Neusatzeck: Pläne für Seniorenzentrum nehmen Hürde

Bühl (ar/sre) – Nach vielen Diskussionen um die Zukunft des Klosterareals Neusatzeck haben Ortschafts- und Gemeinderat nun den Weg freigemacht für eine Offenlage des Bebauungsplans.

Die Pläne für ein Seniorenzentrum auf dem Areal des Klosters Neusatzeck (das Bild zeigt das Mutterhaus) sollen ab dem 11. August öffentlich ausgelegt werden. Foto: Siegfried Kachel

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Die Pläne für ein Seniorenzentrum auf dem Areal des Klosters Neusatzeck (das Bild zeigt das Mutterhaus) sollen ab dem 11. August öffentlich ausgelegt werden. Foto: Siegfried Kachel

Im Bühler Ortsteil Neusatz ist Ernüchterung eingetreten hinsichtlich der künftigen Nutzung des Klosterareals Neusatzeck. Wie berichtet, hatte der Gemeinderat vor zwei Wochen doch noch eine Grundsatzentscheidung für ein Seniorenzentrum gefällt – entgegen der Wünsche des Ortschaftsrats nach Wohnbebauung. Nun beschäftigten sich beide Gremien erneut mit dem Areal.

In den Sitzungen des Ortschaftsrats am Dienstag und des Gemeinderates gestern Abend ging es bereits um die Billigung des Bebauungsplanentwurfs „Seniorenzentrum Neusatzeck“ sowie um dessen Offenlage. Das Projekt nahm diese Hürde in beiden Gremien mehrheitlich. Der Neusatzer Ortschaftsrat fordert allerdings einige Änderungen in der Planung.

Verschiedene Änderungswünsche

Einvernehmen herrschte im Ortschaftsrat, dass man die von Franz Fallert (FW) vorgetragenen Änderungsvorschläge bereits vor der Offenlage in den Bebauungsplanentwurf einarbeiten sollte. Einen entsprechenden Antrag stellte Fallert dann gestern Abend im Gemeinderat. Oberbürgermeister Hubert Schnurr gab allerdings zu bedenken, dass die Punkte fachtechnisch geprüft werden müssten. Er schlug vor, sie bereits aufzunehmen und auch an die Unterlagen der Offenlage anzuhängen. Eine endgültige Entscheidung solle der Gemeinderat dann aber später treffen – wenn klar sei, ob die Ideen technisch machbar seien. Dem schlossen sich die Stadträte mehrheitlich an.

Unter anderem kritisierte Fallert, dass das U-förmige Gebäude, das neben dem Mutterhaus für betreutes Wohnen entstehen soll, in dem Entwurf zu nah an der Straße vorgesehen sei: Es müsse mindestens fünf Meter vom Straßenrand entfernt sein. Dem stimmte auch Georg Feuerer (CDU) zu. Auch eine Erhöhung der Gebäudehöhen, wenn eine Solaranlage eingebaut werde, wollte Fallert streichen. Und er forderte eine Festlegung, dass in dem U-förmigen Gebäude ausschließlich betreutes Wohnen, keine anderen Wohnungen zugelassen werden. Zudem sollten seiner Ansicht nach die vom Investor geplanten Holzfassaden schon im Bebauungsplan festgeschrieben werden.

Offenlage ab August geplant

Auf die Bedeutung des nächsten Schritts im Verfahren hatte Ortsvorsteher Hans-Wilhelm Juchem bereits am Dienstag im Ortschaftsrat hingewiesen. „Wir müssen die Offenlage beschließen, damit die Träger öffentlicher Belange und die Bürger ihre Stellungnahmen vortragen und Widersprüche geltend gemacht werden können“, hatte er betont. Geplant sei, den Planentwurf vom 11. August bis 18. Septemberöffentlich auszulegen.

Auch über dieses Datum zeigte man sich im Ortschaftsrat allerdings unzufrieden. „Dass gebaut wird, das Thema ist durch“, sagte etwa Helmut Krampfert (SPD), der sich aber fragte, warum die Offenlage für ein solches Projekt während der Urlaubszeit erfolge.

Kritik am schnellen Vorgehen

„Ich werde heute nicht zustimmen, weil ich überzeugt bin, dass dies der falsche Weg ist“, betonte Ortschaftsrat Hubert Oberle (CDU), der ebenfalls Kritik an der schnellen Offenlage äußerte. Was nun entstehen solle, bezeichnete er als „Monsterbau“ in einem Landschaftsschutzgebiet. Die vom neuen Architekten vorgelegte Darstellung sei besser verpackt, die Baumaßnahme jedoch identisch. Kritik hagelte es auch in Richtung Bühler Rathaus: Seine Anfrage auf Kopie des anwaltlichen Schreibens betreffend die Schadensersatzansprüche des Investors sei abgelehnt worden.

Ortsvorsteher Juchem betonte dann gestern im Gemeinderat aber dennoch, dass der Ortschaftsrat das Projekt zwar kritisch, aber konstruktiv begleiten wolle. „Der Ortschaftsrat möchte, dass das ein erfolgreiches Projekt wird.“ OB Schnurr betonte, man werde die Anregungen berücksichtigen. Zudem verwies er auf die Verdienste des Gremiums in Bezug auf die neue Planung und die Reduzierung der Gebäudehöhen: Ohne den Ortschaftsrat wäre das Projekt nie in die jetzige Form gebracht worden, betonte der OB.

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Erstellt:
22. Juli 2020, 21:36 Uhr
Lesedauer:
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