New Pop geht ohne Rahmenprogramm an den Start

Baden-Baden (sga) – Endlich wieder New Pop: Nach einjähriger Pause veranstaltet der SWR vom 16. bis zum 19. September wieder sein Musikfestival. Insgesamt werden elf Newcomer auftreten.

Können es nicht abwarten: Der SWR schaut mit den Beteiligten gespannt auf das Wochenende. Foto: Sarah Gallenberger

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Können es nicht abwarten: Der SWR schaut mit den Beteiligten gespannt auf das Wochenende. Foto: Sarah Gallenberger

Thomas Jung hat Gänsehaut. Als der SWR3-Programmchef am Mittwoch im rot beleuchteten Kurhaus steht, kann er es kaum glauben, doch: „Wir gehen das Wagnis ein.“ Nach einjähriger Pause findet das New Pop endlich wieder statt – allerdings ohne den Namenszusatz „Festival“.

„Wir müssen auf viel verzichten“, betont Jung im Gespräch vor Ort, während hinter ihm auf der Bühne Scheinwerfer eingestellt und Mikrofone gecheckt werden. Late-Night-Shopping, ein Bier vor dem Kurhaus, Live-Lyrics? „Kann alles nicht stattfinden.“ Der Programmchef spricht zwar „nur“ von einem New Pop, „denn ein Festival ist es nicht“, allerdings auch von der „anstrengendsten und mühsamsten Organisation“. Nicht nur einmal habe das Team alles wieder umplanen müssen. „Als dann letztens das Gerücht kam, in Baden-Württemberg greift ab sofort die 2G-Regelung, ist uns das Herz in die Hose gerutscht.“ Doch es blieb bei 3G – und den Planungen für dieses Wochenende. Wer Tom Gregory, Zoe Wees und Co. sehen möchte, konnte sich bereits Anfang September Tickets besorgen, die personalisiert und mit einem festen Sitzplatz verbunden sind.

Eintritt nur mit farbigem Band

Somit wird es bei keiner Veranstaltung die Möglichkeit geben, direkt vor der Bühne zu stehen. Vielmehr muss jeder Besucher vor Konzertbeginn rund anderthalb Stunden einplanen, „damit wir pünktlich beginnen können“, erklärt Jung. Denn wer teilnehmen möchte, muss sich vor Betreten des Gebäudes zuerst an einem der davor stehenden Zelte überprüfen lassen: Geimpft? Getestet? Genesen? Ohne Nachweis, kein Konzert.

Mit einem farbigen Band am Handgelenk geht es dann vor die Bühne. Dass sich die Menschen auf das New Pop freuen, haben laut Jung die vergangenen Wochen gezeigt, die verfügbaren Plätze hätten jeweils drei Mal besetzt werden können, „so viele Anfragen kamen herein“. Da ist auch bei SWR-Musikchef Gregor Friedel die Freude groß: „Ich habe damals gesagt: ‚Warte ab, das New Pop wird die erste große Veranstaltung sein‘, und so ist es auch gekommen.“ Vom Sozialministerium und der Stadt habe es den nötigen Rückenwind gegeben.

So zeigen sich auch Oberbürgermeisterin Margret Mergen und Bürgermeister Roland Kaiser begeistert, „wir haben alle die Daumen gedrückt“. Jung kann das bestätigen, immerhin fiel die Entscheidung, das New Pop durchzuziehen, erst Ende Juni, „wir wollen für alle die größtmögliche Sicherheit gewährleisten“. Wer noch nicht geimpft ist, kann das übrigens Freitag und Samstag von 11 bis 21 Uhr ohne Termin im Kurhaus machen – und danach gemütlich durch die Stadt spazieren. Zwar gibt es kein Late-Night-Shopping und es liegt auch kein roter Teppich aus, doch der Elch wird auf dem einen oder anderen Banner bestimmt zu sehen sein.

Geduld zahlt sich aus


BT-Redakteurin Sarah Gallenberger kommentiert
Eine Veranstaltung wie das New Pop durchzuziehen, ist in diesen Zeiten mutig. Immerhin bringt das nicht nur viel Organisation mit sich, sondern auch den einen oder anderen Skeptiker. Nicht jeder kann verstehen, weshalb ein Festival geplant wird, wenn doch Corona immer noch da ist. Aber ein Blick auf die Saalplanung zeigt: Ein Festival sieht anders aus. Denn während im Festspielhaus 1.150 und im Kurhaus 600 Besucher reingelassen werden, sind es auch im Kurgarten lediglich 650. Normalerweise werden rund 16.000 Tickets verkauft. Die Tatsache, dass dieses Jahr nur die Hälfte kommen kann, ist zwar schade. Nicht alle, die gerne teilgenommen hätten, haben ein Ticket bekommen. Doch dem Rest sei es gegönnt. Corona lässt es eben leider nicht anders zu. Natürlich ist es bedauerlich, dass sowohl das nächtliche Einkaufen als auch das bunte Treiben in der Stadt fehlt. Doch die Alternative, gar kein New Pop stattfinden zu lassen, hätte viele Menschen traurig gestimmt. Dann wäre erneut eine Veranstaltung ins Wasser gefallen. Umso schöner ist es doch, dass sich die Geduld der letzten Monate zumindest für einen Teil der Menschen ausgezahlt hat und endlich wieder eine Veranstaltung besucht werden kann. Der Rest kann es sich auf der Couch gemütlich machen und die Konzerte im TV anschauen – am Donnerstag soll es wahrscheinlich regnen, da ist es daheim sowieso viel kuscheliger.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Gallenberger

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Erstellt:
15. September 2021, 17:19 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 05sec

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