Neues über die Natur vor der Haustür

Baden-Baden (vn) – Naturschutzgebiete sind im Regierungsbezirk Karlsruhe beliebte Ausflugsziele. Zugleich wächst der Wunsch nach mehr Informationen über die Kleinode. Jetzt gibt es neue Angebote.

Landschaftspflegetrupp im Einsatz: Informationstafeln sind wichtig, um die großen Zusammenhänge zu erläutern. Foto: Regierungspräsidium Karlsruhe

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Landschaftspflegetrupp im Einsatz: Informationstafeln sind wichtig, um die großen Zusammenhänge zu erläutern. Foto: Regierungspräsidium Karlsruhe

Das Regierungspräsidium lässt derzeit den Landschaftspflegetrupp des Naturschutzreferats wieder zahlreiche Schilder erneuern und in vielen Gebieten zusätzliche Informationstafeln aufstellen. Das bekannteste Erkennungszeichen ist das charakteristische dreieckige Naturschutzgebietsschild mit einer grünen Umrandung am Wegesrand. Das Schild allein verrät allerdings nicht viel. Die großen Zusammenhänge werden deshalb mit den Informationstafeln erläutert. Sie enthalten einen informativen Textteil und eine Bildauswahl typischer Pflanzen- und Tierarten, die es im jeweiligen Gebiet gibt. Sehr oft ist auch eine Karte abgebildet, die der Orientierung dient.

Und gerade die ist wichtig, um die Bedeutung des Schutzgebietsnetzes für die Region zu erkennen. „Naturschutzgebiete schützen heißt Artenvielfalt erhalten“, betont Referatsleiter Daniel Raddatz. „Im gesamten Regierungsbezirk gibt es aktuell 229 Naturschutzgebiete mit knapp drei Prozent der Fläche des Regierungsbezirks. Auf diesem vergleichsweise kleinen Areal finden zahlreiche seltene Tiere und Pflanzen ihren Lebensraum“, so Raddatz weiter.

Große Flächen unter Schutz

Doch wer weiß, dass der Landkreis Rastatt mit 5,45 Prozent Anteil an der gesamten Kreisfläche mit großem Abstand auf Platz eins liegt, gefolgt von Baden-Baden mit 4,94 Prozent Anteil an der Fläche des Stadtkreises? In der Praxis verbergen sich dahinter teils große Flächen, deren genaue Abmessungen sich aber ohne Informationstafeln oder geeignetes Hilfsmaterial für Laien nicht erfassen lassen.

Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, kommt ohne elektronische Hilfsmittel nicht mehr aus – am heimischen PC, mit Tablet oder Smartphone in der Hand. Der Aufwand lohnt sich, man lernt viel Neues über die Heimat.

Interaktiver Dienst Udo hilft weiter

Am bequemsten kann man Exkursionen mit dem Daten- und Kartendienst der Landesanstalt für Umwelt (LUBW) vor- oder nachbereiten. Auf Landkarten sind die Gebiete in jeder Gemeinde leicht zu finden. Allerdings muss man ein wenig herumprobieren, denn der interaktive Dienst Udo (Umwelt-Daten und -Karten Online) liefert eine Vielzahl von Informationen, die man hinzunehmen oder abwählen kann. Abrufbar sind die Karten unter https://udo.lubw.baden-wuerttemberg.de und dann über die Legende das Menü Natur und Landschaft/Naturschutzgebiete wählen. Auf der Karte links sind beispielsweise die Naturschutzgebiete der Region rot markiert. Jede Fläche lässt sich anklicken. Dann öffnet sich ein neues Fenster, in dem man Steckbrief, Datenauswertebogen und gegebenenfalls auch Fotos anschauen kann.

Wo geht es zum nächsten Picknickplatz?

Wer unterwegs ist und sofort Informationen möchte, kann das Smartphone zücken und die App „Meine Umwelt“ des Landes Baden-Württemberg antippen. Die App zeigt, bei entsprechender Freigabe durch den Nutzer, den Standort im Gelände an und beinhaltet viele weitere Hintergrundinformationen zum ausgewählten Naturschutzgebiet. Im Themenbereich „Erleben“ finden Nutzer die Grenzen der Schutzgebiete, Wanderrouten außerhalb der Gebiete sowie Vorschläge für Lehrpfade und sehenswerte Punkte. So ist es möglich, auch außerhalb von Naturschutzgebieten einen Picknickplatz zu finden oder festzustellen, wo man mit Kindern ohne Einschränkung die Natur erkunden kann.

„Viele Arten sind empfindlich und auf ungestörte Rückzugsflächen angewiesen“, sagt Daniel Raddatz vom Regierungspräsidium. „Für Naturliebhaber, Spaziergänger und Fahrradfahrer heißt es im Naturschutzgebiet immer: Rücksicht nehmen! Die Natur hat Vorrang.“ Erholungssuchende müssen auf befestigten Wegen bleiben und jede Störung der Tier- und Pflanzenwelt vermeiden. Hunde müssen stets angeleint werden.

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Erstellt:
15. Mai 2020, 06:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 34sec

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