Neues Leben für ein Bühler Kult-Lokal

Bühl (nad) – Das Café „La Vie“ am Bühler Stadtpark übernimmt den Platz des einstigen Kult-Lokals „Carlos“. Ein junger Offenburger ist der neue Wirt direkt neben dem Stadtpark.

Mehmet Akol (links) freut sich in seinem neuen Café „La Vie“ über ehemalige „Carlos“-Stammgäste, hier mit Edward Leible (rechts). Foto: Natalie Dresler

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Mehmet Akol (links) freut sich in seinem neuen Café „La Vie“ über ehemalige „Carlos“-Stammgäste, hier mit Edward Leible (rechts). Foto: Natalie Dresler

Es gibt wieder ein Café am Stadtpark: Restaurantfachmann Mehmet Akol aus Offenburg hat sich mit der Eröffnung seines Café „La Vie“ am 1. Juli einen großen Traum erfüllt. Damit ist er Nachfolger des Kult-Lokals „Carlos“ , das im Dezember letzten Jahres endgültig geschlossen hat.

26 Jahre ist er jung und schon vor seiner Ausbildung sei für Mehmet Akol „ganz klar“ gewesen, dass er sich irgendwann mit einem eigenen Café oder einer Bar selbstständig machen möchte. „Ich wollte schon immer mein eigenes System aufbauen und meine Visionen verwirklichen“, betont er im BT-Gespräch.

Seine Lehre zum Restaurantfachmann hat er im „Ritter“ in Durbach und im Gasthof „Blume“ in Rammersweier gemacht, danach war er zwei Jahre als Barkeeper in Offenburg tätig, zum Beispiel im Gefängnis-Hotel „Liberty“ – stets mit dem Ziel, zum geeigneten Zeitpunkt den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen. Und dieser Zeitpunkt kam im März dieses Jahres, als er den Pachtvertrag für das leer stehende Lokal in der Eisenbahnstraße 17 unterschrieben hat. Anschließend habe er das Café über vier Monate lang mit Unterstützung seiner Familie renoviert und der Räumlichkeit mit seinem persönlichen Stil, einer Mischung aus lässig und chic, wieder neues Leben eingehaucht. „Das war schon viel Arbeit“, sagt er rückblickend. Einige Elemente, beispielsweise die Bar, hat er behalten. Im Außenbereich neben der Terrasse sei eine neue Lounge-Ecke mit Sitzgelegenheiten aus Europaletten geplant.

Party am Weihnachtsfeiertag soll stattfinden

Nicht nur bei der Einrichtung möchte der 26-Jährige seine Ideen verwirklichen, auch kleine Veranstaltungen habe er im Sinn. Neben Weinproben in Kooperation mit der Affentaler Winzergenossenschaft möchte er seinen Gästen Spirituosen- und Cocktailproben anbieten, außerdem soll es „ab und an“ Livemusik geben. Die Antwort auf die Frage, ob er die berühmte Party am zweiten Weihnachtsfeiertag fortführen werde, die es unter „Carlos“-Wirt Karl Heinrich Jäger jahrelang gab, dürfte viele Bühler freuen: „Wenn es Corona zulässt – auf jeden Fall.“

In dieser Hinsicht sei der Offenburger optimistisch und habe sich auch vor der Eröffnung nicht von negativen Gedanken an einen möglichen nächsten Lockdown beeinflussen lassen. Mit der Neueröffnung möchte er die letzten eineinhalb Jahre, in denen er sich pandemiebedingt sehr eingeschränkt gefühlt habe, hinter sich lassen. Auch der „locker, flockige“ Name solle diesen Neuanfang verdeutlichen, denn mit „La Vie“, auf Deutsch „Das Leben“, möchte Akol „dem Leben huldigen“.

Bisher sei er „sehr zufrieden“ mit dem Gästeaufkommen und „positiv überrascht“ – denn ein bisschen Angst, dass sein Konzept nicht gut ankommen und er möglicherweise auf den Investitionskosten „sitzen bleiben“ würde, hatte der frisch gebackene Selbstständige schon. Auch ehemalige „Carlos“-Stammgäste wie Edward Leible, bei den Bühlern als „Eddie aus Miami“ bekannt, kämen regelmäßig vorbei und seien „Gott sei Dank sehr happy“. Karl-Heinrich Jäger selbst war ebenfalls schon in seinem ehemaligen Lokal zu Besuch.

Türkisches Frühstück, hausgebackene Kuchen, frisch zubereitete Snacks und eine Getränkekarte, die von Kaffee über badisches Bier zu Cocktails eine breite Auswahl bietet – im „La Vie“ kann man sich von Mehmet Akol kulinarisch bedienen lassen und am Bühler Stadtpark auf das Leben anstoßen, ganz nach der Vision und Intention des Vollblutgastronomen.

Ihr Autor

BT-Volontärin Natalie Dresler

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Erstellt:
29. Juli 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 38sec

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