New Pop: SWR3-Musikchef über die Bandauswahl

Baden-Baden (sga) – Jahr für Jahr kommen Newcomer zum New Pop Festival nach Baden-Baden, die später oftmals Weltstars werden. SWR3-Musikchef Gregor Friedel erzählt dem BT, wie die Auswahl abläuft.

Hat nicht nur einmal für Gänsehautmomente gesorgt: 2018 steht Jeremy Loops beim New Pop Festival in Baden-Baden auf der Bühne. Foto: Franz Vetter/Archiv

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Hat nicht nur einmal für Gänsehautmomente gesorgt: 2018 steht Jeremy Loops beim New Pop Festival in Baden-Baden auf der Bühne. Foto: Franz Vetter/Archiv

Als Gregor Friedel im Oktober 2016 in seiner Küche steht und beim Kochen das Radio einschaltet, haut ihn „Down South“ sofort um. Es ist das erste Mal, dass er diesen Song hört. Trotzdem weiß er: „Den muss ich haben.“ Zwei Jahre später rockt Jeremy Loops in Baden-Baden beim New Pop Festival die Bühne – die Menge tobt.

„Das ist natürlich mega“, erinnert sich Friedel im BT-Gespräch an Erfolge wie diesen. Denn bis ein Künstler schlussendlich zum New Pop kommt, kann es schon etwas dauern: „Nachdem ich damals den Song gehört habe, wurde er direkt bei uns im SWR auf die Playlist gepackt. Wir mussten erst herausfinden, ob unsere Zuhörer ihn auch so gut finden.“ Eine Platte später kommt Loops schließlich für das Festival nach Baden-Baden und sorgt nicht nur einmal für Gänsehautmomente. „Das war ein Volltreffer.“

Festivalleiter und SWR3-Musikchef Gregor Friedel. Foto: Sarah Gallenberger

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Festivalleiter und SWR3-Musikchef Gregor Friedel. Foto: Sarah Gallenberger

Und von denen hat es so einige gegeben: Ed Sheeran, Bruno Mars, Cro, Lewis Capaldi, alle waren sie da. Und alle sind sie Stars geworden, manche sogar Weltstars. Aber wie geht das? Woher wissen Friedel und sein Team, wer wirklich ein Newcomer ist – oder wer genauso schnell, wie er in die Charts gekommen ist, auch wieder verschwindet? „Das ist pures Bauchgefühl“, versucht der Festivalleiter, seine Arbeit zu beschreiben. Er habe bei der Auswahl der Bands nur eine Regel: „Es spielt niemand, den wir nicht vorher schon live gesehen haben.“

„Am interessantesten sind schon immer die Vorbands gewesen“

Im Jahr kommen zwischen 30 und 40 Künstler in Frage. Friedel selbst geht – wenn nicht gerade ein Virus die Welt in Atem hält – regelmäßig auf Konzerte, reist dafür auch gerne mal nach London. „Am interessantesten sind schon immer die Vorbands gewesen“, findet er. So seien es bei den Toten Hosen die Broilers gewesen, die ihn am meisten beeindruckt haben.

Doch nicht immer muss sich der SWR um seine Künstler selbst kümmern, im Gegenteil: „Es gibt viele Plattenfirmen, die sich selbstständig mit einem Angebot bei uns melden.“ Friedel selbst ist auch heute oft noch überrascht darüber, was für eine Bedeutung das New Pop Festival hat – und das auch über die Landesgrenze hinaus. In London habe er nach einem Konzert einmal mit einem Manager gesprochen, der sofort von dem Festival geschwärmt habe: „Er sagte mir, dass er im Terminkalender seiner Künstler immer das zweite Septemberwochenende freihält. Das ist schon ne Nummer.“

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Gallenberger

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Erstellt:
16. September 2021, 17:08 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 16sec

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