Bestand haben könne, betont Grenke bei der Vorstellung des Ateliers. Beide Museen hätten weiterhin verschiedene Konzepte, diese Vielfalt wolle man erhalten. Und das LA8 werde in Zukunft „auf jeden Fall“ auch wieder eigene Ausstellungen anbieten. Aber man wolle versuchen, wo möglich zusammenzuarbeiten.

Zum Thema

Öffnungszeiten: Das „Atelier der Meere“ ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei, es kann für ein Meeresschutzprojekt des WWF Deutschland gespendet werden.

Anmeldung für Schulklassen und Gruppen: Für Schulklassen und Gruppen sind auch Termine außerhalb der regulären Öffnungszeiten möglich. Anmeldungen werden unter (0 72 21) 97 39 76 90 oder per E-Mail unter kunstwerkstatt@museum-frieder-burda.de entgegengenommen.

Geschichte des LA8: Anfang April 2009 eröffnete die Grenke-Stiftung das Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts im Anwesen der Lichtentaler Allee 8. Das Museum selbst ist im Neubau des Gebäudekomplexes untergebracht, der Altbau, dessen erste Nutzerin laut Wolfgang Grenke die Königin von Schweden war, ist rund 200 Jahre alt. Für das Ausstellungshaus soll ein neues Konzept erarbeitet werden. Zuletzt hatte es geheißen, dass es frühestens 2023 wieder Ausstellungen geben wird. (sre)