OB-Kandidat Peter Hank im Gespräch

Baden-Baden (sre) – Mit mehr Bürgerbeteiligung gegen Politikverdrossenheit: OB-Kandidat Peter Hank möchte Baden-Badener bei Entscheidungen stärker einbeziehen.

Den Kulturstandort und die direkte Demokratie im Blick: Peter Hank will in Baden-Baden Oberbürgermeister werden. Foto: Christian Bodamer

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Den Kulturstandort und die direkte Demokratie im Blick: Peter Hank will in Baden-Baden Oberbürgermeister werden. Foto: Christian Bodamer

Vor zwei Jahren wurde Peter Hank, der langjährige Leiter der städtischen Galerie Fruchthalle in Rastatt, in den Ruhestand verabschiedet. Doch der 67-Jährige hat noch viel vor: Unterstützt von der Partei „Die Basis“ tritt er jetzt bei der OB-Wahl in Baden-Baden an. Sein wichtigstes Anliegen: mit mehr Bürgerbeteiligung ein Zeichen gegen Politikverdrossenheit setzen.

Interview Peter Hank
13:50 min
OB-Wahl Baden-Baden Interview Peter Hank

In den vergangenen Monaten ist Hank in Baden-Baden bereits als Mitorganisator der Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen in Erscheinung getreten. Die OB-Wahl sieht er als Chance, auf kommunaler Ebene mehr direkte Demokratie umzusetzen. Als Historiker hat er sich intensiv mit der Badischen Revolution von 1848/49 beschäftigt. „Ich habe schon früh erkannt, dass es ganz wichtig ist, dass die Bürger sich an der Politik beteiligen“, sagt er vor diesem Hintergrund. Deshalb habe er einen basisdemokratischen Ansatz – und der sei in einer Kommune „eigentlich schon angelegt“. Hank ist überzeugt: „Basisdemokratie wächst von unten.“ Konkret schwebt ihm vor, in der Kurstadt häufiger Bürgerversammlungen abzuhalten, damit Menschen sich einbringen können. Das, so seine Überzeugung, könne gegen Politikverdrossenheit helfen, die ebenso wie die Globalisierung und die wirtschaftliche Einflussnahme auf die Politik eine Gefahr für die Demokratie darstelle.

„Es brennt in der Demokratie“

Hier sehe er sich selbst in der Verantwortung, erzählt Hank beim Spaziergang durch die Lichtentaler Allee. Er wolle „noch etwas tun für die Gesellschaft“. Auch an seine drei Kinder und deren Zukunft denkt er dabei: Die drei sind mittlerweile erwachsen, zudem ist Hank seit einigen Monaten stolzer Großvater. Das gesellschaftliche Engagement sei ihm wichtiger als der Ruhestand, betont er. Er verspüre „richtig Lust, da noch etwas bewegen und gestalten zu können“.

Deshalb will er bis zur Wahl auch noch viel unterwegs sein: an Wahlständen in der Fußgängerzone und auf Märkten sowie in den Stadtteilen. Die Außenstadtteile will der OB-Kandidat in einem historischen Feuerwehrauto von 1972 ansteuern: „Es brennt in der Demokratie“, ist er überzeugt. „Da ist ein Feuerwehrauto genau das richtige Symbol.“

Neben dem politischen Interesse ist für Hank seine Begeisterung für Kunst und Kultur prägend. Schon als kleines Kind sei er gerne mit seinem Vater in Museen gegangen, erzählt er. Früh habe er angefangen, auch selbst zu zeichnen und zu malen. Später kam das Schreiben dazu. In dem, was er sich vornahm, sei er stets von seiner Familie unterstützt worden. An seine Kindheit hat der gebürtige Freiburger deshalb gute Erinnerungen. Er komme aus einem „einfachen Elternhaus“, berichtet er, sei behütet aufgewachsen. Sein Vater war Konditor, seine Mutter hauswirtschaftlich tätig, bevor sie sich dann als Hausfrau um die vier Kinder kümmerte. Dass er selbst das Gymnasium besuchen und Abitur machen konnte, war in seinem Umfeld „eine gewisse Ausnahme“.

„Das kulturelle Flair hat mich immer stark angezogen“

Das Studium absolvierte Hank in Berlin. Inspiriert von einem Professor, der Kunst, Religion, Gesellschaft und Politik auf faszinierende Weise verknüpft habe, nahm Hank zu Geschichte auch noch Religionswissenschaften als Fach dazu, später noch Amerikanistik und Kunstgeschichte. Nach einem Museumsvolontariat leitete er eine Galerie, bevor er bei der Stadt Rastatt zunächst im Stadtarchiv tätig war.

Hank hat nicht nur mehrere Bücher zu historischen Themen publiziert, sondern schreibt auch seit vielen Jahren selbst Gedichte. Unter anderem hat er einen Lyrikband mit dem Titel „Battertblick“ veröffentlicht. Baden-Baden inspiriert ihn immer wieder, wie er begeistert berichtet.

Seit 2004 lebt Hank inzwischen in der Kurstadt. „Das kulturelle Flair hat mich immer stark angezogen.“ Baden-Baden sei mit der staatlichen Kunsthalle und dem Museum Frieder Burda „ein einzigartiger Kulturstandort, den es weiter zu erhalten gilt“. Das gelte auch für die historische Bausubstanz, meint der OB-Kandidat mit Blick auf das Neue Schloss. Nachdem das Projekt eines Luxushotels gescheitert sei, stelle sich die Frage, „was macht man mit einem solchen architektonischen Juwel?“ Für eine Belebung des Renaissance-Schlosses zu sorgen, auch darin sehe er eine dringliche Aufgabe.

Zur Person

Peter Hank (67) ist in Freiburg geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur hat er in Berlin Geschichte, Religionswissenschaft, Amerikanistik und Kunstgeschichte studiert. Danach absolvierte er ein Museumsvolontariat im Elztalmuseum in Waldkirch. Nach einer weiteren Station in Freiburg, wo er eine Privatgalerie leitete, kam er 1993 nach Rastatt und war dort zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Stadtarchiv tätig, später als Kulturreferent der Stadt. Ab 2003 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2020 leitete er die Städtische Galerie Fruchthalle Rastatt. Hank ist geschieden und hat drei Kinder.

In eigener Sache

Das BT stellt in loser Folge die Bewerberinnen und Bewerber für die OB-Wahl in Baden-Baden vor. Auf www.badisches-tagblatt.de findet sich dazu jeweils auch ein Video-Porträt. Erschienen ist bereits das Porträt über Dietmar Späth, Bettina Morlok, Roland Kaiser (Grüne), Rolf Pilarski (FDP) und Margret Mergen (CDU). Zudem veranstalten BT und BNN am Freitag, 4. März, um 17 Uhr ein gemeinsames Wahlforum mit OB-Kandidatinnen und -Kandidaten, das auf bnn.de und badisches-tagblatt.de im Livestream zu sehen ist.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Reith

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Erstellt:
24. Februar 2022, 18:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 32sec

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