Nur noch „Schwerpunktnachverfolgung“

Rastatt (dm) – Die mit zunehmender Impfung gegen Corona erfolgten Öffnungsschritte bedeuten für das Gesundheitsamt höheren Aufwand bei Kontaktnachverfolgungen. Man konzentriert sich auf Schwerpunkte.

Infektionen auf der Spur: Um eine Überlastung zu verhindern, konzentriert sich das Gesundheitsamt bei Kontaktermittlung auf besondere Bereiche (Symbolbild). Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

© dpa

Infektionen auf der Spur: Um eine Überlastung zu verhindern, konzentriert sich das Gesundheitsamt bei Kontaktermittlung auf besondere Bereiche (Symbolbild). Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Nach rund anderthalb Jahren Pandemie wirken sich die mit zunehmender Impfung der Bevölkerung erfolgten Öffnungsschritte auch auf die Arbeit im Gesundheitsamt aus: Eine engmaschige Kontaktnachverfolgung, wie sie bislang bei der Bekämpfung der Pandemie von zentraler Bedeutung war, gibt es nicht mehr.

Dies teilte Landratsamts-Pressesprecher Benjamin Wedewart im Zuge einer BT-Nachfrage wegen der erhöhten Corona-Fallzahlen in Ötigheim mit. Dort waren die Infektionsfälle in den beiden Wochen nach dem Dorffest in die Höhe geschnellt (auf 29). Gestern wurden noch 28 aktive Fälle gemeldet. Ein Zusammenhang mit den Feierlichkeiten, die unter Pandemiebedingungen und nur mit vorheriger Anmeldung im Freien über die Bühne gingen, sei aber nicht zu sehen, bestätigt das Landratsamt gleichlautende Äußerungen aus dem Ötigheimer Rathaus. Das Infektionsgeschehen beschränke sich „auf einzelne Häufungen innerhalb großer Familien“, so die Behörde, und sei nicht diffus.

Immer mehr Kontaktpersonen ohne Quarantänepflicht

Unabhängig davon stellt das Amt fest, dass eine enge Kontaktpersonenermittlung „aktuell aufgrund der weitreichenden Öffnungsschritte in fast allen Belangen des täglichen Lebens vonseiten des Gesundheitsamtes nicht mehr durchgeführt werden“ könne. Durch die Öffnungsschritte haben Corona-Infizierte deutlich mehr Kontakte, was einen erhöhten Ermittlungsaufwand bedeute. Das Gesundheitsamt konzentriere sich daher auf eine Schwerpunktnachverfolgung – „speziell bei vulnerablen (anfälligen) Gruppen, in sensiblen Bereichen (Altenheimen) und bei herausragenden Ereignissen“, wo sich mehrere Menschen infiziert haben. „Nur so kann eine Überlastung des Gesundheitsamts verhindert werden.“ Dem zugrunde liege ein überarbeitetes landesweites Konzept zur Kontaktpersonennachverfolgung.

Festgestellt wird im Gesundheitsamt unterdessen auch: „Eine zunehmende Anzahl der ermittelten Kontaktpersonen ist geimpft oder genesen und unterliegt keiner Quarantänepflicht mehr.“

Ihr Autor

BT-Redakteur Daniel Melcher

Zum Artikel

Erstellt:
24. September 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 48sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.