Nicolas Späth kehrt der SPD den Rücken

Ötigheim (as) – Überraschung in der Ötigheimer Kommunalpolitik: Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Nicolas Späth tritt zurück und verlässt die Partei. Am Ratstisch will er jedoch weiter sitzen.

Nicolas Späth. Foto: SPD/av

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Nicolas Späth. Foto: SPD/av

Mit nur wenigen Worten verkündet der SPD-Ortsverein Ötigheim an Pfingsten auf seiner Homepage und über das soziale Netzwerk Facebook einen Paukenschlag: Der Ortsvereinsvorsitzende Nicolas Späth tritt zurück „und gibt somit den Weg frei für die weitere Entwicklung der SPD Ötigheim“. Auch aus der SPD tritt er aus. Im Gemeinderat, dem der 23-jährige Soziologie-Student seit der Kommunalwahl 2019 angehört, will er jedoch bleiben.
Als „Verjüngungskur“ und „Generationswechsel apostrophiert, war Späth im Dezember 2018 zum SPD-Vorsitzenden gewählt worden. Zusammen mit Stellvertreter Florian Heitz wollte er neue Mitglieder gewinnen und engagiert neue Projekte angehen. Mit nur zehn Ortsvereins-Mitgliedern, davon fünf im Vorstand, sei das aber ein eher schwieriges Unterfangen gewesen, stellt Späth im BT-Gespräch fest. Mit einem so kleinen Team im Hintergrund bedürfe es stets auch seiner aktiven Mithilfe. Doch seit er vergangenes Jahr dann auch in den Gemeinderat gewählt worden war, habe die Einarbeitung in kommunalpolitische Themen ihn zunehmend zeitlich gefordert. Wo die Fraktionen CDU (6 Sitze) und FWG (7 Sitze) sich die kommunalpolitische Arbeit thematisch aufteilen oder gegebenenfalls ihr Know-how bündeln können, muss er alles allein stemmen.

Keine persönlichen Differenzen

Das habe ihn zunehmend frustriert und letztlich zum Entschluss geführt, als Ortsvereinsvorsitzender zurückzutreten. Es gebe keine persönlichen Differenzen, betont er. Seine Entscheidung habe er den Vorstandskollegen schriftlich mitgeteilt. Da diese schon länger davon wussten, dass er sich mit Rücktrittsgedanken trägt, sei dieser auch nicht überraschend gewesen, meint Späth. Bei einer nichtöffentlichen Sitzung vergangene Woche habe er auch Bürgermeister Frank Kiefer und den Gemeinderat informiert.

Nun will er sich mit voller Kraft auf die Arbeit im Gemeinderat fokussieren, wo er für Ökologie und Nachhaltigkeit sowie sozialen Ausgleich eintreten will. Die Mitwirkung in der Kommunalpolitik mache ihm großen Spaß. Gemeinderat und Verwaltung erlebe er als „engagiertes Team“, in dem ein offener und kritischer Umgang herrsche, ohne dass jedoch nachgetreten werde. Nachdem die stressige Prüfungsphase, während der er längere Zeit bei Gemeinderatssitzungen entschuldigt gefehlt hatte, vorbei ist, werde er sich dort wieder voll einbringen.

Für die SPD Ötigheim dürfte es jedoch ein harter Schlag sein, dass Späth auch den Parteiaustritt beantragt hat. Das habe nichts mit der SPD Ötigheim zu tun, betont dieser gegenüber dem BT, sondern mit Unzufriedenheit über die Arbeit des aktuellen Bundesvorstands. Nun war die SPD Ötigheim in den vergangenen Jahren zwar immer nur mit einem Mitglied im Kommunalparlament vertreten, doch mit Späths Parteiaustritt wird sie dort künftig weder Sitz noch Stimme haben. Er selber denkt, dass ihm ohne SPD-Parteibuch der Informationsaustausch mit den anderen Fraktionen leichter gemacht werden wird. Ob er gar darüber nachdenkt, CDU- oder FWG-Mitglied zu werden, dazu sagt Späth, er sei „ergebnisoffen“.


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