Noch reichlich Platz in den Freibädern

Baden-Baden (co) – Der große Andrang lässt noch auf sich warten: Sowohl im Hardbergbad als auch im Bertholdbad und im Steinbacher Schwimmbad halten sich zu Saisonbeginn die Besucherströme noch in Grenzen.

Allein auf weiter Flur: Nicht nur im Hardbergbad ist zum Saisonstart noch reichlich Platz.  Foto: Hecker-Stock

Allein auf weiter Flur: Nicht nur im Hardbergbad ist zum Saisonstart noch reichlich Platz. Foto: Hecker-Stock

Zögernd läuft der Betrieb in den Schwimmbädern an, doch es herrscht noch deutlich die Ruhe vor dem Sturm. Neben großer Freude darüber, sich wieder im Wasser tummeln zu können, werden manche Bekannte vermisst, die jetzt fernbleiben.

Vera Stangier, mit über 80 Jahren Dauergast im Bertholdbad, fehlen einige der älteren Badegäste, die hier normalerweise ebenso wie sie am frühen Morgen regelmäßig ihre Bahnen ziehen und mit denen sie immer so nett plaudern konnte. Manche kommen aus Angst vor Corona nicht, anderen wird es so gehen wie ihr, vermutet sie.

Die Wassernixe benötigte anfangs selbst Hilfe bei der Online-Buchung für ihr gewünschtes Zeitfenster. Aber mittlerweile klappt das mit einem ausrangierten Smartphone des Sohnes gut und sie ermutigt jeden, sich dem kleinen Aufwand zu stellen. Laut Bademeister Alexej Amosov, der in ein bis zwei Monaten auf weitere Lockerungen hofft, treffen sich sonst am frühen Morgen bereits rund 25 Schwimmer „bei jedem Wetter“.

Im Steinbacher Schwimmbad, auf das die Rebländer laut dem stellvertretenden Betriebsleiter Jan Schumacher sehr stolz sind, wurden am recht sonnigen Freitag über den Tag verteilt 159 Besucher gezählt. Vormittags kommen meist die Älteren, während sich in der Mittagszeit eher Familien einbuchen, hat er festgestellt. Viele orientieren sich bei ihrem ersten Besuch nach der monatelangen Schließung erstmal, Bademeister Vincenzo Chinzi gibt dann entsprechende Tipps zu den Abstandsregeln oder erklärt, dass aus Hygienegründen keine Liegen ausgegeben werden dürfen.

Freundeskreis hilft bei Online-Anmeldung

Haben Senioren Probleme mit der Online-Anmeldung, unterstützt sie der Freundeskreis des Steinbacher Freibades. Dort hängen Zettel aus mit den Telefonnummern von Arnold Manz und Manfred Hoster, die bei Bedarf die Buchung übernehmen. Bis jetzt wurde die Besuchergrenze von 200 pro Schicht noch nicht erreicht, „dann wird’s schwierig“, vermutet Schumacher im Hinblick auf einen möglicherweise heißen Sommer.

Gegen Ende des morgendlichen Zeitfensters am diesigen Samstag hat ein Badegast aus Eisental das große Becken ganz für sich allein. Die Dame, die normalerweise rund eine Stunde schwimmt, ist in dieser Saison zum ersten Mal hier und genießt ihren Freiraum sichtlich.

Das Hardbergbad ist laut dessen Leiter Bernd Rabe in erster Linie Treffpunkt für Jugendliche und Familien, obwohl hier auch viele Ältere regelmäßig ihre Bahnen ziehen. Der Tagesdurchschnitt lag bisher bei rund 1500 Besuchern, letzten Sommer waren es auch mal 4000. Constantin Peters, der aus dem Münchner Raum kommt und mit der Familie jeden Sommer hier verbringt, gerät regelrecht ins Schwärmen: „Ich kenne, ehrlich gesagt, kein schöneres Schwimmbad, allein dieser alte Baumbestand und der wunderschöne Blick“. „Es ist so riesig und für jeden ist etwas geboten, vom Wasserpilz für die Kleinen über die Rutsche bis zum Tischtennis“, ergänzt der 13-jährige Sohn Maximilian. Dem es besonders die immer wechselweise nacheinander geöffneten Sprungtürme angetan haben, und sofort klettert er auf den Zehn-Meter-Turm, als dieser freigegeben ist.

„Was man anfassen kann, wird desinfiziert“

Laut Bernd Rabe wird hier wie in den anderen Bädern „regelmäßig alles, was man anfassen kann, desinfiziert“. Der Sammelumkleideraum ist gesperrt, ebenso die Innenduschen, auch darf nur jeder vierte Garderobenschrank genutzt werden, die Holzbänke wurden ganz abgebaut, es gibt nur noch Edelstahl, das leicht zu reinigen ist.

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Noch reichlich Platz in den Freibädern
Morgenstund hat Gold im Mund: Die frühen Zeiten im Bertholdbad werden vor allem von Senioren genutzt. Foto: Hecker-Stock

© co

Auf den drei abgesperrten Doppelbahnen aller Bäder dürfen jeweils 20 Schwimmer mit Abstand unterwegs sein. Bayram Suat ist mit seinen drei Jungs auch sehr gerne im Hardbergbad, nicht zuletzt wegen der vielen Spielgeräte, davon können ihn weder die Zeitfenster noch die Online-Anmeldung abhalten.

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Erstellt:
14. Juni 2020, 19:00 Uhr
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Morgenstund hat Gold im Mund: Die frühen Zeiten im Bertholdbad werden vor allem von Senioren genutzt. Foto: Hecker-Stock

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