Nutzungskonflikte und Mehrkosten in Sinzheim

Sinzheim (nie) – Bei der geplanten Erweiterung des Sportzentrum Sinzheim gibt es Zeitdruck. Zudem gibt es einen Nutzungskonflikt, und es stehen Mehrkosten von einer Million im Raum.

Wie folgt soll das neue Sportzentrum nach dem aktuellen Plan aufgebaut sein: 1 und 2: bestehende Plätze, 3: Rasen-Kompaktspielfeld, 4: Allwetterfeld, 5: Clubhaus-Erweiterung mit Umkleiden und Sanitäranlagen, 6: Kunstrasenspielfeld, 7: Kampfbahn inklusive Leichtathletikanlagen, 8: Kunstrasenspielfeld, 9: Beachvolleyballfeld. Grafik: Gemeinde Sinzheim

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Wie folgt soll das neue Sportzentrum nach dem aktuellen Plan aufgebaut sein: 1 und 2: bestehende Plätze, 3: Rasen-Kompaktspielfeld, 4: Allwetterfeld, 5: Clubhaus-Erweiterung mit Umkleiden und Sanitäranlagen, 6: Kunstrasenspielfeld, 7: Kampfbahn inklusive Leichtathletikanlagen, 8: Kunstrasenspielfeld, 9: Beachvolleyballfeld. Grafik: Gemeinde Sinzheim

Martina Hurst (GfS) brachte es auf den Punkt: „Das Grunddilemma ist offensichtlich“, sagte sie am Mittwoch im Gemeinderat, als es wieder einmal um die Erweiterung des Sinzheimer Sportzentrums ging. Nicht nur Nutzungskonflikte müssen gelöst werden, es stehen auch Mehrkosten von rund einer Million Euro im Raum.

Und das nach einer schon jetzt zeitintensiven Planung, wie Markus Seiler (SPD) richtigerweise zusammenfasste: „Wir haben eigentlich gedacht, dass wir weiter sind.“

In einer Prognose vom Januar 2021 wurden vom damaligen Planungsbüro 3,1 Millionen Euro veranschlagt. Das dann im April vom Gemeinderat bestimmte neue Planungsbüro Dreigrün legte nun eine höhere Kostenschätzung vor: etwa 4,2 Millionen Euro. Und hier sind laut Johannes Lorenz vom Bauamt die Grunderwerbskosten noch nicht mit einberechnet, und Bürgermeister Erik Ernst mutmaßte, dass auch die Kosten für die Clubhaus-Erweiterung noch nicht die endgültigen seien.

„Am Ende der Fahnenstange“

„Mit einer Million Euro mehr sind wir am Ende der Fahnenstange“, sagte Gabriel Schlindwein (CDU), das trage die CDU nicht mit. Keinesfalls wolle man das ganze Projekt infrage stellen, aber man müsse schauen, ob man es zeitlich entzerren könne und wo Einsparungen möglich seien. Je länger geplant wurde, umso mehr Probleme seien aufgetreten, obwohl das ja anders sein sollte, ging Schlindwein auf die Ausführungen der Landschaftsarchitekten Simon Gross und Daniel Zimmermann von Dreigrün ein. Dabei war deutlich geworden, dass in der Planung viele Details zu beachten sind, die sich nicht auf den ersten Blick zeigen. Unter anderem ging es um die parallele Nutzung von Leichtathletik (vor allem Wurfdisziplinen) und Fußball und darum, dass sogar die jetzige Planung nicht ausreiche, um alle Bedarfe des Sportvereins Sinzheim (SVS) vor Ort zu decken. Vor ein paar Wochen hatte es eine Besprechung der Verwaltung und Dreigrün mit den entsprechenden Vereinen und der Schule gegeben, in der diese Probleme schon deutlich geworden waren.

Außerdem besteht Zeitdruck, wie der Bürgermeister mahnte: „Im Oktober sollte eine Entscheidung fallen“, wenn die Gemeinde die anvisierten Förderungen bekommen wolle. Zur Lösungsfindung setzte sich Siegfried Jung (FW) dafür ein, dass nicht jede Fraktion für sich entscheiden solle, sondern er wünschte sich, dass sich alle gemeinsam „im Sommer zusammensetzen“. Matthias Schmälze (Grüne) bekam auf seine Frage, ob denn höhere Zuschüsse aufgrund der gestiegenen Kosten absehbar seinen, ein klares Nein als Antwort vom Bürgermeister. Im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung wurde im Anschluss weiterdiskutiert.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Nina Ernst

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Erstellt:
23. Juli 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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