Noten zählen wieder für die Versetzung

Stuttgart/Bühl (kos) – Mit der neuen Schulverordnung bestätigt das Land, dass die automatische Versetzung des vorigen Jahrs nicht fortgesetzt wird. Dazu braucht es für die Versetzung wieder Noten.

Wer es in die nächste Klasse schaffen will, muss in diesem Schuljahr wieder für Noten und Klausuren lernen. Foto: Jonas Güttler/dpa

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Wer es in die nächste Klasse schaffen will, muss in diesem Schuljahr wieder für Noten und Klausuren lernen. Foto: Jonas Güttler/dpa

Stuttgart/Bühl – Es soll wieder gebüffelt werden, um es in die nächste Klasse zu schaffen. Angesichts des bevorstehenden Schuljahresendes rücken die Themen zu Leistungsfeststellungen wie Noten sowie die Versetzung wieder in den Vordergrund. Die Ausnahme, dank der Schüler wegen Corona in die nächste Klasse versetzt wurden, ohne benotete Prüfungen abzulegen, wird mit der neuen Corona-Schulverordnung nicht fortgesetzt.

Weil im vergangenen Schuljahr viel Unterricht pandemiebedingt entweder ausgefallen oder ins Digitale verlegt worden ist, wurden die Schüler in Baden-Württemberg in die nächste Klassenstufe versetzt, ohne zuvor Noten als Grundlage dafür erbracht zu haben. Die neue Corona-Schulverordnung will diese Ausnahme für das im Juli endende Schuljahr nicht weiterführen. Damit hängt die Versetzung der Schüler wieder an den traditionellen Lernleistungen und Noten, so heißt es in einem Schreiben des Kultusministeriums Baden-Württemberg.

Grundlage für eine Versetzung sind alle Leistungen, die gleichermaßen im Präsenz- und im Fernunterricht erbracht wurden. Da der Schulunterricht in hohem Maße digital stattfand, sieht die neue Verordnung vor, die Gewichtung zwischen schriftlichen und mündlichen Noten neu zu ordnen. Leistungen aus dem Fernunterricht zählen zu den mündlichen Noten, denen dadurch eine höhere Rolle zugewiesen wird. Das wird damit begründet, dass durch weniger Präsenzunterricht die Zahl der schriftlichen Leistungen deutlich geringer ausgefallen sei.

Das Wohl der Schüler im Blick

Sollte in einem Fach pandemiebedingt keine Leistungsrückmeldung möglich sein, werde das zwar vermerkt. Auf die Versetzung werde das hingegen keine Auswirkungen haben, sofern es sich nicht um Kernfächer wie Deutsch oder Mathematik handelt, bestätigte Fabian Schmidt, Sprecher des Kultusministeriums dem BT.

Die Entscheidung als Lehrer, eine Fachnote nicht zu geben, sei laut Kultusministerium nur in begründeten Ausnahmefällen möglich. In Abschlussklassen und in den gymnasialen Kurshalbjahren der Oberstufe müssen für die Versetzung weiterhin Noten gegeben werden.

Wer in einer Klassenstufe wiederholt sitzen bleibt – sei es wegen Corona-Lernlücken oder mangelnder Lernleistung – müsse in diesem Schuljahr nicht befürchten, Schule oder Schulniveau beispielsweise vom Gymnasium auf die Realschule wechseln zu müssen. Die neue Verordnung hierbei sieht vor, dass ein Schüler auch in diesem Fall die Klasse erneut wiederholen darf.

Auch Abschlussfeiern wieder größer möglich

Bereits im vergangenen Februar wurde unter der ehemaligen Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) bekannt, dass es eine erneute „automatische“ Versetzung nicht geben wird. Grund war die Sorge, dass die Schüler die pandemiebedingt entstandenen Lernlücken ohne verbindliche Leistungsbewertungen nicht mehr aufholen könnten, erklärte Schmidt. „Ein erneutes automatisches Aufrücken in die nächsthöhere Klassenstufe wäre aus pädagogischen Gründen nicht sinnvoll“, hieß es in der entsprechenden Pressemitteilung des Ministeriums vom 19. Februar. Im Vordergrund stehe hierbei der Schutz der Schüler, fügte Schmidt hinzu.

Auch für mögliche Schulveranstaltungen in größerem Umfang gibt die neue Schulverordnung einen Rahmen vor, der zwischen privaten und sonstigen Verstaltungen unterscheidet. Aufgrund der aktuell niedrigen Inzidenzwerte wurde unter anderem das Abstandsgebot von 1,5 Metern zwischen Personen aufgehoben. Schulabschlussfeiern, die als sonstige Veranstaltungen zählen, können beispielsweise bei einer Inzidenzstufe 1 (unter 10) in geschlossenen Räumen mit maximal 500 Personen stattfinden. Angesichts dessen plant beispielsweise das Bühler Windeck-Gymnasium wieder eine Abiturfeier im Bürgerhaus Neuer Markt.

Ihr Autor

BT-Volontär Konstantin Stoll

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Erstellt:
30. Juni 2021, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 36sec

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