„Nur Standbilder“ von der eWayBW-Strecke

Murgtal (tom) – Die Teststrecke für das Oberleitungsprojekt eWayBW soll mit Kameras überwacht werden. Auf BT-Anfrage nimmt das Verkehrsministerium Stuttgart Stellung zu dem Vorhaben.

Auf der eWayBW-Pilotstrecke B462 im Murgtal fährt ein elektrisch betriebener Oberleitungs-Lastwagen. Foto: Uli Deck/dpa

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Auf der eWayBW-Pilotstrecke B462 im Murgtal fährt ein elektrisch betriebener Oberleitungs-Lastwagen. Foto: Uli Deck/dpa

Wer und was soll mit den Kameras überwacht werden? Was ist der Hintergrund?

Das Ministerium erläutert dazu: „Die Kameras sollen eine lückenlose Überwachung der B 462 in den Bereichen ermöglichen, die mit einer Oberleitung versehen sind. Sie bieten dem Leitstand Verkehr sowie den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (Führungszentrum der Polizei und Integrierte Rettungsleitstelle) insbesondere die Möglichkeit, im Falle eines Notrufs eine unverzügliche Lageeinschätzung vorzunehmen.“

Die Verfügbarkeit der Kamerabilder sei jedoch keine zwingende Voraussetzung für den Betrieb der Oberleitungsanlage: „Somit ist auch dann ein Regelbetrieb möglich, wenn beispielsweise durch starken Nebel oder durch einen Anlagendefekt keine oder nur teilweise Bilder zur Verfügung stehen.“

Sind es Filmaufnahmen im Dauerbetrieb oder Foto-Aufnahmen, die gemacht werden sollen?

Antwort des Ministeriums: „Um das Datenvolumen zu minimieren, werden nur Standbilder übertragen. So nimmt jede Kamera ein Bild pro Minute auf.“ Dieses Verfahren entspreche dem Vorgehen, das vom Land in den vergangenen Jahren bei der Installation und dem Betrieb von über 160 Verkehrskameras an den Autobahnen und verkehrswichtigen Bundesstraßen erfolgreich angewandt wurde. Diese Bilder der Verkehrskameras können unter https://verkehrsinfo-bw.de/ eingesehen werden.

Im Gegensatz zu den Verkehrskameras ist jedoch eine Veröffentlichung der Kamerabilder von der eWayBW-Teststrecke nicht vorgesehen.

Wie viele Kameras werden an der Teststrecke installiert?

Geplant sind 34 Kameras an 17 Standorten.

Speicherung für maximal 14 Tage

Welche Daten werden wie lange gespeichert?

Die Bilder werden laut Ministerium für mindestens 48 Stunden, längstens jedoch für 14 Tage zwischengespeichert.

Was entgegnet das Ministerium dem Vorhalt, es handele sich um eine unzulässige Überwachung der Verkehrsteilnehmer?

Die Antwort des Ministeriums lautet: „Die laufende Überwachung des Verkehrs ist aus Sicherheitsgründen an vielen Stellen auch im übrigen Straßennetz angezeigt. So ist zum Beispiel der Betrieb von temporären Seitenstreifenfreigaben oder auch Tunneln ab 400 Meter Länge ohne Verfügbarkeit von Kamerabildern nicht möglich. Im Übrigen ist zu beachten, dass die Maßnahmen zur Verkehrsüberwachung – so auch das Vorgehen bei den Verkehrskameras – immer mit dem Landesdatenschutzbeauftragten abgestimmt sind.“

Behinderungen auf der B462

Folgende Behinderungen sind wegen der Einrichtung von Kameras zu erwarten.

In der Nacht vom 27. auf den 28. September wird die Anschlussstelle Bischweier in Fahrtrichtung Freudenstadt von 20 bis 6 Uhr gesperrt. Eine örtliche Umleitung ist über die benachbarten Anschlussstellen eingerichtet. Des Weiteren kann es zu Einschränkungen auf dem rechten Fahrstreifen der B462 in Richtung Freudenstadt kommen.

Vom 28. September bis zum 1. Oktober, 6 Uhr, ist aufgrund einer Wanderbaustelle jeweils nachts von 20 bis 6 Uhr eine teilweise Sperrung des rechten Fahrstreifens in beide Fahrtrichtungen vorgesehen.

Vom 4. Oktober bis zum 8. Oktober, 17 Uhr, ist aufgrund einer Wanderbaustelle jeweils tagsüber von 8 bis 17 Uhr eine teilweise Sperrung des rechten Fahrstreifens in beide Fahrtrichtungen vorgesehen.

Weiterer Bericht zum Thema.

Informationen zum Projekt unter www.ewaybw.de.

Ihr Autor

BT-Redakteur Thomas Senger

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Erstellt:
24. September 2021, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 25sec

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