Neues Buch über Kleindenkmale in Kuppenheim und Oberndorf

Kuppenheim (sawe) – Nach jahrelangen Recherchen hat der AK „Kleindenkmale“ ein Buch herausgegeben. Es beschreibt Brunnen, Kreuze, Bildstöcke in Kuppenheim und Oberndorf und die Geschichten dahinter.

Die Mitglieder des Arbeitskreises Heinz Adler (links), Dr. Albrecht Klingsporn (Zweiter von rechts) und Edgar Walz (rechts) überreichen Bürgermeister Karsten Mußler offiziell das erste Exemplar ihrer Dokumentation. Foto: F. Vetter

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Die Mitglieder des Arbeitskreises Heinz Adler (links), Dr. Albrecht Klingsporn (Zweiter von rechts) und Edgar Walz (rechts) überreichen Bürgermeister Karsten Mußler offiziell das erste Exemplar ihrer Dokumentation. Foto: F. Vetter

Neun Jahre währten die Arbeiten insgesamt, jetzt ist das Werk vollbracht und liegt in gedruckter Form vor: „Brunnen, Kreuze, Bildstöcke... und die Geschichten dahinter“ hat der Arbeitskreis (AK) „Kleindenkmale in Kuppenheim und Oberndorf“ seine Dokumentation überschrieben, die mit vielen Bildern illustriert ist. Es ist das Ergebnis jahrelanger Recherchen und ein in dieser Form bisher einmaliges wissenschaftlich fundiertes Nachschlagewerk – noch dazu lebendig geschrieben, sodass das Lesen eine Freude ist.


Dies bestätigte auch Bürgermeister Karsten Mußler: Er sei regelrecht gefesselt gewesen, als er das erste Mal das „nicht alltägliche“ Buch in der Hand hielt, ließ er gestern bei der offiziellen Buchpräsentation wissen, die coronabedingt in ganz kleinem Rahmen im Foyer des Kuppenheimer Rathauses stattfand. Es sei eine ausgezeichnete Leistung, solch ein Werk für die Stadtgeschichte, aber auch für die Gegenwart in ehrenamtlicher Tätigkeit zu schaffen, würdigte der Stadtobere die immense Arbeit des Arbeitskreises. Der hatte jahrelang recherchiert und geforscht, und dabei auch anonyme Stifter von Kleindenkmalen aus der Anonymität herausholen können, wie Dr. Albrecht Klingsporn anmerkte.

„Es steckt viel Arbeit drin“

„Es steckt viel Arbeit drin und es hat lange gedauert“, erinnerte der Historiker daran, dass der Arbeitskreis einst aus einer Projektgruppe des CDU-Stadtverbands hervorgegangen war –  mit dem Ziel, die historischen Kleindenkmale auf der Gemarkung zu erfassen, ihre Geschichte zu recherchieren, zu beschreiben und im Bild festzuhalten, um sie somit in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken. Denn wie oft geht man achtlos an Steinkreuzen, Bildstöcken, Standbildern, Denkmälern, Brunnen oder alten Grenzsteinen vorbei – allesamt Zeugen vergangener Zeiten, die mitunter auch von hoher künstlerischer Qualität sind und zum typischen Charakter von Stadt und Dorf beitragen.

So wurden mit den Jahren rund 50 Kleindenkmale in Kuppenheim und Oberndorf dokumentiert, darunter auch Brunnen und Gedenkstätten und einen Grenzstein. Einige Objekte konnten auch bereits wieder her- oder aufgestellt werden – so zwei einst verschwundene Epitaphe des Kuppenheimer Pfarr-Rektors und Ehrenbürgers Franz Joseph Herr (1778-1837). Auch gingen die Heimatforscher der spannenden Frage nach, wann und in welchem Zusammenhang die Eisengussbrunnen nach Kuppenheim kamen und woher sie stammen. Das war vor einigen Jahren noch nicht bekannt.

Die beschriebenen Objekte in dem Buch stammen aus der Zeit zwischen dem 13. und 20. Jahrhundert, die Arbeitskreis-Autoren schildern deren Aussehen, erläutern die Inschriften und die Symbole. „Was bedeutet es zum Beispiel, wenn sich zwei gekreuzte Knochen an einem Steinkreuz befinden?“ stellte Klingsporn in den Raum. Und warum wurden bestimmte Steinkreuze aufgestellt? War es für das eigene Seelenheil, die Erfüllung eines Gelübdes, als Erinnerung an die Familie oder an die eigene Person? Da gibt es mehrere Zwecke – und eben interessante Geschichten dahinter. Und es geht auch um die Bedeutung, die die Denkmale heute noch haben. Insofern sei es eine „fantastische Brücke, die einen Blick in die Vergangenheit ermöglicht“, meinte Klingsporn – und fügte an: „Wir sind zufrieden mit dem, was herausgekommen ist.“.

Der Arbeitskreis, dem neben Albrecht Klingsporn Heinz Adler und Edgar Walz angehören, hat das Buch seinem verstorbenem Mitglied Paul Frosch gewidmet, der durch sein reiches Wissen viele Hinweise über die beiden Orte und ihre Bewohner geben konnte, sagte Klingsporn. Mit Dank erinnere man sich auch an den Stadtarchivar Gerhard Linder, der den Arbeitskreis bei seinen Recherchen bis kurz vor seinem Tod unterstützt habe.

Zunächst 300 Exemplare gedruckt

Lange hatte der Arbeitskreis nach einer Möglichkeit gesucht, um die gesammelten Erkenntnisse in eine Buchform zu bringen, ohne sich in finanzielle Abenteuer stürzen zu müssen oder auf einen Sponsor gehofft. Schließlich hatten die Mitglieder selbst die Initiative ergriffen, um ihr Werk zu Ende zu bringen und die Herausgabe selbst finanziert. AK-Mitglied Walz übernahm die Gestaltung und kümmerte sich um die „Drucklegung“. Die Marke Eigenbau, sowohl inhaltlich als auch optisch, hat nun den Vorteil, dass dieses Buch zum kostengünstigen Preis von 12,50 Euro verkauft werden kann. 300 Exemplare wurden zunächst aufgelegt. Das Buch hat einen festen Einband, ist 216 Seiten dick. Die Texte stammen von Albrecht Klingsporn und Heinz Adler, die Fotos zu den Objekten von Klingsporn und Edgar Walz.

Das Werk „Brunnen, Kreuze, Bildstöcke ... und die Geschichten dahinter“, ist an drei Verkaufsstellen erhältlich: im Foyer des Rathauses, in der Katholischen Öffentlichen Bücherei (KÖB) und im Eine-Welt-Laden.

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Erstellt:
21. August 2020, 14:42 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 14sec

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