Nur für den Freundeskreis: Liefers im Festspielhaus

Baden-Baden (kie) – Das Festspielhaus sagt kurzfristig ein Konzert mit Jan Josef Liefers ab – aber nur für jene Besucher, die nicht dem Freundeskreis angehören. Was steckt hinter der Entscheidung?

Kommt zum Nachholtermin nach Baden-Baden: Jan Josef Liefers. Sein Auftritt mit der Staatskapelle Weimar dürfen aber nur Mitglieder des Festspielhaus-Freundeskreises verfolgen. Foto: Bernd Weissbrod/dpa

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Kommt zum Nachholtermin nach Baden-Baden: Jan Josef Liefers. Sein Auftritt mit der Staatskapelle Weimar dürfen aber nur Mitglieder des Festspielhaus-Freundeskreises verfolgen. Foto: Bernd Weissbrod/dpa

Rund zwei Jahre wartet so mancher Festspielhaus-Besucher bereits darauf, Jan Josef Liefers und die Staatskapelle Weimar in einer Loriot-Fassung von Wagners „Ring der Nibelungen“ zu erleben. Doch nun erreichte die meisten Kartenbesitzer rund eineinhalb Wochen vor dem Nachholtermin aus dem vergangenen Jahr eine Absage – allein die Mitglieder des Festspielhaus-Freundeskreises dürfen ihre Tickets behalten. Für die anderen heißt es: Ticket tauschen oder zurückgeben. Für viele dürfte diese Nachricht eine Enttäuschung gewesen sein.

Absage per Mail

Wie es in einer E-Mail an die Karteninhaber heißt, die unserer Zeitung vorliegt, fungiere das Konzert als das jährliche Gala-Konzert der Freundeskreis-Mitglieder, die damit ein Vorkaufsrecht für Veranstaltung besäßen. Aufgrund der geltenden Corona-Landesverordnung ist die Anzahl der Plätze auf 500 beschränkt. „Dieses Privileg räumen wir den aktiven Unterstützerinnen und Unterstützern des Hauses ein“, heißt es in der E-Mail weiter.

„Wir haben vollstes Verständnis für die Enttäuschung der Besucher“, sagt Festspielhaus-Sprecher Rüdiger Beermann auf Nachfrage. Er berichtet von einigen enttäuschten Kartenbesitzern, die sich nun beim Festspielhaus meldeten; die meisten zeigten jedoch Verständnis. Grund für die recht kurzfristige Absage sei die erst vor etwa einer Woche in Kraft getretene, geänderte Fassung der Landesverordnung in Sachen Corona gewesen. Diese habe man zunächst abwarten müssen, um sicherzugehen, wie viele Personen Ende Januar überhaupt das Festspielhaus besuchen dürfen. In der vergangenen Woche sei dann deutlich geworden, dass bereits rund 500 Kartenbesitzer dem Freundeskreis angehören.

Vergeblich um zweiten Termin bemüht

Daraufhin habe das Festspielhaus versucht, einen zweiten Termin für die Veranstaltung zu finden – allerdings ohne Erfolg. Auch eine erneute Verschiebung sei nicht möglich gewesen, da es sich bei dem Konzert um eine Tournee handele und „nicht klar gewesen wäre, ob wir die Künstler noch mal kriegen“, so Beermann. Dementsprechend kann er den nun leer ausgegangenen Kartenbesitzern nur bedingt Hoffnung machen: Derzeit sei schwer abzuschätzen, ob das Konzert zu einem späteren Zeitpunkt erneut angeboten werden kann.

Einzelfall-Entscheidung

Die Entscheidung, die Veranstaltung nur für Kartenbesitzer aus den Reihen des Freundeskreises auszurichten, hänge auch mit der tragenden Rolle dieses Personenkreises für das Festspielhaus zusammen, wie Beermann erläutert: „Man darf nicht vergessen: Nur die private Förderung hat zu den öffentlichen Hilfen für das Festspielhaus geführt, denn die Hilfen des Landes waren an die private Förderung gekoppelt. Letztlich haben uns die Förderer durch die Pandemie gebracht“. Man habe sich die Entscheidung aber nicht leicht gemacht, so Beermann. Es sei eine Einzelfall-Entscheidung gewesen, bei anderen Veranstaltungen würden wieder die üblichen Ticketing-Regelungen zur Anwendung kommen.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Franziska Kiedaisch

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Erstellt:
19. Januar 2022, 08:29 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 18sec

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