Nur in einem Bad wird etwas auf die Sparbremse gedrückt

Durmersheim/Malsch (sl) – Gute Nachricht für Schwimmbadfans: Die meisten Schwimmbäder in Rastatt und Umgebung wollen ihre Wassertemperaturen trotz Energiekrise nicht oder kaum reduzieren.

Erwärmung auf dem Dach: Über dem Umkleidetrakt des Rastatter Freibads wird Wasser durch die Sonneneinstrahlung auf höhere Temperaturen gebracht. Foto: Frank Vetter/BT

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Erwärmung auf dem Dach: Über dem Umkleidetrakt des Rastatter Freibads wird Wasser durch die Sonneneinstrahlung auf höhere Temperaturen gebracht. Foto: Frank Vetter/BT

Im Rastatter Natura, das am 26. Mai seine Pforten öffnet, ist das Mehrzweckbecken auf 24 bis 25 Grad beheizt, das Schwimmerbecken auf 22 bis 23 Grad. Die Temperierung erfolgt laut dem stellvertretenden Bäderleiter Tobias Peter über eine Solar-Absorber-Anlage, die zwar „sehr alt“ sei, aber teilweise noch in Benutzung.

Im Durmersheimer Terrassenbad ist ebenfalls eine Solar-Absorber-Anlage im Betrieb. Bürgermeister Andreas Augustin erklärt die Funktionsweise so: Die Sonneneinstrahlung erhitzt Wasser in schwarzen Kunststoffschläuchen auf dem Dach des Gebäudes. Das heiße Wasser wird dann in die Becken geleitet, wo es das vorhandene Nass um drei Grad erwärmt, höchstens aber auf 26 Grad. „Das Wasser soll im Sommer ja noch eine Erfrischung sein“, so Augustin, der den Absorber „hocheffizient“ nennt. Für die Umwälzpumpe würde nur sehr wenig Strom verbraucht, sodass ein Herunterregeln der Wassertemperatur nur minimale Spareffekte hätte. Dies ist weder in Durmersheim noch in Rastatt geplant. Das Terrassenbad öffnet am 14. Mai, ab Samstag, 7. Mai, lädt das Bad zur Schnupperwoche bei freiem Eintritt ein (außer, wenn es „Katzen hagelt“, sagt der Bürgermeister).

Wassertemperatur abhängig von Gästezahl

Keinen Solar-Absorber, sondern ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk, das auch den Strom erzeugt, hat das Cuppamare in Kuppenheim. Dort habe man anlässlich der gestiegenen Preise generell mehrere Maßnahmen zum Energiesparen im Blick, erklärt Stefan Keßler, Fachbereichsleiter Bauen. So würden nicht mehr alle Lichter brennen, und auch die Heizung im Hallenbad sei etwas herunterreguliert worden. Das gelte aber generell für alle städtischen Gebäude in Kuppenheim.

Die Beckentemperatur im Cuppamare wolle man je nach Auslastung beheizen, und die Betriebszeiten des sogenannten Valo-Bads, ein Zwischending aus Dampfbad und Sauna, aber nicht ganz so heiß, wird eingeschränkt. Der eigentliche Saunabereich im Cuppamare sei uneingeschränkt nutzbar.

Auf einen „normalen Sommer“ nach den Corona-Einschränkungen der vergangenen beiden Jahre freut man sich in Malsch. Laut Hauptamtsleiter Heribert Reiter gibt es keine Pläne, die Wassertemperatur im Freibad zu drosseln.

Ihr Autor

BT-Redakteur Sebastian Linkenheil

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Erstellt:
6. Mai 2022, 10:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 59sec

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