Neues Energiekonzept für Ottersweiers Ortsmitte

Ottersweier (BT) – Nachhaltige Wärmeversorgung für Kommune, Betriebe und Privathaushalte: Das ist das Ziel eines energetischen Quartierskonzepts, das die Gemeinde Ottersweier im Ortszentrum erstellt.

Das neue Klimaschutzprojekt legt den Fokus auf eine nachhaltige Wärmeversorgung der Ortsmitte von Ottersweier.  Foto: VMS Design GmbH

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Das neue Klimaschutzprojekt legt den Fokus auf eine nachhaltige Wärmeversorgung der Ortsmitte von Ottersweier. Foto: VMS Design GmbH

Die Gemeinde Ottersweier will im Rahmen ihrer Klimaschutzaktivitäten ein energetisches Quartierskonzept erstellen lassen. Dazu wurde ein Gebiet im Zentrum der Kommune definiert, das auf eine potenzielle Nahwärmeversorgung untersucht werden soll. Das Quartier hat die Form eines Schmetterlings.
Der „Schmetterlingskörper“ erstreckt sich von der Hauptstraße entlang der Laufer Straße bis zum Rathaus. Der rechte „Flügel“ beinhaltet das Gebiet um die katholische Pfarrkirche und das Gemeindehaus bis hin zur Hauptstraße und dem Sonnenplatz. Den linken „Flügel“ bildet der Bereich südlich der Friedhofstraße bis zur Schule und der Sporthalle inklusive Blumenstraße, konkretisiert die Gemeinde in ihrer Mitteilung.

Ziel des staatlich geförderten Projektes ist es, den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoß durch eine nachhaltige Wärmeversorgung deutlich zu senken. „Sollten wir im Ergebnis die Machbarkeit eines Nahwärmenetzes feststellen, bräuchten langfristig alle Gebäudeeigentümer im Quartier – ob Kommune, Gewerbetreibende oder private Haushalte – keine eigene Heizung mehr, sondern könnten ihre Wärme zentral beziehen“, betont Bürgermeister Jürgen Pfetzer die Vorteile.

Bis Energie fließt, wird es zwar noch einige Zeit dauern, aber der Anfang ist gemacht: Am 1. Juni fiel der Startschuss für die Erarbeitung des Quartierskonzepts. Fachliche Unterstützung erhält die Gemeinde Ottersweier dabei von der Energieagentur Mittelbaden gGmbH und der IBS Ingenieurgesellschaft.

„Daten werden vertraulich behandelt“

Die Spezialisten beginnen nun im ersten Schritt, den Gebäudebestand zu erfassen. Das geschieht direkt vor Ort. „Die Experten machen Fotos von den Häusern und werden auch klingeln, um die Bewohner zu befragen“, erläutert Jessica Hodapp, lokale Ansprechpartnerin der Kommune, das Vorgehen. „Die Daten werden absolut vertraulich behandelt“, versichert sie und bittet um breite Unterstützung der Bevölkerung. Die Informationen seien notwendig, um den Wärmebedarf für das Gebiet zu ermitteln und eine technische Lösung für die Nahwärmeversorgung zu erarbeiten. Betroffene Bürger und Unternehmen würden auch noch per Brief informiert.

Bei den Umfragen unter den Immobilienbesitzern geht es etwa darum, Informationen über das Alter des Gebäudes, die Wohnfläche, die Heizanlage, die Anzahl der im Haus lebenden Personen, den aktuellen Energieverbrauch und bereits durchgeführte Sanierungsmaßnahmen zu erhalten. „Je mehr Input wir erhalten, umso belastbarer wird das Konzept“, unterstreicht Fabienne Körner, Geschäftsführerin der Energieagentur Mittelbaden. Die Eigentümer profitierten ebenfalls von der Datenerhebung. Sie erhielten kostenlos, speziell auf ihr Gebäude abgestimmte Informationen darüber, welche Sanierungsmaßnahmen ökonomisch und ökologisch sinnvoll wären, was sie investieren müssten und wie hoch die Energiekosteneinsparungen sein könnten. Auch Potenziale für Photovoltaikanlagen würden aufgezeigt. „Alle Gebäudebesitzer in dem Quartier, die in den nächsten Monaten darüber nachdenken, ihre Heizung zu modernisieren, sollten diese Maßnahme erst einmal zurückstellen, um sich die Option für umweltfreundliche Nahwärme offenzuhalten“, rät Körner.

Bürgermeister Pfetzer weist darauf hin, dass die Hauseigentümer im Quartier nicht verpflichtet sind, im Falle einer Realisierung das Angebot einer zentralen Energieversorgung anzunehmen. „Sollten wir ein Nahwärmenetz umsetzen können, hoffen wir jedoch auf eine große Resonanz, weil das Nahwärmekonzept wirtschaftlich sonst nicht darstellbar ist.“ Bei Fragen oder Infos zum Quartierkonzept steht vonseiten der Kommune Jessica Hodapp, (07223)98655, Jessica.Hodapp@ottersweier.de, zur Verfügung. Fachliche Fragen oder Infos zum Ablauf beantwortet auch die Energieagentur Mittelbaden, (07222) 159080, kontakt@energieagentur-mittelbaden.de.

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Erstellt:
11. Juni 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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