Nur stichprobenartige Kontrollen möglich

Baden-Baden (naf) – Nach Einführung der 3G-Regel im öffentlichen Verkehr steht vor allem eine Frage im Raum: Wer überprüft die Impf-, Genesenen- und Testnachweise?

Personell nicht machbar: Jeden einzelnen Fahrgast auf seinen 3G-Nachweis zu kontrollieren, ist laut KVV-Sprecher Michael Krauth unmöglich. Foto: Carsten Koall/dpa

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Personell nicht machbar: Jeden einzelnen Fahrgast auf seinen 3G-Nachweis zu kontrollieren, ist laut KVV-Sprecher Michael Krauth unmöglich. Foto: Carsten Koall/dpa

Dass die mittlerweile fast überall anzutreffenden 3Gs nun auch eine Bedingung für die Teilhabe im öffentlichen Verkehr sein werden, wurde in der vergangenen Woche recht schnell entschieden. Details zur Umsetzung der neuen Regelung scheinen sich hingegen weniger zügig zu klären. Vor allem eine Frage steht im Raum: Wer überprüft die Impf-, Genesenen- und Testnachweise?

„Eine flächendeckende Kontrolle kann angesichts von Hunderttausenden Fahrgästen gerade in einem Flächenland wie Baden-Württemberg nicht geleistet werden“, sagt der Geschäftsführer der Landesgruppe Baden-Württemberg im Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, Ulrich Weber, am Montag in Stuttgart. „Vorstellbar“ seien aber Kontrollaktionen mit staatlichen Sicherheitskräften.

Täglich rund 500.000 Personen im KVV-Netz unterwegs

Dem schließt sich auch Michael Krauth, Pressesprecher des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV), an. Stichprobenartige Kontrollen der Fahrscheinkontrolleure in Zusammenarbeit mit Polizei oder Ordnungsamt seien „aus unserer Sicht die einzig praktikable Variante“. Dass nicht jeder Mensch, der eine Bahn durch eine der acht Türen betritt, unmittelbar auf den 3G-Nachweis kontrolliert werden kann, sei „selbsterklärend“, so Krauth. „Personell ist das schlicht und ergreifend nicht machbar“, schließlich seien im Gebiet der KVV täglich rund 500.000 Personen unterwegs. Die Anzahl der Fahrscheinkontrolleure hingegen ist begrenzt. „Aktuell sind Kontrolleure im Einsatz, um Fahrscheine zu kontrollieren und die Maskenpflicht zu prüfen.“ Natürlich leiste der KVV auch gerne seinen Teil zur Pandemiebekämpfung, betont Krauth, erwähnt allerdings auch, dass seit Monaten bekannt sei, dass der ÖPNV nicht maßgeblich zur Verbreitung des Coronavirus beiträgt.

Nichtsdestotrotz stehe man grundsätzlich bereit – „die hoheitlichen Befugnisse liegen aber bei Polizei und Ordnungsamt“. Das Prüfpersonal könne Fahrgäste ohne 3G-Nachweis also überhaupt nicht sanktionieren, sagt der Sprecher. Darum gelte es nun zunächst zu klären, wie man gemeinsame Kontrollen durchführen kann.

Auch der Betriebsleiter der Verkehrsbetriebe Baden-Baden Stefan Güldner betont, dass im Moment noch alles sehr frisch und unklar sei. Die zusätzliche Aufgabe, zu den Fahrkarten und der Maske noch den 3G-Nachweis zu kontrollieren, sei eine „riesen Herausforderung“, die in enger Abstimmung mit dem Gemeindevollzugsdienst angegangen werden müsse. Wie genau, das würden die nächsten Tage zeigen.

„Per se obliegt das Kontrollieren dem Betreiber“, sagt indes eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Offenburg auf BT-Anfrage. Ihr Präsidium würde nur in Eigenregie und unterstützend agieren. Alle Details zur Zusammenarbeit von Betreiber und Polizei müssen letztendlich in den kommenden Tagen geklärt werden.


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