Neusatzer Kinder „wusseln“ im Wald

Bühl (sga) – Spaß an der frischen Luft: Die Waldhütte des Kindergartens St. Borromäus für die Gruppe der „Wald-Wussel“ kommt gut an. Die Kinder spielen gerne draußen.

Im Wald lässt es sich besonders gut spielen: Die Kleinen fühlen sich in der Natur Tag für Tag sehr wohl.  Foto: Sarah Gallenberger

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Im Wald lässt es sich besonders gut spielen: Die Kleinen fühlen sich in der Natur Tag für Tag sehr wohl. Foto: Sarah Gallenberger

Oben am Waldrand, direkt neben dem Sportplatz in Neusatz, kann man die Rufe aufgeweckter Kinder hören. Und auch einiges sehen: Zwischen den Bäumen steht ein blauer Bauwagen, etwas weiter hinten kann man die hölzerne Hütte des Kindergartens St. Borromäus entdecken.

„Das ist unser Waldhaus“, erklärt Kindheitspädagogin Julia Kraus. „Hier können wir uns richtig austoben.“ Und das bereits seit rund einem Jahr. Denn die Aufmerksamkeit von Groß und Klein, die die rund 76.000 Euro teure Hütte im Januar 2020 im Rahmen eines Richtfests erlangt hat, lässt bis heute nicht nach. Täglich wird auf dem Waldstück neben dem Sportplatz in Neusatz gespielt, getobt und die Natur erkundet. „Uns macht es allen hier sehr viel Spaß“, freut sich Kraus über die Möglichkeit, mit den Kindern so viel Zeit an der frischen Luft zu verbringen.

Unterstützt von Spendern und engagierten Eltern wurde die Holzhütte für die „Wald-Wussel“ gebaut – eine Gruppe mit 20 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren.

Platz für kältere Tage: Seit einem Jahr haben die „Wald-Wussel“ die Möglichkeit, sich im Haus zurückzuziehen.  Foto: Sarah Gallenberger

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Platz für kältere Tage: Seit einem Jahr haben die „Wald-Wussel“ die Möglichkeit, sich im Haus zurückzuziehen. Foto: Sarah Gallenberger

„Bei den Kleinen kommt die Sache hier super an“, weiß Kraus und deutet auf die Jungen und Mädchen, die Tannenzweige sammeln und begutachten. Etwas weiter hinten buddeln zwei Mädchen in der Erde.

„Auf die Idee mit der Waldgruppe sind wir durch eine Veranstaltung gestoßen“, erinnert sich Bettina Kupferer. Die Leiterin des Kindergartens brachte das Projekt ins Rollen – und so machen sich heute die „Wald-Wussel“ von Montag bis Freitag gegen 8.30 Uhr auf den Weg zu ihrer Hütte. „Am Kindergarten treffen wir uns, dann laufen wir gemeinsam hoch“, erzählt Kraus. Bepackt mit einem Frühstücksvesper wird vor Ort gegessen, dann geht es auch schon los mit der Entdeckungstour. Mitten durch den Wald, über Stock und Stein, „wir schauen uns alles an, die Kinder sind sehr interessiert.“ Und wenn es mal regnet? „Das ist für uns kein Problem. Es gibt sogar Jungs und Mädchen, die das sehr gerne haben“, lacht Kraus.

In die Kälte gezwungen wird dort oben aber keiner: „Früher haben wir uns dann im Bauwagen beschäftigt, das war natürlich etwas eng.“ Doch seit knapp einem Jahr sei die Waldhütte ein perfekter Rückzugsort für Aktivitäten, die drinnen stattfinden. Basteln, lesen, miteinander singen – Platz gibt es in dem kleinen Haus genug, und warm wird es durch den Einbau einer Heizung auch schnell. Mehrere Sitzbänke stehen zur Verfügung, auf Tischen kann geschnitten und geklebt werden. Wenn es besonders matschig wird und die Hände voller Dreck sind, steht den Kindern und Erziehern ein Waschbecken zur Verfügung, bald soll auch eine Toilette folgen.

Lernen und entdecken

Jacke und Rucksack können vor der Tür an einer Garderobe abgelegt werden. Dort gibt es auch eine überdachte Veranda, falls der Regen mal zu stark wird und die Kinder trotzdem draußen sein wollen. Für Kraus ist die Zeit an der Natur eine ganz besondere: „Die Kinder können hier einiges lernen und entdecken. Die Waldpädagogik kommt bei den Familien sehr gut an.“ Den ganzen Vormittag verbringt die Gruppe dort oben in dem Waldstück, immer wieder gibt es Hauptthemen, an denen sich die Aktivitäten orientieren. Derzeit beschäftigen sich die Kinder viel mit Nachhaltigkeit – „das passt natürlich gut in den Wald“, meint Kraus. Und das scheinen auch die Kleinen so zu sehen. Dick eingepackt in Jacke und Matschhose, mit einer Bommelmütze auf dem Kopf und etwas Erde in der Hand, rennen die Kleinen zwischen Waldhütte, Bauwagen und Bäumen mit von der frischen Luft geröteten Wangen hin und her.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Gallenberger

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Erstellt:
4. April 2021, 13:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 49sec

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