Neues Chorprojekt in Rastatt gestartet

Rastatt (schx) – Der Rastatter Religionspädagoge Thomas Richers sucht für sein Chorprojekt unter dem Motto „Sing mit!“ Menschen aller Altersklassen, die viel Spaß am Singen haben.

Chorleiter Thomas Richers möchte mit der neuen Formation bereits in einem halben Jahr auftreten. Foto: Xenia Schlögl

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Chorleiter Thomas Richers möchte mit der neuen Formation bereits in einem halben Jahr auftreten. Foto: Xenia Schlögl

„Bevor wir singen, atmen wir tief ein und drücken unseren Bauch wie einen Blasebalg raus“: Chorleiter Thomas Richers macht die Übung unter großem Gelächter vor, „der Bauch ist unser Werkzeug zum Singen – also alle aufstehen und tief einatmen!“ Die zweite offene Probe des neuen Chorprojekts „Sing mit!“ ist noch besser besucht als die erste, die Anfang Oktober stattfand. 25 Frauen und elf Männer finden sich im Saal des Seniorentreffs in der Rheintorstraße 25 in Rastatt ein. Fast alle Altersklassen sind vertreten. Was sie eint, ist die Freude am Singen und das am liebsten gemeinsam. Was bedeutet „offene Probe“? „Es ist ein erstes Kennenlernen“, beschreibt Richers die Intention dahinter, „ein leichtes Einsingen, zu hören, wie die eigene Stimme klingt und ob man klanglich mit der Gruppe harmonieren kann.“ Eine musiktheoretische Vorbildung sei nicht nötig, man dürfe nur keine Hemmungen haben, „laut zu singen“. Thomas Richers ist eine bekannte Größe in Rastatt. Der evangelische Religionspädagoge leitete 15 Jahre lang den Gospelchor in der Petrusgemeinde. Inzwischen ist er Inhaber einer Werbeagentur und war bis zum Juli der ehrenamtliche Vorsitzende des Gewerbevereins RA³. „Das Musikmachen fehlte mir in den letzten Jahren total“, sagt er rückblickend, „aber mehr als ein Ehrenamt wollte ich nicht machen, denn Zeit ist für mich ein wertvoller Schatz.“

Singen liegt Richers im Blut

Die Idee der Gründung eines Pop-Soul-Chors schwirrte ihm schon längere Zeit im Kopf herum. Richers kokettiert gerne mit der Aussage, dass er keine Noten lesen könne und sich das Gitarrespielen autodidaktisch beigebracht habe. Das Musizieren und Singen liegen ihm im Blut. Er möchte einen „modernen Chor für Laien aller Altersklassen“ leiten. Perfektion finde er langweilig, lieber bringe er Menschen zusammen, die „lustvoll und gerne singen“. Im Übungsraum sitzen alle in einer U-Form zusammen, separiert nach ihrer Stimmlage. In der Mitte die Männer, deren Tonlage Bass und Tenor ist, links und rechts die weiblichen Stimmen unterteilt in Sopran und Alt. Gibt es keine Bedenken aufgrund der Corona-Pandemie? Es gelte die 3G-Regel, so Richers. Vor Beginn der Chorprobe werde dies überprüft, zudem sei eine Kontaktverfolgung mit der Luca-App gegeben und für ausreichende Lüftung werde auch gesorgt. „Irgendwann müssen wir alle wieder zur Normalität zurückfinden.“

Viele der Teilnehmer sind über die sozialen Medien auf das Chorprojekt gestoßen. Der 38-jährige Martin Bula hatte bisher nur mit Karaoke-Apps Erfahrungen im Singen sammeln können. Nun sitzt er bei den Männern in der Bass-Reihe und genießt es, in der Gruppe zu singen. Spaß macht es auch dem 37-jährigen Christoph Himmel, der heute das erste Mal dabei ist. Er hofft, dass seine Stimme den Anforderungen genügen kann. „Die Stimme und das Singen werden durch regelmäßiges Training deutlich besser“, weiß Richers aus Erfahrung. 90 Minuten dauert eine Probe, da komme man anfangs noch schnell aus der Puste.

Erster Auftritt in einem halben Jahr

Richers begleitet nun mit seiner Gitarre das erste Warming-Up-Lied. Mehrstimmig in allen Tonlagen sollen die vier Refrain-Zeilen des 1984er Hits „I wanna know what love is“ der Rockgruppe „Foreigner“ gesungen werden. Richers singt der jeweiligen Gruppe vor, wie ihr Part sich anhören müsste. Ein aufrollbares Klavier hilft ihm, den genauen Ton zu definieren. Obwohl jeder der Chorteilnehmer das Lied kennt, ist es anstrengend, in der eigenen Stimmlage zu bleiben und die Vokale richtig auszusingen. Die 44-jährige Simone Knopf aus Plittersdorf hat schon einige Jahre Chorerfahrung. Für sie ist das Singen ein „wunderbarer Ausgleich zum Alltag und bringt viel positive Energie“. Sie schätze Thomas Richers als Chorleiter, weil er so viel Freude am musikalischen Gestalten habe und sein Enthusiasmus sich auf die Gruppe übertrage. Die Ideen für seine Arrangements bekommt Richers durch das Anhören der Originalsongs und der Cover-Versionen. „Learning by Doing“, eine These, die nicht nur für die Sänger gilt, sondern auch für ihn. Zehn Lieder möchte er mit der festen Chorformation einstudieren und in einem halben Jahr auftreten. „Mein Traum ist es, dass wir das Publikum mit unseren Liedern berühren können.“ Die Teilnahme ist kostenfrei. Auch wenn die Freude am Singen ganz oben steht, ohne Konzentration und Disziplin könne keine gute Chorarbeit geleistet werden, sagt Richers. Er freue sich, wenn noch neue Stimmen hinzukämen, und empfiehlt, „sich auf Überraschungen einzulassen“. Die dritte und letzte offene Probe findet am Montag, 18. Oktober um 19 Uhr statt. Anmeldungen unter chor@thomas-richers.de.

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Erstellt:
15. Oktober 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
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