Neues Schulwegekonzept in Bietigheim

Bietigheim (naf) – Die Gemeinde Bietigheim stellt ihr neues Schulwegekonzept vor. Das Maskottchen „Hardty“ soll die Kinder animieren, in die Schule zu laufen.

Auch Eltern wie Martina Bellavia (links vorne) und Christina Heß (rechts vorne) haben das Konzept mitentwickelt. Foto: Nadine Fissl

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Auch Eltern wie Martina Bellavia (links vorne) und Christina Heß (rechts vorne) haben das Konzept mitentwickelt. Foto: Nadine Fissl

„Als Grundschüler bin ich auch immer in die Schule gelaufen, damals noch mit einer dieser orangefarbenen Erstklässler-Kappen“, erzählte Bürgermeister Constantin Braun bei der Vorstellung des neuen Schulwegekonzepts der Gemeinde Bietigheim. Denn eine bessere Konzentration, die Stärkung des Immunsystems und das Abbauen von Anspannung seien nur einige der vielen positiven Aspekte des „In-die-Schule-Laufens“.

Man könne es Verkehrschaos nennen, was sich an manchen Tagen vor der Bietigheimer Grundschule abspielt, sagte Braun. Viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zum Unterricht und holen sie danach wieder ab. Mit dem neuen Schulwegekonzept soll in Zukunft möglichst darauf verzichtet werden, nicht nur der Umwelt zuliebe, sondern auch weil der rege Verkehr vor der Einrichtung eine Gefahr für die Schüler darstellen kann.

In Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro für Verkehrswesen Koehler und Leutwein, der Bietigheimer Grundschule sowie auch den Eltern wurde nun ein Schulwegeplan erstellt. Laut Braun habe man dafür Gefahren definiert, Querungshilfen ausfindig gemacht und so die sichersten Wege gesucht. „Sicher mit Hardty“ steht auf dem Flyer, in dem der Plan zu finden ist. Zebra „Hardty“ ist das neue Maskottchen, das die Kinder ab kommender Woche auf ihrem Weg zur Schule begleiten wird, und „das sie sich in einem Malwettbewerb selbst ausgedacht haben“, sagt Martina Schauer vom Jugend-, Familien- und Seniorenbüro.

Laufender Schulbus setzt sich in Bewegung

Insgesamt neun „Hardtys“ werden an verschiedenen Orten in Bietigheim als Stationen für den „Laufenden Schulbus“ angebracht. Dort können die Kinder sich treffen und gemeinsam zur Schule laufen. In Ötigheim hat man mit „Willi Wachsam“ bereits ein ähnliches Konzept, das sich laut Braun als sehr erfolgreich herausstellte. 95 Prozent der Schüler würden den Schulweg seither zu Fuß antreten.

Eine Besonderheit des Bietigheimer Schulwegeplans seien die eingezeichneten Notinseln. Sollten sich Kinder unsicher fühlen, auf Toilette müssen oder Unterstützung jeglicher Art benötigen, finden sie diese in einer Notinsel, wie der Bernhardus-Apotheke oder der Bäckerei. Mit einem Sticker werden die Gebäude gekennzeichnet.

Für Eltern, die ihre Kinder trotzdem in die Schule fahren müssen, sind die „Elterntaxi- Haltestellen“ im Plan eingezeichnet. Dort können Schüler in Ruhe ein- und aussteigen und die letzten Meter zu Fuß gehen.

„Es soll wieder zur Gewohnheit werden, dass Kinder zur Grundschule laufen“, sagt Braun. Als Ansporn dafür habe man sich ein Belohnungssystem ausgedacht. In den Klassenzimmern werden Stempelpläne angebracht, auf denen jedes Kind, das zur Schule gelaufen ist, sich selbst einen Stempel geben darf, auch die Schüler, die an einer der „Elterntaxi- Haltestellen“ starteten. Pro Halbjahr werden die Stempel gezählt und eine Überraschung ausgegeben. Und wer kontrolliert das Ganze? „Die härteste aller Kontrollen“, schmunzelt Braun – die Kinder selbst.

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Erstellt:
10. September 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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