Neusatzer Narrenbrünnele erstrahlt in neuem Glanz

Bühl (baw) – Das Neusatzer „Narrenbrünnele“ ist mit einer symbolischen Taufe „wiederbelebt“ worden. Zum ersten Mal erfolgte die Inbetriebnahme in den 1960ern.

Das „Narrenbrünnele“ ist wieder ein Hingucker: Viele Menschen aus Neusatz haben daran gearbeitet. Foto: Barbara Wersich

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Das „Narrenbrünnele“ ist wieder ein Hingucker: Viele Menschen aus Neusatz haben daran gearbeitet. Foto: Barbara Wersich

Mit einer spontanen Wassertaufe verkündete der Neusatzer Ortsvorsteher Hans-Wilhelm Juchem am vergangenem Samstagabend das „Narrebrünnele“ in der Kirchbühlstraße in kleiner feierlicher Runde als offiziell „wiederbelebt“.

Die altehrwürdige Brunnenanlage wurde in den vergangenen Monaten in vielen Stunden eigenständiger Arbeit zum wiederholten Male seit Bestehen aus dem Dornröschenschlaf geweckt.

„Diese tolle Aktion um Ortschaftsrat Alexander Zahn und seine freiwilligen Helfer hat meine volle Anerkennung“, bedankte sich Juchem, der sich auch persönlich bei den Arbeiten um die Sanierung beteiligt hatte. Wer den Zustand des verrotteten Holzbrunnens noch vor einem Jahr kannte, der wisse, von welcher großartigen Veränderung er heute rede, so Juchem.

Mit der ersten Inbetriebnahme des Brunnens in den 1960ern durch die acht Neusatzer Narrenbürgermeister, die mit einer Gedenktafel an der Brunnenmauer verewigt sind, begann die Geschichte des am Hang gelegenen Wasserreservoirs. „Die Pflege der Anlage durch den damaligen Miterbauer Friedrich Kist und seine Frau starb mit dem Tod der beiden“, erzählte Juchem. Es waren die Kinder der einstigen Erbauer, die sich der Brunnenanlage dann unter dem Namen „Narrenbrünnele“ annahmen. Doch auch hier fiel das Brünnlein in Vergessenheit und verwilderte. Im Jahr 2008 dann erneut die Freilegung des stark in Mitleidenschaft gezogenen Wasserquells. „Abermals blieb die Pflege nicht von Dauer“, so Juchem.

Es heißt wieder „Wasser marsch!“

Das Engagement vieler Beteiligten war vonnöten, um die Anlage in den aktuellen Zustand zu versetzen. Ortschaftsrat Alexander Zahn, die Mitglieder der „Niesatzer Schellenteufel“ und weitere Freiwillige mussten enorme Eingriffe vornehmen, um die Anlage zu retten. Die alte aufwendig gearbeitete Holzmaske und der unbrauchbare Holztrog mussten weichen und wurden durch Sandsteinelemente ersetzt. Eine witterungsbeständige Narrenmaske aus Metall ist noch in Arbeit. Die Bepflanzung des Hangs, das Verfugen und Verputzen der Steine, die Installation einer neuen Holzbank und die Bemalung des kaum mehr leserlichen Namensschildes „S’Narrebrünnele“ sind nur ein Teil der Neugestaltung.

Großer Dank seitens des Ortsvorstehers ging auch an Kurt Hörth, den Spender des neuen Trogs, den er und seine Frau Geneviève stifteten. Ein Sandstein, den das Paar vor über 30 Jahren auf einem ehemaligen Bauernhof im elsässischen Gottesheim erstanden hatten, fängt nun das frische kühle Wasser auf.

Jetzt heißt es wieder „Wasser marsch!“ am Narrebrünnele in Neusatz und nach all der Mühe ist die Zuversicht unter den Beteiligten groß, dass der neue Brunnen diesmal länger hält.

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Erstellt:
2. August 2021, 11:00 Uhr
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