Defibrillatoren – Neustart für das Herz

Baden-Baden/Rastatt (sga) – Defibrillatoren sind oft auf öffentlichen Plätzen zu finden. Die DRK, die Stadt Baden-Baden und das Landratsamt Rastatt berichten, wie oft die Defis zum Einsatz kommen.

Auch für Laien leicht zu bedienen: Wer nicht weiß, wie er einen Defibrillator einsetzt, kann sich auch am Telefon von der Notrufzentrale anleiten lassen. Foto: Ben Stansall/AFP

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Auch für Laien leicht zu bedienen: Wer nicht weiß, wie er einen Defibrillator einsetzt, kann sich auch am Telefon von der Notrufzentrale anleiten lassen. Foto: Ben Stansall/AFP

Eins unterhalb des rechten Schlüsselbeins, eins an der linken Brustkorbseite, unterhalb der Achselhöhle. So werden die Elektroden-Pflaster eines Defibrillators (Defi) im Ernstfall am Oberkörper angebracht. Doch wie oft kommen die technischen Helfer im Alltag zum Einsatz? „Das können wir nicht beurteilen“, erklärt Karin Bundschuh, Pressesprecherin des DRK-Landesverbands Badisches Rotes Kreuz. Grund dafür sei, dass die Defis in öffentlichen Bereichen in der Regel von Unternehmen, Vereinen oder Städten und Gemeinden installiert werden und die Organisation daher nicht über das Deutsche Rote Kreuz (DRK) läuft.

13 Notrufsäulen auf öffentlichen Plätzen

So ist es in Baden-Baden der Verein Stadtforum Gesundheit, der sich um die Installation von Defibrillatoren kümmert. Durch das 2010 von Apothekerin Karin Enderle (Stadtapotheke Baden-Baden) ins Leben gerufene Projekt „Herzritter“ konnten bisher 13 Notrufsäulen auf öffentlichen Plätzen installiert werden – unter anderem am Leopoldsplatz, in Oberbeuern, am Bahnhof und auch in Haueneberstein, wie Rahel Wieland, Mitarbeitern der Stadtapotheke, weiß. Darüber hinaus hängen einige Defis in Betrieben sowie in der Stadtverwaltung wie beispielsweise dem Rathaus, berichtet Stadtpressesprecher Roland Seiter auf BT-Anfrage.

Komme es zu einem Ernstfall, kann durch eine Notrufsäule direkt Kontakt mit der Feuerwehr aufgenommen werden. Diese entscheide dann, wie die weitere Vorgehensweise aussieht und ob der Defibrillator zum Einsatz kommen muss, erklärt Wieland. Wie alles funktioniert, sei selbsterklärend, „trotzdem ist der Helfer nie allein, die Feuerwehr gibt am Telefon so lang Anweisungen, bis der Einsatzwagen schließlich vor Ort übernimmt“. Darüber hinaus werde auch im normalen Erste-Hilfe-Kurs, wie er im Rahmen des Führerscheins gemacht werden muss, die Anwendung dieser Geräte ausgiebig erklärt.

Wie oft in der Kurstadt schon die Notrufsäulen genutzt wurden, in denen sich Defibrillatoren befinden, kann Wieland nicht genau sagen, „uns sind bisher drei Fälle bekannt, von denen einer ein Fehleinsatz war“. Innerhalb des Landratsamts Rastatt weiß man laut Benjamin Wedewart von etwa 20 Alarmen, „die allerdings alle Sabotage waren, was natürlich ärgerlich ist“, wie der Pressesprecher berichtet.

Pro Säule etwa 8.000 Euro Kosten

Laut Angaben des DRK-Landesverbands Badisches Rotes Kreuz liegen die Kosten für einen Defibrillator zwischen 800 und 1.000 Euro, „für eine komplette Notrufsäule werden schnell um die 8.000 Euro fällig“, erklärt Wieland. Dazu gehöre unter anderem auch das Anschließen an den Strom, wodurch die Defibrillatoren beheizt werden können und somit nicht unter Kälteeinflüssen leiden müssen. „Bisher wurden unsere Notrufsäulen durch Spenden finanziert“, geht Wieland auf die Arbeit des Projekts „Herzritter“ ein. Auch deshalb sei es sehr ärgerlich, dass es in der Vergangenheit auch schon zu Diebstählen der Geräte kam.

Wieland weiß, dass für die Projektinitiatorin Karin Enderle nicht relevant sei, wie oft die Notrufsäulen im Einsatz sind: „Die Hauptsache ist, dass im Ernstfall für Hilfe gesorgt ist. Und wenn es am Ende nur ein einziges Leben ist, das durch einen Defibrillator gerettet werden konnte, haben wir unser Ziel schon erreicht.“


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