Neuordnung in der Landwirtschaft

Rastatt (ema) – Mit dem Erdbeer- und Spargelhof Kretzschmar hat sich ein Traditionsbetrieb aus der Landwirtschaft zurückgezogen. Die Stadt sucht neue Pächter und entwickelt ein Konzept zum moderneren Flächenmanagement.

Über Jahrzehnte war der Erdbeer- und Spargelhof Kretzschmar bei Plittersdorf eine feste landwirtschaftliche Größe. Foto: fuv

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Über Jahrzehnte war der Erdbeer- und Spargelhof Kretzschmar bei Plittersdorf eine feste landwirtschaftliche Größe. Foto: fuv

Just im Zuge einer bevorstehenden Neuordnung der Landwirtschaft in Rastatt zieht sich ein angestammter Betreiber zurück. Der Erdbeer- und Spargelhof Kretzschmar ist offenbar nicht mehr aktiv. Die Stadtverwaltung führt Gespräche über eine Neuverpachtung der Flächen – und arbeitet gleichzeitig an einem Konzept, mit dem ein möglichst verträgliches Miteinander von Landwirtschaft, Forst und Naturschutz angestrebt wird.
Der Name Kretzschmar war über Jahrzehnte eine feste Größe in der Landwirtschaft. Der Hof wurde seit 1961 betrieben; an der Landstraße zwischen Rastatt und Plittersdorf war das Angebot unübersehbar, wenn in der warmen Jahreszeit ein Stand direkt neben den Feldern zum Kauf von Erdbeeren und Spargel lockte. Doch damit ist Schluss. Der Pachtvertrag endet Mitte November dieses Jahres, wie die Stadtverwaltung auf BT-Nachfrage informierte. Auf den Feldern ist nicht zu übersehen, dass schon in dieser Saison nicht mehr angebaut wurde.

Warum der Betrieb aufhört, darüber wollte die Familie Kretzschmar mit dem BT nicht sprechen. Aus informierten Kreisen ist zu hören, dass unter anderem die Bewässerung Probleme bereitete. Der Hof nutzte Wasser aus dem Riedkanal, doch der ist bekanntlich mit PFC belastet. Die Chemikalie soll auch für Ernteausfälle gesorgt haben.

Pachtverträge mit 17 Landwirten

Wie viele Flächen durch den Rückzug von Kretzschmar jetzt frei werden, dazu will die Stadtverwaltung keine Angaben machen. Insgesamt hat die Stadt derzeit Pachtverträge mit 17 Landwirten. Mit interessierten Nachfolgern laufen Gespräche.

Denkbar ist auch, dass neue Nutzungen zum Zuge kommen mit anderen Kulturen oder Wald, wie die Pressestelle auf Nachfrage erläuterte. Eine neue Marschroute will die Verwaltung mit einem Konzept zum Flächenmanagement entwerfen. Damit will man verschiedene Ziele erreichen: Die Landwirte hätten mehr Planungssicherheit, auch was die Pachtverträge angeht, die momentan nur von Jahr zu Jahr verlängert werden. Zum andern soll in dem Projekt von Stadt, Landwirtschaftsamt und Vermessungsamt versucht werden, die Flächenstruktur für die Landwirte zu verbessern, Ausgleichsflächen bei Belangen des Naturschutzes und Forsts zu finden sowie Flächen zu ermitteln, die sich für „produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahmen“ (PiK) eignen. Dahinter verbirgt sich das Ziel, im Zuge einer zunehmenden Bodenversiegelung den Naturschutz zu fördern und dabei landwirtschaftliche Flächen aufzuwerten. Das Konzept soll im Spätsommer vorliegen und dann mit den Landwirten besprochen werden.


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